Block 04 · Projektmanagement

Immer 8/9 Prüfungen · Ø 24 von 200 Punkten · nur Teil 1 – seit S23 ist Teil 1, Aufgabe 1 durchgehend Projektmanagement (meist 2–4 Unterthemen je Prüfung) · Lösungen: 04_Projektmanagement_Loesungen.html
So arbeitest du mit diesem Block Erst den Erklärungssatz lesen, dann die Aufgaben mit dem Belegsatz daneben lösen (Belegsatz am besten separat ausdrucken und neben die Aufgaben legen). Zeitrichtwert: 1 Punkt ≈ 0,9 Minuten. Lösungen erst danach in der separaten Lösungsdatei nachsehen. Projektmanagement wird fast nur mit Text beantwortet – übe deshalb, knapp, konkret und mit Bezug zur Ausgangssituation zu schreiben. Die Beispiele im Erklärungssatz stammen bewusst aus einem anderen Szenario (Stadtbibliothek) als die Aufgaben (Pflegedienst).

A · Erklärungssatz

Projektmanagement steht seit Sommer 2023 in jeder Prüfung als Teil 1, Aufgabe 1 (20–30 Punkte). Die Aufgabe beginnt mit einer kurzen Situation („Sie arbeiten in der Projektplanung mit …“) und fragt dann 2–4 Unterthemen ab: meist Stakeholder oder Projektbegriffe, dazu Risiko, Vorgehensmodell oder Anforderungen. Gerechnet wird selten – mit einer Ausnahme: der Netzplan in S26 mit 19 Punkten. Notationshilfen gibt es für Projektmanagement im Belegsatz nicht; alles, was du brauchst, steht in der Aufgabe oder muss gelernt sein.

UnterthemaKategorieTypische PunkteWichtigste Fähigkeit
PM-01 Stakeholder / ProjektbegriffeMeistens4–12Begriffe präzise erläutern, Stakeholder-Tabelle mit Szenariobezug füllen
PM-02 Agil / Scrum / User StoriesOft6–13Rollen, Artefakte, Events; User Story formulieren, INVEST
PM-03 AnforderungenOft ↓4–12funktional/nicht-funktional, messbar formulieren
PM-04 RisikoanalyseOft ↑4–8Risiko mit Ursache, Auswirkung und passender Gegenmaßnahme
PM-05 Vorgehensmodelle / PrototypingWahrscheinlich6–8klassisch vs. agil, V-Modell, Prototyparten, Modell begründet wählen
PM-06 Change-Management / AkzeptanzSonstige4–12Befürchtungen erkennen, passende Maßnahmen, Workshop-Ziele
PM-07 Kosten / Make-or-BuySonstige ↓4Kostenarten, Fremdvergabe abwägen, Nutzwertanalyse
PM-08 NetzplanSonstige ⚠19 (S26)Vorwärts-/Rückwärtsrechnung, Puffer, kritischer Pfad
PM-09 MachbarkeitsanalyseSonstige ⚠8 (W25)Kriterien benennen und am Szenario erläutern
PM-10 Nutzen eines SystemsSonstige8 (S24)Vorteile je Zielgruppe konkret beschreiben

Operatoren und Antworttechnik für Textaufgaben

Weil fast alles in Projektmanagement Text ist, entscheidet die Antworttiefe über die Punkte. Der Operator gibt sie vor:

OperatorWas erwartet wirdBeispiel (Bibliotheks-App)
nennenBegriff oder Stichwort aufzählen, ohne Erklärung„Zeit, Kosten, Leistung“
beschreibenSachverhalt in eigenen Worten zusammenhängend darstellen (was, wie)„Im Daily Scrum stimmen die Developers täglich 15 Minuten ab, …“
erläuternbeschreiben und nachvollziehbar machen: Begründung, Zusammenhang oder Beispiel„… damit Hindernisse früh erkannt werden, z. B. wenn die Schnittstelle zum Bibliothekssystem nicht antwortet.“
begründenAussage mit Argumenten stützen („weil …“)„Agil, weil die Anforderungen der Leser noch unklar sind.“
beurteilen / bewerteneigenes, begründetes Urteil anhand von Kriterien„Die Variante ist wirtschaftlich sinnvoll, weil sie sich nach 3,4 Jahren amortisiert …“
ergänzen / erstellenTabelle oder Diagramm vervollständigen bzw. anlegenStakeholder-Tabelle, Netzplan
berechnenErgebnis mit nachvollziehbarem Rechenweg und Einheit„82.280 € ÷ 24.400 €/Jahr ≈ 3,4 Jahre“
Merke: Punkte-FaustregelUngefähr ein inhaltlicher Gedanke pro Punkt. „Beschreiben Sie zwei Maßnahmen (4 Punkte)“ heißt: zwei Maßnahmen mit je zwei Aussagen – was genau getan wird und wie/warum es im Szenario hilft. Stichworte sind erlaubt, wenn nicht ausdrücklich ganze Sätze gefordert sind; sie müssen aber verständlich und eindeutig sein.
Typische Falle: allgemeines Lehrbuchwissen ohne Szenario„Kommunikation verbessern“ oder „Schulung durchführen“ bringt oft nur die Hälfte. Konkret wird es mit Bezug zur Situation: „Zweistündige Tablet-Schulung in Kleingruppen für die Theken-Mitarbeiterinnen, mit Übungsgerät zum Mitnehmen“. Wenn die Aufgabe „zwei“ verlangt, werden auch nur die ersten zwei Antworten gewertet.

PM-01 · Stakeholder und Projektbegriffe Meistens

Vorkommen: 7/9 · Prüfungen: S22, S23, W23, S24, W24, W25, S26 (immer Teil 1, Aufgabe 1)

Durchgehendes Beispiel im Erklärungssatz: Die Stadtbibliothek Ahlenfeld lässt von einem IT-Dienstleister die App „LeseKompass“ entwickeln (Katalogsuche, Ausleihkonto, Verlängern, Vormerken, Push-Erinnerungen) und führt gleichzeitig Selbstverbuchungsterminals ein.

Was ist ein Projekt?

Nach DIN 69901-5 ist ein Projekt ein Vorhaben, das im Wesentlichen durch die Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist. In der Prüfung reicht es, die Merkmale zu kennen und am Szenario zu belegen:

MerkmalBedeutungBeleg im Beispiel „LeseKompass“
Einmaligkeit / Neuartigkeitwird in dieser Form zum ersten Mal durchgeführterste eigene App der Bibliothek
zeitliche Begrenzungfester Anfangs- und Endtermin01.03. bis 31.10.
klare Zielvorgabedefiniertes, überprüfbares Ergebnis30 % der Ausleihen über Selbstverbuchung
begrenzte RessourcenBudget, Personal, Sachmittel sind begrenzt85.000 €, drei Entwickler
Komplexität / Risikoviele Beteiligte, Abhängigkeiten, UnsicherheitSchnittstelle zum Bibliothekssystem eines Fremdherstellers
eigene ProjektorganisationProjektleitung, Team, Gremien nur für dieses Vorhabengemischtes Team aus Bibliothek und Dienstleister

Kein Projekt ist dagegen eine Routinetätigkeit (z. B. der monatliche Mahnlauf): Sie wiederholt sich und hat kein festes Ende.

Magisches Dreieck

Die drei Zielgrößen Leistung/Qualität (Was? Wie gut?), Zeit (Wann?) und Kosten (Wie viel?) hängen voneinander ab. Wird eine Größe verändert, muss mindestens eine andere nachgeben.

Beispiel: Die Stadtkämmerei kürzt das Budget der Bibliotheks-App um 15.000 €. Dann kann der Dienstleister weniger Entwicklerstunden einsetzen: Entweder verschiebt sich der Starttermin (Zeit ↑), oder es entfallen Funktionen wie die Vormerkung (Leistung ↓).

Erweiterung „Teufelsquadrat“ (Sneed): Qualität und Quantität (Umfang) werden getrennt betrachtet – vier Größen, gleiches Prinzip.

Leistung / Qualität (Was? Wie gut?) Zeit (Wann?) Kosten (Wie viel?) Projekt- ziel
Abb. A-1: Magisches Dreieck

Projektphasen und wichtige Begriffe

Phasen nach DIN 69901: Initialisierung (Idee, Machbarkeit, Projektauftrag) → Definition (Ziele, Anforderungen, Stakeholder, Grobplanung) → Planung (Projektstrukturplan, Termine, Kosten, Risiken) → Steuerung (Durchführung, Controlling, Änderungen) → Abschluss (Abnahme, Abschlussbericht, Lessons Learned).

BegriffBedeutungBeispiel „LeseKompass“
Projektauftragverbindliche, schriftliche Beauftragung durch den Auftraggeber; legt Ziele, Umfang (was gehört dazu, was nicht), Budget, Termine/Meilensteine, Projektleitung und deren Befugnisse sowie Rahmenbedingungen fest. Ohne Auftrag kein offizieller Projektstart.Auftrag der Bibliotheksleitung: App bis 31.10., Budget 85.000 €, Projektleitung Herr Brandt
Kick-off-MeetingAuftaktveranstaltung zu Projektbeginn mit Team und wichtigen Stakeholdern: Ziele und Umfang vorstellen, Rollen und Verantwortlichkeiten klären, Kommunikations- und Arbeitsregeln vereinbaren, erste Termine festlegen, Motivation und gemeinsames Verständnis schaffen – das offizielle Startsignal.Kick-off am 01.03. mit Bibliotheksteam, Dienstleister und städtischer IT
MeilensteinEreignis von besonderer Bedeutung, ein Zeitpunkt ohne Dauer, zu dem ein prüfbares Zwischenergebnis vorliegen muss. Dient als Kontroll- und Entscheidungspunkt (weiter / anpassen / stoppen).„Katalogsuche abgenommen“ am 15.05.
Projektstrukturplan (PSP)hierarchische Gliederung des gesamten Projekts in Teilprojekte und Arbeitspakete; Grundlage für Termin-, Kosten- und Ressourcenplanung.Teilprojekte App, Terminals, Schulung
Arbeitspaketkleinste Einheit im PSP, klar abgegrenzt, mit Verantwortlichem, Aufwand und Termin.„Push-Erinnerung vor Rückgabe“
Change Requestformaler Antrag, vereinbarten Umfang, Termin oder Kosten nach Projektbeginn zu ändern.Leitung wünscht zusätzlich einen Veranstaltungskalender
Change-Request-Managementgeregelter Prozess für Änderungen: erfassen (Formular, Nummer) → bewerten (Aufwand, Kosten, Termin, Risiken, Nutzen) → entscheiden (Auftraggeber, Lenkungsausschuss bzw. Change Control Board) → einplanen und umsetzen (Pläne, Budget, ggf. Vertrag anpassen) → dokumentieren und kommunizieren. Verhindert, dass der Umfang unkontrolliert wächst („Scope Creep“).Kalender kostet 6.000 € und 3 Wochen → Leitung entscheidet: erst in Version 2
Lessons Learnedsystematisches Sammeln, Bewerten und Dokumentieren von Erfahrungen (was lief gut, was schlecht, was machen wir künftig anders) – am Projektende und nach Phasen –, damit Folgeprojekte davon profitieren.„Schnittstellendoku des Herstellers vor Vertragsschluss anfordern“
LenkungsausschussEntscheidungsgremium aus Auftraggeber und Management für grundlegende Entscheidungen und Eskalationen.Bibliotheksleitung, Kulturdezernent, Geschäftsführer Dienstleister
Statusberichtregelmäßiger Bericht über Fortschritt, Termine, Kosten und Risiken, oft mit Ampel.alle zwei Wochen an die Leitung
Abnahmeformale Erklärung des Auftraggebers, dass das Ergebnis den vereinbarten Anforderungen entspricht (Abnahmeprotokoll, ggf. mit Mängelliste). Folgen: Zahlung wird fällig, Gewährleistung beginnt.Abnahmetest mit fünf Bibliothekarinnen am 20.10.
MerkeEin Meilenstein hat die Dauer 0 – er ist kein Arbeitspaket, sondern ein Prüfpunkt. Lessons Learned dienen künftigen Projekten, nicht der Schuldsuche. Ein Change Request wird nicht einfach umgesetzt, sondern erst bewertet und entschieden.

Stakeholder und Stakeholder-Analyse

Stakeholder (Projektbeteiligte und -betroffene) sind alle Personen, Gruppen oder Organisationen, die am Projekt beteiligt sind, vom Projekt oder seinem Ergebnis betroffen sind oder Einfluss darauf nehmen können – intern (Geschäftsführung, Fachabteilung, Mitarbeitende, Betriebs- oder Personalrat, IT-Abteilung, Projektteam) und extern (Kunden, Nutzer, Lieferanten, Dienstleister, Behörden, Verbände, Öffentlichkeit).

So gehst du vor (Stakeholder-Analyse):

  1. Identifizieren: Wer zahlt? Wer nutzt das System? Wer muss zustimmen? Wer verliert etwas? Wer liefert zu? (Brainstorming, Organigramm, Checkliste)
  2. Analysieren: je Stakeholder Interessen/Erwartungen, Befürchtungen, Einfluss (Macht, Entscheidungs- oder Vetorecht) und Einstellung (positiv, neutral, negativ).
  3. Einordnen: in eine Stakeholder-Matrix (Abb. A-2).
  4. Maßnahmen planen: einbinden, informieren, überzeugen, beobachten – passend zur Befürchtung.
  5. Laufend überprüfen: Einstellungen ändern sich im Projektverlauf.
StakeholderInteresse / ErwartungBefürchtungEinflussEinstellungMaßnahme
Bibliotheksleitungmodernes Angebot, mehr AusleihenKostenrahmen wird überschrittenhochpositivStatusberichte, Entscheidung an Meilensteinen
Thekenpersonalweniger Routine-VerbuchungStellenabbau durch Selbstverbuchungmittelnegativfrüh informieren, neue Aufgaben (Beratung) aufzeigen, Schulung
Leserinnen und LeserKonto und Verlängern rund um die Uhrkomplizierte Bedienung, Datenmissbraucheinzeln geringneutralNutzertests, verständliche Datenschutzhinweise
Personalrat der StadtSchutz der BeschäftigtenLeistungskontrolle über Verbuchungsstatistikhochskeptischfrüh einbinden, Dienstvereinbarung
Hersteller BibliothekssystemLizenzumsatzMehraufwand durch SchnittstellemittelneutralVertrag mit Fristen, feste Ansprechperson
Kritische Stakeholder intensiv betreuen, Bedenken klären, überzeugen, Kompromisse suchen Promotoren eng einbinden, als Unterstützer und Entscheider nutzen Beobachten informieren, Stimmung verfolgen Unterstützer informieren, als Multiplikatoren nutzen Personalrat Thekenpersonal Bibliotheksleitung Hersteller (neutral) Leser hoch gering Einfluss auf das Projekt negativ / kritisch positiv Einstellung zum Projekt
Abb. A-2: Stakeholder-Matrix (Einfluss × Einstellung) mit Beispielen aus „LeseKompass“

Eine verbreitete Variante ordnet nach Einfluss × Interesse: hoher Einfluss und hohes Interesse → eng einbinden; hoher Einfluss, geringes Interesse → zufriedenstellen; geringer Einfluss, hohes Interesse → informieren; beides gering → beobachten.

Typische Fallen

Projekterfolg nach Projektende prüfen

Der Projekterfolg wird an den vorher festgelegten Zielen gemessen. Deshalb sollten Ziele SMART sein: spezifisch, messbar, akzeptiert/attraktiv, realistisch, terminiert – z. B. „Bis 31.12. werden mindestens 30 % aller Ausleihen über die Terminals abgewickelt.“ Möglichkeiten zur Erfolgsprüfung:

So wird es in der Prüfung gefragt

PM-02 · Agile Vorgehensweisen, Scrum, User Stories Oft

Vorkommen: 5/9 · Prüfungen: S22, W22, W23, W24, W25 · in W23 mit englischem Fachtext zu User Stories

Agiles Manifest (2001)

Vier Werte – jeweils ist die linke Seite wichtiger als die rechte, die rechte ist aber nicht wertlos:

wichtiger …… als
Individuen und InteraktionenProzesse und Werkzeuge
Funktionierende Softwareumfassende Dokumentation
Zusammenarbeit mit dem KundenVertragsverhandlung
Reagieren auf VeränderungBefolgen eines Plans

Aus den zwölf Prinzipien (sinngemäß): früh und regelmäßig wertvolle Software ausliefern; Änderungen auch spät willkommen heißen; kurze Lieferzyklen von wenigen Wochen; Fachleute und Entwickler arbeiten täglich zusammen; Gespräch von Angesicht zu Angesicht; funktionierende Software ist das wichtigste Fortschrittsmaß; gleichmäßiges, nachhaltiges Tempo; Einfachheit; selbstorganisierte Teams; regelmäßige Reflexion und Anpassung.

Scrum im Überblick

Scrum ist ein Rahmenwerk für iterativ-inkrementelle Entwicklung. Gearbeitet wird in Sprints fester Länge (höchstens ein Monat, oft zwei Wochen). Am Ende jedes Sprints steht ein nutzbares Increment.

Product Backlog PO ordnet SprintPlanning Sprint Backlog Sprint-Ziel + Plan Sprint 1–4 Wochen Daily Scrum täglich, 15 Min. Increment nutzbar, erfüllt DoD SprintReview SprintRetrospektive Feedback aus dem Review passt das Product Backlog an → nächster Sprint Rollen: Product Owner · Scrum Master · Developers (Scrum Team höchstens ca. 10 Personen)
Abb. A-3: Ablauf eines Sprints mit Artefakten (eckig) und Events (abgerundet)
Rolle (Verantwortlichkeit)Aufgaben
Product Owner (eine Person)maximiert den Wert des Produkts; formuliert das Produktziel; pflegt und ordnet (priorisiert) das Product Backlog; Ansprechpartner für Stakeholder und Kunde; entscheidet, ob ein Eintrag fachlich erfüllt ist.
Scrum Mastersorgt dafür, dass Scrum verstanden und gelebt wird; beseitigt Hindernisse (Impediments); moderiert die Events auf Wunsch; coacht Team und Organisation. Dienende Führungskraft – kein Projektleiter und kein Vorgesetzter.
Developerssetzen die Einträge des Sprint Backlogs um; selbstorganisiert und interdisziplinär (Entwicklung, Test, Design …); schätzen den Aufwand; verantwortlich für die Qualität gemäß Definition of Done.
ArtefaktInhaltVerpflichtung
Product Backloggeordnete, nie fertige Liste aller bekannten Anforderungen (z. B. User Stories); oben die wichtigsten und am besten verstandenen EinträgeProduktziel (Product Goal)
Sprint BacklogSprint-Ziel, die für den Sprint ausgewählten Einträge und der Plan zu ihrer Umsetzung; gehört den DevelopersSprint-Ziel (Sprint Goal)
IncrementSumme aller im Sprint fertiggestellten Einträge; muss nutzbar seinDefinition of Done
EventTeilnehmendeZweck und ErgebnisZeitrahmen*
SprintScrum Team„Container“ für alle anderen Events; Ergebnis: Increment≤ 1 Monat, fest
Sprint PlanningScrum TeamWarum ist der Sprint wertvoll (Sprint-Ziel)? Was wird umgesetzt? Wie? Ergebnis: Sprint Backlog≤ 8 h (≈ 4 h)
Daily ScrumDevelopersFortschritt Richtung Sprint-Ziel prüfen, Plan für die nächsten 24 h anpassen, Hindernisse erkennen15 Min. täglich
Sprint ReviewScrum Team + StakeholderIncrement vorführen und begutachten, Feedback einholen, Product Backlog anpassen – es geht um das Produkt≤ 4 h (≈ 2 h)
Sprint RetrospektiveScrum TeamZusammenarbeit, Prozesse, Werkzeuge und DoD reflektieren, Verbesserungen vereinbaren – es geht um die Arbeitsweise≤ 3 h (≈ 1,5 h)

* Höchstdauer bei einem Monat Sprintlänge, in Klammern übliche Werte bei zwei Wochen. Backlog Refinement (Einträge verfeinern, aufteilen, schätzen) ist eine laufende Tätigkeit, kein eigenes Event.

Definition of Done (DoD) und Akzeptanzkriterien werden gern verwechselt: Die DoD gilt für alle Einträge gleich (z. B. „Code-Review erfolgt, Unit-Tests grün, auf Testsystem installiert, Hilfetext aktualisiert“). Akzeptanzkriterien gelten nur für eine User Story und beschreiben fachlich, wann sie erfüllt ist. Manche Teams nutzen zusätzlich eine Definition of Ready: Wann ist ein Eintrag so klar, dass er in einen Sprint darf?

Typische Fallen

Kanban

Kanban steuert den Arbeitsfluss über ein Board. Prinzipien: Arbeit visualisieren; WIP begrenzen (Work in Progress – höchstens n Karten je Spalte); Pull-Prinzip (neue Arbeit wird erst gezogen, wenn Kapazität frei ist); Fluss messen (Durchlaufzeit) und kontinuierlich verbessern. Es gibt keine festen Iterationen und keine vorgeschriebenen Rollen.

Zweck des WIP-Limits: verhindert, dass viele Aufgaben gleichzeitig angefangen und keine fertig werden; macht Engpässe sichtbar (eine volle Spalte staut); verkürzt die Durchlaufzeit. Motto: „Stop starting, start finishing.“

Offen In Arbeit (3) Test (2) Erledigt Login-FehlerPush-TextExport CSV Terminal 2Suche langsamAusweis sperren Mahnbetrag Passwort-ResetLogo tauschen WIP-Limit erreicht: nichts Neues ziehen
Abb. A-4: Kanban-Board des Bibliotheks-Supports mit WIP-Limits
ScrumKanban
Taktfeste Sprints, Planung je Sprintkontinuierlicher Fluss, keine Iterationen
RollenPO, Scrum Master, Developerskeine vorgeschrieben
Änderungenneue Einträge in der Regel erst im nächsten Sprintjederzeit, sobald Kapazität frei ist
BegrenzungMenge je Sprint (Velocity)WIP-Limit je Spalte
typischer EinsatzProduktentwicklungSupport, Wartung, Betrieb

User Stories

Eine User Story beschreibt eine Anforderung kurz aus Sicht eines Nutzers, mit dem Nutzen, den sie bringt. Standardformat (Rolle – Ziel – Nutzen):

Als <Rolle> möchte ich <Ziel / Funktion>, damit <Nutzen>.

Beispiel: „Als Leserin möchte ich meine Ausleihen in der App verlängern, damit ich keine Säumnisgebühren zahlen muss.“ Akzeptanzkriterien dazu:

Akzeptanzkriterien kann man auch im Schema Gegeben … wenn … dann … (Given – When – Then) schreiben. Eine User Story besteht nach Ron Jeffries aus den „3 C“: Card (kurzer Text auf einer Karte), Conversation (Details werden im Gespräch geklärt), Confirmation (Akzeptanzkriterien bestätigen, dass sie erfüllt ist).

INVESTEine gute User Story ist …
Independentunabhängig von anderen Stories umsetzbar und in beliebiger Reihenfolge planbar
Negotiableverhandelbar – kein Vertrag; Details werden gemeinsam ausgehandelt
Valuablewertvoll – bringt dem Nutzer oder Kunden einen erkennbaren Nutzen
Estimableschätzbar – das Team kann den Aufwand einschätzen
Smallklein – passt in einen Sprint
Testabletestbar – über Akzeptanzkriterien prüfbar

Ist eine Story zu groß, heißt sie Epic und wird aufgeteilt, z. B. nach Teilschritten eines Ablaufs, nach Rollen, nach Datenvarianten oder nach Operationen (anlegen / ändern / löschen).

Aus einem Use-Case-Diagramm User Stories ableiten (W23): Akteur → Rolle, Anwendungsfall → Ziel/Funktion, den Nutzen selbst ergänzen. Ein Use Case beschreibt die Interaktion zwischen Akteur und System (mit Ablauf und Varianten), eine User Story nur kurz Wunsch und Nutzen.

Story Points schätzen den Umfang einer Story relativ zu anderen (Aufwand, Komplexität, Unsicherheit), nicht in Stunden. Üblich ist eine Fibonacci-ähnliche Skala (1, 2, 3, 5, 8, 13, 20 …): Je größer die Zahl, desto größer die Unsicherheit. Beim Planning Poker legen alle Developers gleichzeitig verdeckt eine Karte; wer am weitesten abweicht, begründet, dann wird erneut geschätzt, bis Einigkeit besteht. Die Velocity (pro Sprint erledigte Story Points) hilft, künftige Sprints zu planen. Relativ wird geschätzt, weil Menschen Vergleiche („doppelt so groß wie …“) zuverlässiger treffen als absolute Zeiten und weil die Schätzung nicht von der Geschwindigkeit einzelner Personen abhängt.

EnglischDeutschEnglischDeutsch
backlog itemEintrag im Backlogto estimate / estimationschätzen / Schätzung
acceptance criteriaAkzeptanzkriteriento split a storyeine Story aufteilen
to be accountable forverantwortlich sein fürincrementProduktinkrement
requirementAnforderungimpedimentHindernis
to prioritise / to orderpriorisieren / ordnenshared understandinggemeinsames Verständnis
may / must / shoulddarf / muss / solltevague, ambiguousvage, mehrdeutig
So wird es in der Prüfung gefragt

PM-03 · Anforderungen Oft ↓

Vorkommen: 5/9 · Prüfungen: S22, W22, S23, W23, S24 · in den letzten drei Prüfungen nicht mehr als eigene Teilaufgabe

Funktionale und nicht-funktionale Anforderungen

Nicht-funktionale KategorieBeispiel „LeseKompass“ (messbar formuliert)
Leistung / EffizienzDie Katalogsuche liefert bei 200 gleichzeitigen Nutzern Ergebnisse in höchstens 2 Sekunden.
Benutzbarkeit / BarrierefreiheitDie App erfüllt WCAG 2.1 Stufe AA; 9 von 10 Testpersonen können ohne Hilfe ein Medium vormerken.
Zuverlässigkeit / VerfügbarkeitDas Ausleihkonto ist zu 99,5 % pro Monat erreichbar.
SicherheitDatenübertragung ausschließlich per TLS 1.3; Mitarbeiterkonten mit Zwei-Faktor-Anmeldung.
WartbarkeitQuellcode nach vereinbarten Codierrichtlinien, Testabdeckung der Geschäftslogik ≥ 80 %.
Kompatibilität / Portabilitätlauffähig ab Android 13 und iOS 16.
Rechtliche VorgabenDSGVO (Datenminimierung, Löschung der Ausleihhistorie nach 30 Tagen), Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.
Mengengerüst / Randbedingungen80.000 Medien, 9.000 Leser; Betrieb im städtischen Rechenzentrum.

Messbar formulieren: Eine Anforderung ist erst dann gut, wenn man sie bei der Abnahme prüfen kann. Hilfreich ist eine Satzschablone: „Das System muss/soll/kann <wem?> die Möglichkeit bieten, <Objekt> <Tätigkeit>.“

unbrauchbar (nicht prüfbar)brauchbar (prüfbar)
Die App soll schnell sein.Die Trefferliste erscheint innerhalb von 2 s nach Absenden der Suche.
Die App soll benutzerfreundlich sein.Eine Verlängerung gelingt mit höchstens drei Fingertipps ab Startbildschirm.
Die Daten sollen sicher sein.Passwörter werden gesalzen mit bcrypt gehasht gespeichert.

Weitere Qualitätsmerkmale guter Anforderungen: eindeutig, vollständig, widerspruchsfrei, realisierbar, notwendig und verfolgbar (Nummer, Quelle).

Lastenheft und Pflichtenheft

LastenheftPflichtenheft
ErstellerAuftraggeber (Kunde)Auftragnehmer (Dienstleister), auf Basis des Lastenhefts
LeitfrageWas soll erreicht werden und wofür?Wie und womit wird es umgesetzt?
InhaltAusgangssituation, Ziele, funktionale und nicht-funktionale Anforderungen, Rahmenbedingungen, Mengengerüst, Abnahmekriterien, TermineRealisierungskonzept: Systemarchitektur, Datenmodell, Schnittstellen, Oberflächenentwürfe, eingesetzte Technik, Testkonzept, Zeitplan
Zeitpunkt / Zweckvor der Ausschreibung; Grundlage für Angebotenach Auftragsvergabe; vom Auftraggeber bestätigt → Vertragsgrundlage und Maßstab für die Abnahme
MerkeLastenheft = Kunde = „Was?“ · Pflichtenheft = Dienstleister = „Wie?“. In agilen Projekten übernimmt das Product Backlog einen Teil dieser Aufgabe; ein grobes Lastenheft für die Vergabe gibt es trotzdem oft.

Anforderungen erheben

TechnikVorgehenVorteilNachteil
InterviewEinzelgespräch mit vorbereitetem Fragenkatalogtiefe Einblicke, Rückfragen möglich, auch implizites Wissenzeitaufwendig, subjektive Sicht weniger Personen
Fragebogenschriftliche Befragung vieler Personenviele erreichbar, gut auswertbar, anonym möglichkeine Rückfragen, Rücklauf oft gering, Fragen müssen vorher klar sein
Workshopmoderierte Gruppenarbeit mehrerer Stakeholdergemeinsames Verständnis, Widersprüche werden sofort sichtbargute Moderation nötig, Vielredner dominieren, Termin schwer zu finden
Beobachtung (Hospitation)Analyst begleitet Nutzer bei der echten Arbeitrealer Ablauf, unbewusste Tätigkeiten und Umgehungslösungen werden sichtbaraufwendig, Beobachtete verhalten sich evtl. anders, stört den Ablauf
DokumentenanalyseFormulare, Handbücher, Altsystem auswertenobjektiv, stört niemandenDokumente oft veraltet oder unvollständig
Prototyp / MockupEntwürfe zeigen, Feedback einholenkonkret, Missverständnisse früh erkennbarAufwand; Erwartung „ist ja schon fast fertig“

Priorisieren mit MoSCoW

KategorieBedeutungBeispiel „LeseKompass“
Must havezwingend; ohne sie ist das Produkt unbrauchbar oder nicht abnahmefähigAnmelden mit Leseausweis, Konto anzeigen
Should havewichtig, aber es gibt eine UmgehungslösungVerlängern in der App (geht auch an der Theke)
Could havewünschenswert, nur wenn Zeit und Budget reichenLeseliste mit Sternebewertung
Won’t have (this time)bewusst nicht in diesem Release, evtl. späterOnline-Bezahlung von Gebühren
Typische Fallen
So wird es in der Prüfung gefragt

PM-04 · Risikoanalyse Oft ↑

Vorkommen: 4/9 · Prüfungen: S23, S24, W25, S26 · steigender Trend

Ein Risiko ist ein mögliches künftiges Ereignis, das mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintritt und dann die Projektziele (Termin, Kosten, Leistung/Qualität) negativ beeinflusst. Ein Problem ist ein Risiko, das bereits eingetreten ist. Das positive Gegenstück heißt Chance.

Gute Risikobeschreibung = Ursache → Ereignis → Auswirkung: „Weil der Hersteller des Bibliothekssystems nur einen Schnittstellen-Entwickler hat (Ursache), kann die Schnittstelle verspätet geliefert werden (Ereignis), wodurch sich der Start der Selbstverbuchung um Wochen verschiebt (Auswirkung).“

Risikomanagement-Prozess

  1. Identifizieren – Brainstorming, Checklisten/Risikokataloge, Expertenbefragung, Lessons Learned früherer Projekte, Stakeholder-Analyse, Annahmen des Projektplans hinterfragen.
  2. Analysieren und bewerten – Eintrittswahrscheinlichkeit (EW) und Schadensausmaß (S) schätzen, Risikowert bilden, in Risikomatrix einordnen.
  3. Maßnahmen planen – Strategie wählen (siehe unten), Verantwortlichen festlegen.
  4. Überwachen und steuern – Risikoliste regelmäßig (z. B. in jedem Statusmeeting) aktualisieren: neue Risiken, veränderte Bewertungen, Wirkung der Maßnahmen. Risikomanagement ist ein laufender Prozess.

Bewerten: Risikowert und Risikomatrix

Risikowert = Eintrittswahrscheinlichkeit × Schadensausmaß. Qualitativ mit Punkteskalen (z. B. jeweils 1–5), quantitativ mit Prozent und Euro: 20 % × 30.000 € = 6.000 € erwarteter Schaden (Grundlage für ein Risikobudget).

Nr.Risiko „LeseKompass“EWSRW
L1Schnittstelle des Bibliothekssystem-Herstellers wird verspätet geliefert4312
L2Datenleck bei Leserkonten durch Sicherheitslücke2510
L3einzelne Terminals fallen in den ersten Wochen häufig aus326
L4Kulturdezernent wechselt, neuer setzt andere Prioritäten144
1 2 3 4 L4 5 2 4 6 8 10 L2 3 6 L3 9 12 15 4 8 12 L1 16 20 5 10 15 20 25 1 1 2 2 3 3 4 4 5 5 Schadensausmaß (S) → Eintrittswahrscheinlichkeit (EW) → Zahl oben rechts = Risikowert EW × S · dunkel/rot: hoch (≥ 12) · mittel: 6–11 · hell/grün: gering (≤ 5)
Abb. A-5: Risikomatrix mit den Beispielrisiken L1–L4 (Skalen 1 = sehr gering … 5 = sehr hoch)

Strategien zur Risikobehandlung

StrategieIdeeBeispiel „LeseKompass“
VermeidenUrsache beseitigen bzw. die riskante Tätigkeit gar nicht durchführenauf die noch unerprobte Beta-Version des Bibliothekssystems verzichten
Vermindern (mindern)Eintrittswahrscheinlichkeit senken (vorbeugend) oder Schadensausmaß begrenzenSchnittstelle früh mit Testdaten prüfen (EW ↓); Fallback: Verbuchung weiter an der Theke (S ↓)
Übertragen (abwälzen)Risiko vertraglich oder durch Versicherung auf Dritte verlagernVertragsstrafe mit dem Hersteller vereinbaren; Terminals mit Vor-Ort-Service mieten
Akzeptieren (tragen)bewusst in Kauf nehmen, wenn das Risiko gering oder die Maßnahme teurer als der mögliche Schaden ist; ggf. Puffer/RisikobudgetWechsel des Dezernenten (L4) wird beobachtet

Zusätzlich unterscheidet man präventive Maßnahmen (vor Eintritt, wirken auf die EW) und korrektive Maßnahmen bzw. Notfallpläne (nach Eintritt, begrenzen den Schaden). Nach einer Maßnahme wird das Restrisiko neu bewertet.

Risikokategorietypische Risiken in IT-Projekten
technischneue Technologie, Schnittstellen, Performance, Sicherheitslücken, Datenmigration
personellAusfall oder Kündigung von Schlüsselpersonen, fehlendes Know-how, Überlastung
organisatorischunklare oder sich ändernde Anforderungen, fehlende Entscheidungen, schlechte Kommunikation, Zuständigkeiten unklar
wirtschaftlichFehlschätzung, Budgetkürzung, Kostenüberschreitung
extern / rechtlichLieferverzug von Zulieferern, Gesetzesänderung, Datenschutzverstoß, Insolvenz eines Lieferanten
AkzeptanzNutzer lehnen das System ab oder nutzen es nicht wie geplant
Typische Fallen
So wird es in der Prüfung gefragt

PM-05 · Klassische Vorgehensmodelle und Prototyping Wahrscheinlich

Vorkommen: 3/9 · Prüfungen: S22, W24, W25 (zusätzlich Prototyping in W25 T1 A3c)

Vorgehensmodelle lassen sich in zwei Kategorien einteilen: klassische (sequenzielle, plangetriebene) Modelle wie Wasserfall- und V-Modell und agile (iterativ-inkrementelle) Vorgehensweisen wie Scrum, Kanban oder Extreme Programming. Dazwischen liegen iterative Modelle (Spiralmodell, inkrementelles Modell, Prototyping) und hybride Ansätze.

Wasserfallmodell

Die Phasen laufen nacheinander ab; jede endet mit einem Ergebnisdokument (Meilenstein), das die nächste Phase freigibt.

Vorteile: klare Struktur, gut planbar (Termine, Kosten, Festpreis), gut dokumentiert, einfach zu steuern; geeignet bei stabilen, vollständig bekannten Anforderungen (z. B. gesetzlich vorgegebene Formate).

Nachteile: Anforderungen müssen zu Beginn vollständig bekannt sein; Fehler werden erst spät im Test entdeckt; Änderungen sind teuer; der Kunde sieht ein lauffähiges Ergebnis erst am Ende.

AnalyseLasten-/Pflichtenheft EntwurfEntwurfsdokument ImplementierungProgrammcode TestTestprotokoll Einführung/BetriebAbnahmeprotokoll
Abb. A-6: Wasserfallmodell (gestrichelt: Rücksprung nur in die vorige Phase)

V-Modell

Das V-Modell erweitert den Wasserfall um eine Teststufe für jede Entwurfsstufe. Links wird von grob nach fein spezifiziert, rechts von fein nach grob getestet. Die Testfälle werden schon in der jeweiligen Entwurfsphase festgelegt. In Deutschland ist das V-Modell XT Standard für IT-Projekte des Bundes.

Anforderungsdefinition Funktionaler Systementwurf Technischer Systementwurf Komponentenspezifikation Programmierung Komponententest Integrationstest Systemtest Abnahmetest Validierung: richtiges Produkt für den Kunden? Verifikation gegen die Spezifikation Verifikation
Abb. A-7: V-Modell – jede Entwurfsstufe links hat ihre Teststufe rechts
Teststufeprüft …gegen …
Komponententest (Modul-/Unit-Test)einzelne Klassen/Methoden isoliert, meist durch EntwicklerKomponentenspezifikation
IntegrationstestZusammenspiel der Komponenten und Schnittstellentechnischen Systementwurf (Architektur)
SystemtestGesamtsystem in einer produktionsnahen Testumgebung, funktional und nicht-funktional, durch Testteamfunktionalen Systementwurf / Pflichtenheft
AbnahmetestEignung für den Einsatzzweck durch den Auftraggeber, mit echten AbläufenAnforderungsdefinition / Lastenheft

Verifikation: Wird das Produkt richtig gebaut (entspricht es der Spezifikation)? Validierung: Wird das richtige Produkt gebaut (erfüllt es den Zweck des Kunden)?

Spiralmodell, inkrementell, iterativ

Das Spiralmodell (Boehm) ist risikogetrieben: Das Projekt durchläuft mehrere Zyklen; jeder Zyklus hat vier Quadranten (Abb. A-8). Vor jeder Entwicklung werden die größten Risiken analysiert und z. B. mit Prototypen reduziert. Geeignet für große, riskante Vorhaben; Nachteil: hoher Planungs- und Steuerungsaufwand.

Inkrementell: Das Produkt wird in Ausbaustufen geliefert; jede Stufe ist nutzbar und erweitert den Funktionsumfang (Katalog → Ausleihkonto → Mahnwesen).

Iterativ: Ein Ergebnis wird in wiederholten Durchläufen verfeinert und verbessert. Scrum ist iterativ und inkrementell.

1 Ziele, Alternativen und Rahmen festlegen 2 Risiken analysieren, Prototyp bauen 3 Entwickeln und testen 4 Review, nächsten Zyklus planen
Abb. A-8: Spiralmodell – jeder Umlauf durchläuft die vier Quadranten

Prototyping

Ein Prototyp ist ein früh erstelltes, vereinfachtes Modell des Systems (klickbar oder lauffähig), mit dem Anforderungen geklärt oder die technische Machbarkeit geprüft werden.

Funktionen der App SucheKontoVerlängernVormerkenMahnung Benutzungsoberfläche Anwendungslogik Daten / Schnittstellen horizontaler Prototyp (alle Masken, keine Logik) vertikaler Prototyp („Durchstich“)
Abb. A-9: Horizontaler Prototyp (eine Schicht in voller Breite) und vertikaler Prototyp (eine Funktion durch alle Schichten)
ArtMerkmalsinnvoll, wenn …
horizontaleine Schicht in voller Breite, meist die Oberfläche (Mockup, Klick-Dummy) ohne echte LogikBedienung, Abläufe und Masken mit Nutzern abgestimmt werden sollen
vertikalein schmaler Funktionsausschnitt vollständig durch alle Schichten (Oberfläche → Logik → Datenbank/Schnittstelle)technische Machbarkeit, Performance oder eine Schnittstelle früh geprüft werden sollen
Wegwerf-Prototyp (Rapid Prototyping)wird nach der Klärung verworfen; schnell, ohne Qualitätsanspruchnur Anforderungen oder Ideen geklärt werden sollen (explorativ)
evolutionärer Prototypwird schrittweise zum Endprodukt ausgebaut; muss von Beginn an sauber entwickelt werdenAnforderungen sich erst im Laufe der Nutzung ergeben
experimenteller Prototypprüft eine technische Lösung (Architektur, Bibliothek)technisches Neuland betreten wird

Vorteile: frühes Feedback der Nutzer, Missverständnisse werden früh erkannt, Nutzer werden eingebunden (Akzeptanz), Risiken sinken. Nachteile/Risiken: zusätzlicher Aufwand; der Kunde hält den Prototyp für fast fertig (falsche Erwartungen an Termin und Kosten); Wegwerf-Code wird aus Zeitdruck doch übernommen; Dokumentation wird vernachlässigt.

Das passende Vorgehen wählen

Einfachklassisch Kompliziertklassisch oder hybrid Komplexagil (Scrum) Chaotischausprobieren,Prototypen bekanntunbekannt Technologie / Lösungsweg klarunklar Anforderungen
Abb. A-10: Stacey-Matrix

Die Stacey-Matrix ordnet ein Vorhaben danach ein, wie klar die Anforderungen und wie bekannt Technologie bzw. Lösungsweg sind:

  • einfach (beides klar) → klassisch planen,
  • kompliziert (eines davon unsicher, aber mit Expertenwissen planbar) → klassisch oder hybrid,
  • komplex (Anforderungen ändern sich, Lösung muss gefunden werden) → agil,
  • chaotisch (beides unklar) → erst ausprobieren, Prototypen.

Beispiel: Der Austausch der Etikettendrucker in der Bibliothek (Standardgeräte, Anforderungen klar, Technik bekannt) ist „einfach“ und lässt sich klassisch durchplanen. Ein KI-gestützter Leseempfehlungsdienst (niemand weiß genau, was Leser sich wünschen; Technik für das Team neu) liegt zwischen „komplex“ und „chaotisch“ → erst Prototypen, dann agil. Werden in einem Projekt Teile unterschiedlich eingeordnet, bietet sich ein hybrides Vorgehen an.

Aspektklassisch (plangetrieben)agil
Planungzu Beginn vollständig und detailliert für das ganze Projektgrobe Gesamtplanung, Detailplanung rollierend je Iteration
Anforderungenzu Beginn vollständig erhoben, im Lasten-/Pflichtenheft festgeschriebenentstehen und ändern sich laufend, im Product Backlog gepflegt und priorisiert
Änderungennur über formalen Change Request, oft teuerwillkommen; Backlog wird neu priorisiert, wirksam ab dem nächsten Sprint
Kundenbeteiligungvor allem zu Beginn (Anforderungen) und am Ende (Abnahme)kontinuierlich, z. B. in jedem Sprint Review
Auslieferungein Ergebnis am Projektenderegelmäßig nutzbare Inkremente
Dokumentationumfangreich, phasenbezogenso viel wie nötig
SteuerungProjektleitung plant und verteilt Aufgabenselbstorganisiertes Team, Product Owner, Scrum Master
Risikenwerden oft spät sichtbar (Test am Ende)werden durch kurze Zyklen früh sichtbar
Typische Fallen
So wird es in der Prüfung gefragt

PM-06 · Change-Management und Akzeptanz Sonstige

Vorkommen: 3/9 · Prüfungen: S22, S23, W23 · eng verwandt mit der Stakeholder-Analyse (PM-01)

Neue Software verändert Arbeitsabläufe – Widerstand der Betroffenen ist normal und meist berechtigt aus deren Sicht. Ziel des Change-Managements: Betroffene zu Beteiligten machen, damit das System später wirklich genutzt wird.

Befürchtungpassende Maßnahmen
Arbeitsplatzverlust, Stellenabbauklare, verbindliche Aussage der Leitung (z. B. keine betriebsbedingten Kündigungen); neue Aufgaben aufzeigen; Qualifizierung/Umschulung anbieten; Betroffene in die Gestaltung der neuen Abläufe einbeziehen
Überforderung durch neue TechnikSchulungen nach Kenntnisstand in kleinen Gruppen; Übungsumgebung; Key-User/Paten als Ansprechpartner vor Ort; Hotline; Zeit zum Lernen einplanen
Überwachung, LeistungskontrolleBetriebs-/Personalrat früh einbinden; Vereinbarung über Zweck und Auswertungsverbot; offenlegen, welche Daten gespeichert werden und wer sie sieht
Mehrarbeit in der Umstellungrealistische Zeitpläne, vorübergehende Entlastung, Parallelbetrieb kurz halten
Kompetenz- und StatusverlustErfahrene als Key-User oder Fachexperten ins Projekt holen; ihr Wissen fließt in die Anforderungen ein
Unsicherheit, Gerüchtefrühe, offene und regelmäßige Information: Warum? Was ändert sich für mich? Wann?
KI-spezifisch: Fehlentscheidungen, „Black Box“Mensch behält die Entscheidung; Vorschläge nachvollziehbar machen; erst Pilot, dann Ausweitung
Formen von Widerstandverbal (Worte)nonverbal (Verhalten)
offen (aktiv)Widerspruch, Gegenargumente, BeschwerdenAufregung, Unruhe, Proteste
verdeckt (passiv)Ausweichen, Bagatellisieren, GerüchteLustlosigkeit, Dienst nach Vorschrift, Fehlzeiten, neues System „vergessen“

Betriebsrat: Bei der Einführung technischer Einrichtungen, die dazu geeignet sind, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen, hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Ohne seine Zustimmung darf das System nicht eingeführt werden. Ergebnis ist meist eine Betriebsvereinbarung (Zweck, gespeicherte Daten, Zugriffsrechte, Auswertungsverbot, Löschfristen). Im öffentlichen Dienst übernimmt der Personalrat diese Rolle.

Workshop gegen Widerstände – mögliche Ziele: über Ziele, Gründe und Nutzen informieren; die Folgen des Status quo bewusst machen; Erwartungen und Befürchtungen sammeln und ernst nehmen; Betroffene an der Gestaltung beteiligen; Befürworter, Unentschlossene und Gegner erkennen; Befürworter als Multiplikatoren stärken; konkrete nächste Schritte vereinbaren.

Pilotbetrieb mit einer kleinen Gruppe: Vorteile – Erfahrungen unter realen Bedingungen, Fehler vor dem flächendeckenden Start beheben, Erfolgsbeispiele und Multiplikatoren, begrenztes Risiko. Nachteile – zeitweise Doppelstrukturen, Pilotgruppe evtl. nicht repräsentativ, längere Gesamtdauer.

Konflikte lösen: Ursache klären (Sach-, Beziehungs-, Ziel-, Verteilungs- oder Rollenkonflikt); früh das persönliche Gespräch suchen; Interessen statt Positionen betrachten („Was brauchen Sie, damit …?“); gemeinsame Lösung (Win-win) statt Machtwort; bei Bedarf neutrale Moderation; Eskalation an die Leitung erst als letzter Schritt. Beispiel: Eine Thekenkraft der Bibliothek fürchtet, durch die Selbstverbuchung überflüssig zu werden → Gespräch mit der Leitung, verbindliche Zusage, neue Rolle in Leseberatung und Veranstaltungen, Schulung dafür.

So wird es in der Prüfung gefragt

PM-07 · Kosten, Make-or-Buy, Nutzwertanalyse Sonstige ↓

Vorkommen: 2/9 · Prüfungen: S22 (Make-or-Buy), S23 (Kostenarten) · klassische Kalkulation spielt laut Themenanalyse kaum eine Rolle, die Begriffe sollte man trotzdem sicher können

Kostenarten im Projekt

KostenartBeispiel „LeseKompass“Art
Personalkosten (intern)Arbeitszeit der Bibliothekarinnen im Projektteam und bei Testseinmalig
Fremdleistungen (extern)Entwicklung durch den IT-Dienstleister, Beratungeinmalig
Sachkosten / HardwareSelbstverbuchungsterminals, RFID-Etiketten, Servereinmalig
LizenzkostenSchnittstellenmodul des Bibliothekssystems (Kauf) oder Abo eines Push-Diensteseinmalig oder laufend
SchulungskostenTrainer, Arbeitszeit der Teilnehmenden, Unterlageneinmalig
Reise- und KommunikationskostenFahrten zum Hersteller, Videokonferenzlizenzeneinmalig
Betriebs- und WartungskostenHosting, Support-Vertrag, Updates, Wartung der Terminalslaufend
Gemeinkostenanteilige Raum-, Verwaltungs- und IT-Kostenlaufend/anteilig

Einmalige Kosten fallen für die Einführung an (Investition), laufende Kosten jedes Jahr für den Betrieb. Außerdem unterscheidet man Einzelkosten (direkt dem Projekt zurechenbar) und Gemeinkosten (nur anteilig über Zuschläge).

Einfache Projektkalkulation

Personalkosten = Aufwand × Stundensatz. Ein Personentag (PT) hat in der Regel 8 Stunden. Ein Stundensatz enthält neben dem Lohn auch Lohnnebenkosten, Gemeinkosten und – bei Dienstleistern – einen Gewinnzuschlag.

PositionRechnungBetrag
Entwicklung (Dienstleister)3 Entwickler × 25 PT × 8 h × 80 €/h48.000 €
Projektleitung20 PT × 8 h × 95 €/h15.200 €
Selbstverbuchungsterminals4 × 4.500 €18.000 €
Schulung des Personals12 Personen × 3 h × 30 €/h1.080 €
einmalige Kosten gesamt82.280 €
Hosting und Wartung300 €/Monat × 123.600 €/Jahr

Make-or-Buy

Bei Make-or-Buy wird entschieden, ob eine Leistung selbst erstellt (Eigenentwicklung, „Make“) oder eingekauft wird (Standardsoftware, fertige Komponente oder Fremdvergabe an einen Dienstleister, „Buy“).

VorteileNachteile
Make
(Eigenentwicklung)
passt genau zu den Anforderungen; Know-how bleibt im Haus; keine Abhängigkeit von einem Anbieter; keine Lizenzkosten; ggf. Wettbewerbsvorteilhohe Entwicklungskosten und -dauer; bindet eigene Kapazität; Risiko bei fehlendem Know-how; Wartung und Weiterentwicklung selbst tragen
Buy
(Kauf / Fremdvergabe)
schneller verfügbar; oft günstiger, da Kosten auf viele Kunden verteilt; erprobt; Spezialwissen des Anbieters; Updates/Wartung durch Anbieter; Risiken teilweise übertragenAbhängigkeit vom Anbieter (Lock-in); begrenzt anpassbar; laufende Lizenzkosten; Daten evtl. beim Anbieter (Datenschutz); Know-how fehlt im eigenen Haus; Abstimmungsaufwand

Nutzwertanalyse

Mit der Nutzwertanalyse vergleicht man Alternativen auch anhand nicht in Geld messbarer Kriterien. So gehst du vor:

  1. Kriterien festlegen (K.-o.-Kriterien vorher prüfen: Wer sie nicht erfüllt, scheidet aus).
  2. Kriterien gewichten – Summe der Gewichte = 100 %.
  3. Jede Alternative je Kriterium mit Punkten bewerten (z. B. 1–10).
  4. Teilnutzen = Gewicht × Punkte; alle Teilnutzen addieren = Nutzwert.
  5. Rangfolge bilden und Entscheidung begründen (bei knappen Ergebnissen: Sensitivität prüfen).
Kriterium (Hosting-Anbieter)GewichtX PunkteX gewichtetY PunkteY gewichtetZ PunkteZ gewichtet
Preis40 %62,493,672,8
Datenschutz / Standort EU30 %92,741,282,4
Support20 %71,461,251,0
Skalierbarkeit10 %50,580,860,6
Nutzwert100 %7,06,86,8

X gewinnt knapp, obwohl Y am günstigsten ist. Stärke der Methode: qualitative Kriterien werden vergleichbar und die Entscheidung ist dokumentiert. Schwäche: Gewichte und Punkte sind subjektiv; kleine Unterschiede (7,0 zu 6,8) täuschen Genauigkeit vor.

Amortisationsrechnung (statisch)

Amortisationsdauer = einmalige Investition ÷ jährlicher Rückfluss, wobei Rückfluss = jährliche Einsparungen bzw. Mehrerlöse − laufende Kosten des neuen Systems.

Beispiel: Investition 82.280 €, Einsparungen 28.000 €/Jahr, laufende Kosten 3.600 €/Jahr → Rückfluss 24.400 €/Jahr → 82.280 € ÷ 24.400 €/Jahr ≈ 3,37 Jahre (≈ 3 Jahre und 5 Monate). Kumuliert: nach Jahr 1 −57.880 €, nach Jahr 2 −33.480 €, nach Jahr 3 −9.080 €, nach Jahr 4 +15.320 €.

Die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer (Total Cost of Ownership, TCO) = einmalige Kosten + Nutzungsjahre × laufende Kosten. Sie sind fairer als ein reiner Vergleich der Anschaffungspreise.

Typische Fallen
So wird es in der Prüfung gefragt

PM-08 · Netzplan Sonstige ⚠

Vorkommen: 1/9 · Prüfung: S26 (T1 A1c–e, 19 Punkte) · einmalig, aber in der letzten Prüfung und sehr punktreich – unbedingt können

Ein Vorgangsknotennetzplan stellt die Vorgänge eines Projekts als Knoten (Kästchen) und ihre Abhängigkeiten als Pfeile dar. Daraus ergeben sich die Projektdauer, die Puffer jedes Vorgangs und der kritische Pfad. Normalfall ist die Ende-Anfang-Beziehung: Ein Vorgang kann erst beginnen, wenn alle Vorgänger beendet sind.

BegriffBedeutung
FAZ / FEZfrühester Anfangs- bzw. Endzeitpunkt eines Vorgangs
SAZ / SEZspätester Anfangs- bzw. Endzeitpunkt, ohne dass sich das Projektende verschiebt
Gesamtpuffer (GP)Zeit, um die ein Vorgang verschoben oder verlängert werden kann, ohne dass sich das Projektende verschiebt (Nachfolger dürfen dabei in ihren Puffer rutschen)
freier Puffer (FP)Zeit, um die ein Vorgang verschoben oder verlängert werden kann, ohne dass sich der früheste Anfang eines Nachfolgers verschiebt
kritischer VorgangVorgang mit Gesamtpuffer 0 – jede Verzögerung verschiebt das Projektende
kritischer Pfaddurchgehende Folge kritischer Vorgänge vom Start bis zum Ende; seine Länge ist die Projektdauer
FAZ FEZ Nr. Bezeichnung Dauer GP FP SAZ SEZ FAZ = frühester Anfangszeitpunkt FEZ = frühester Endzeitpunkt SAZ = spätester Anfangszeitpunkt SEZ = spätester Endzeitpunkt GP = Gesamtpuffer FP = freier Puffer
Abb. A-11: Aufbau eines Knotens wie in S26 (die Legende steht in der Prüfung dabei – Anordnung immer dort ablesen)

Formeln

Merke: Rechenregeln (Projektstart = Zeitpunkt 0)

Hinweis zur Konvention: Hier (und in S26: A von 0 bis 10, B von 10 bis 25) werden Zeitpunkte gezählt – der Nachfolger beginnt zum selben Zeitpunkt, zu dem der Vorgänger endet. In manchen Lehrbüchern werden stattdessen Tagesnummern verwendet (FAZ = 1, FEZ = FAZ + D − 1, Nachfolger beginnt am Folgetag). Beides ist richtig, solange man es konsequent durchhält; in der Prüfung an die vorgegebenen Knoten anpassen.

So gehst du vor

  1. Vorgangsliste anlegen, falls der Text nur Fließtext ist: Nr. | Dauer | Vorgänger. Signalwörter: „im Anschluss“, „danach“ = Vorgänger; „parallel“, „zeitgleich“ = gleicher Vorgänger; „erst wenn … und …“ = mehrere Vorgänger.
  2. Knoten anordnen von links nach rechts, parallele Vorgänge untereinander; Pfeile vom Vorgänger zum Nachfolger.
  3. Vorwärtsrechnung: FAZ und FEZ für alle Knoten. Bei mehreren Vorgängern das Maximum nehmen.
  4. Projektende = FEZ des letzten Vorgangs (bzw. größter FEZ).
  5. Rückwärtsrechnung: beim letzten Vorgang SEZ = FEZ setzen, dann SAZ, SEZ zurück bis zum Start. Bei mehreren Nachfolgern das Minimum nehmen.
  6. GP und FP für jeden Knoten berechnen.
  7. Kritischen Pfad markieren (alle Knoten mit GP = 0, lückenlos verbunden).
  8. Probe: Startvorgang hat SAZ = 0; kein Puffer ist negativ; FP ≤ GP.

Durchgerechnetes Beispiel: Einführung der Selbstverbuchung

Nr.VorgangDauer (Tage)Vorgänger
AIst-Analyse2–
BTerminals ausschreiben5A
CRFID-Etiketten beschaffen4A
DTerminals liefern und montieren6B
EMedien etikettieren4C
FTest und Schulung3D, E
SchrittRechnung
vorwärtsA: 0 → 2 · B: 2 → 7 · C: 2 → 6 · D: 7 → 13 · E: 6 → 10 · F: FAZ = max(13; 10) = 13 → 16
Ende16 Tage
rückwärtsF: 13 ← 16 · D: 7 ← 13 · E: 9 ← 13 · B: 2 ← 7 · C: SEZ = SAZ(E) = 9 → SAZ 5 · A: SEZ = min(2; 5) = 2 → SAZ 0
PufferC: GP = 5 − 2 = 3, FP = FAZ(E) − FEZ(C) = 6 − 6 = 0 · E: GP = 9 − 6 = 3, FP = 13 − 10 = 3 · alle anderen 0
A Ist-Analyse 2 0 2 0 2 0 0 B Terminals ausschreiben 5 2 7 2 7 0 0 C RFID-Etiketten beschaffen 4 2 6 5 9 3 0 D Terminals liefern und montieren 6 7 13 7 13 0 0 E Medien etikettieren 4 6 10 9 13 3 3 F Test und Schulung 3 13 16 13 16 0 0
Abb. A-12: Vollständiger Netzplan – kritischer Pfad A → B → D → F (16 Tage) dick/rot markiert

Warum hat C einen Gesamtpuffer von 3, aber keinen freien Puffer? Verzögert sich C, beginnt E sofort später (FP = 0). Weil E selbst 3 Tage Luft bis zum Start von F hat, bleibt das Projektende trotzdem bei 16 – bis zu 3 Tage Verzögerung von C „verbrauchen“ den Puffer von E mit. C und E teilen sich also denselben Puffer.

Auswirkungen von Verzögerungen

Verzögerung eines Vorgangs um v TageFolge
v ≤ FPkeine Auswirkung auf Nachfolger und Projektende
FP < v ≤ GPNachfolger verschieben sich, das Projektende nicht
v > GPProjektende verschiebt sich um v − GP; der kritische Pfad kann sich ändern
kritischer Vorgang (GP = 0)Projektende verschiebt sich um die volle Verzögerung

Beispiel: E dauert 2 Tage länger → 2 ≤ FP (3) → keine Auswirkung. C dauert 4 Tage länger → 4 > GP (3) → Projektende 17; neuer kritischer Pfad A → C → E → F, B und D haben jetzt 1 Tag Puffer.

Projektdauer verkürzen: Nur die Beschleunigung kritischer Vorgänge verkürzt das Projekt – durch mehr Personal, Überstunden (Kosten ↑), Parallelisieren bzw. Überlappen von Vorgängen (Risiko ↑) oder weniger Umfang. Danach kann ein anderer Pfad kritisch werden.

Gantt-Diagramm (Balkenplan)

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Zeitpunkt (Tag) A Ist-Analyse B Terminals ausschreiben C RFID-Etiketten beschaffen D Terminals liefern/montieren E Medien etikettieren F Test und Schulung kritischer Vorgang nicht kritischer Vorgang Gesamtpuffer
Abb. A-13: Dieselben Vorgänge als Gantt-Diagramm (früheste Lage, schraffiert: Gesamtpuffer)

Das Gantt-Diagramm zeigt Vorgänge als Balken auf einer Zeitachse. Es ist für Termine und Auslastung anschaulicher, Abhängigkeiten sieht man aber schlechter als im Netzplan (sie können durch Pfeile ergänzt werden). Meilensteine werden als Raute (Dauer 0) eingezeichnet.

Typische Fallen
So wird es in der Prüfung gefragt

PM-09 · Machbarkeitsanalyse Sonstige ⚠

Vorkommen: 1/9 · Prüfung: W25 (T1 A1a, 8 Punkte)

Eine Machbarkeitsanalyse (Machbarkeitsstudie) wird vor dem eigentlichen Projektstart durchgeführt, meist in der Initialisierungsphase. Sie prüft, ob ein Vorhaben unter den gegebenen Bedingungen realisierbar und sinnvoll ist, und endet mit einer Empfehlung: durchführen, mit Änderungen durchführen oder nicht durchführen. So werden „No-Gos“ erkannt, bevor viel Geld ausgegeben ist.

KriteriumLeitfragePrüfpunkte am Beispiel „24-Stunden-Abholstation“ der Bibliothek
technischIst es mit verfügbarer Technik und vorhandenem Know-how umsetzbar?Gibt es Abholschränke mit Schnittstelle zum Bibliothekssystem? Strom/Netz am Standort? Erfahrung des Teams?
wirtschaftlichIst es finanzierbar und lohnt es sich?Anschaffung 40.000 € vs. Budget; laufende Kosten; erwartete Mehrausleihen; Amortisation
rechtlichIst es rechtlich zulässig?Datenschutz (Videoüberwachung der Station?), Vergaberecht (öffentliche Ausschreibung), Haftung bei Diebstahl, Barrierefreiheit
organisatorisch / personellPasst es zu Abläufen, Personal und Kultur?Wer befüllt die Station täglich? Reichen Personal und Qualifikation? Zustimmung des Personalrats?
zeitlichIst der gewünschte Termin realistisch?Lieferzeit der Schränke 16 Wochen – Eröffnung zum Sommerferienbeginn noch möglich?

Manchmal werden zusätzlich ökologische oder soziale Machbarkeit genannt. Andere sinnvolle Kriterien werden in der Regel akzeptiert, wenn sie gut erläutert sind.

Merke: Antwortschema für „Benennen und erläutern Sie zwei Kriterien (8 P)“Je Kriterium etwa 4 Punkte: Name des Kriteriums + was geprüft wird (Leitfrage) + konkreter Bezug zum Projekt (welche Fakten, welche Gefahr) + ggf. wie man es prüft (Kosten-Nutzen-Rechnung, Prototyp, Rechtsberatung).
So wird es in der Prüfung gefragtW25 T1 A1a (8 P): Für ein Online-Reservierungssystem bei einer Machbarkeitsanalyse mitwirken – zwei Kriterien benennen und erläutern.

PM-10 · Nutzen eines Systems beschreiben Sonstige

Vorkommen: 1/9 · Prüfung: S24 (T1 A1a, 8 Punkte)

Der Nutzen begründet, warum sich ein Projekt lohnt (Projektbegründung, Business Case). Er sollte je Zielgruppe beschrieben werden, denn Leserinnen, Personal und Leitung haben unterschiedliche Vorteile.

NutzendimensionBeispiel „LeseKompass“
ZeitAusleihe ohne Warteschlange; Verlängern ohne Anruf
Kostenweniger Routinearbeit an der Theke; Porto für Mahnbriefe entfällt durch Push-Nachrichten
Qualitätweniger Verbuchungsfehler; aktuelle Bestandsdaten
Erreichbarkeit / VerfügbarkeitKonto, Suche und Vormerken rund um die Uhr, auch mobil
Service / ZufriedenheitErinnerung vor Fristablauf; personalisierte Empfehlungen
Transparenz / SteuerungStatistiken zu Ausleihen und Nachfrage als Grundlage für den Medienkauf
Image / Marketingmoderne, digitale Bibliothek; neue, junge Zielgruppen
Nachhaltigkeitweniger Papier (Quittungen, Mahnbriefe), weniger Wege

Quantitativer Nutzen lässt sich in Zahlen oder Geld ausdrücken (eingesparte Stunden, Euro, Fehlerquote), qualitativer Nutzen nur beschreiben oder schwer messen (Zufriedenheit, Image, Motivation, bessere Entscheidungsgrundlage). Man unterscheidet außerdem direkten (unmittelbar durch das System) und indirekten Nutzen (Folgewirkung, z. B. bessere Kundenbindung).

Zeitersparnis in Geld umrechnen: Anzahl Vorgänge × eingesparte Minuten ÷ 60 × Stundensatz. Beispiel: 40.000 Ausleihen pro Jahr × 1,5 Minuten = 60.000 Minuten = 1.000 Stunden × 30 €/h = 30.000 € pro Jahr.

Typische Falle: Zeitersparnis ist nicht automatisch GeldersparnisGesparte Arbeitszeit senkt die Kosten nur, wenn tatsächlich weniger bezahlt wird (weniger Überstunden, keine Aushilfen, Stellen werden nicht nachbesetzt). Sonst wird die Zeit für andere Aufgaben genutzt – ein echter, aber indirekter Nutzen. In einer ehrlichen Wirtschaftlichkeitsrechnung trennt man daher zahlungswirksame Einsparungen von kalkulatorischen (bewerteter Zeitgewinn).

Aufbau einer Projektbegründung (Business Case): Ausgangslage/Problem → Ziel → Lösung → Kosten → Nutzen (quantitativ und qualitativ) → Risiken → Wirtschaftlichkeit (z. B. Amortisation) → Empfehlung.

So wird es in der Prüfung gefragtS24 T1 A1a (8 P): Vorteile einer E-Service-Plattform beschreiben (Lösung u. a.: schnelle und sichere Kommunikation, Einsparung von Druck- und Portokosten, Nutzung auf mobilen Geräten, kurzfristige Zusatzinformationen, Marketingplattform). Formuliere jeden Vorteil als „was + für wen + warum“.

B · Belegsatz

Für Projektmanagement legt die IHK keine Notationshilfe bei – alle Informationen stehen in der Ausgangssituation und in den Aufgaben. Sie sind hier als Anlagen gesammelt. Einzige „Notation“: die Legende des Netzplanknotens (Anlage 10), wie sie in S26 bei der Aufgabe stand. Keine Erklärungen.

Anlage 1 · Ausgangssituation

Die Aufgaben dieses Blocks beziehen sich auf die folgende Ausgangssituation:

Die Lindenhof Pflege gGmbH ist ein ambulanter Pflegedienst im ländlich geprägten Landkreis Wiesental mit vier Standorten (Nord, Süd, Ost, West). 160 Beschäftigte, davon 118 Pflegekräfte, versorgen rund 950 Patientinnen und Patienten in deren Wohnungen. Tourenpläne werden bisher in einer Tabellenkalkulation erstellt und ausgedruckt. Die Pflegekräfte dokumentieren ihre Leistungen auf Papierformularen; die Verwaltung überträgt diese Leistungsnachweise am Monatsende von Hand in die Abrechnungssoftware CareBill, mit der gegenüber den Pflegekassen abgerechnet wird.

Die Kranich Softwarehaus GmbH wurde beauftragt, die Lösung „PflegeMobil“ zu entwickeln und einzuführen:

Sie sind Auszubildende/r zum Fachinformatiker/zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung bei der Kranich Softwarehaus GmbH und arbeiten im Projektteam mit.

Projektsteckbrief (Auszug aus dem Projektauftrag)
AuftraggeberLindenhof Pflege gGmbH, vertreten durch die Geschäftsführerin Dr. Marion Esser
AuftragnehmerKranich Softwarehaus GmbH, Projektleiter Tobias Wendt
Laufzeit01.02.2027 bis 30.11.2027 · Pilotbetrieb am Standort Nord ab Juli 2027 · Go-Live aller Standorte am 01.11.2027
Budget420.000 € (einmalige Kosten inkl. Hardware und Schulung); Vergütung Kranich als Festpreis
Projektziele(1) Zeitaufwand der Pflegekräfte für die Dokumentation um mindestens 30 % senken · (2) Abrechnung des Vormonats bis zum 5. Werktag statt bisher bis zum 15. Werktag · (3) Anteil fehlerhafter Leistungsnachweise in der Abrechnung von ca. 4 % auf unter 0,5 % senken · (4) papierlose Dokumentation an allen vier Standorten
Vorgehenhybrid: Scrum für App und Webportal (Sprints à 2 Wochen); klassische Planung für Hardware, CareBill-Schnittstelle und Rollout
Projektteam KranichProjektleiter; Product Owner Jana Krüger (stimmt sich eng mit der Pflegedienstleitung ab); Scrum Master; 4 Entwickler/innen, davon eine Android-Spezialistin; 1 Testerin; 1 UX-Designerin; Sie als Auszubildende/r

Anlage 2 · Beteiligte und Betroffene (Auszug aus Gesprächsnotizen der Projektleitung)

Person / GruppeNotizen
Dr. Marion Esser, Geschäftsführerin LindenhofWill die Abrechnung beschleunigen (Liquidität) und Verwaltungskosten senken; möchte als moderner Arbeitgeber Pflegekräfte gewinnen. Gibt das Budget frei. Sorge: „Wenn das Projekt teurer wird oder die Umstellung den laufenden Betrieb stört, haben wir ein echtes Problem.“
Sabine Hartmann, Pflegedienstleitung (PDL) aller StandorteWünscht sich eine schnelle Tourenplanung und eine lückenlose, prüfsichere Dokumentation für Prüfungen durch den Medizinischen Dienst. Entscheidet fachlich über die Anforderungen. „Ich habe neben dem Tagesgeschäft kaum Zeit für Projekttermine.“
Pflegekräfte (118, viele in Teilzeit, Alter 19–63 Jahre)Aussagen aus der Mitarbeiterversammlung am 20.01.2027:
„Wenn jede Minute im Tablet steht, werden wir bald mit der Stoppuhr kontrolliert.“
„Ich habe noch nie mit einem Tablet gearbeitet. Was ist, wenn ich etwas falsch eintippe und die Abrechnung nicht stimmt?“ (Pflegekraft, 61 Jahre)
„Bei Familie Brandl in Oberwiesental hat man schon jetzt kein Handynetz.“
„Endlich keine Zettel mehr am Wochenende nachtragen!“ (Pflegekraft, 27 Jahre)
Betriebsrat, Vorsitzender Yusuf DemirSieht im System eine technische Einrichtung, mit der Leistung und Verhalten der Beschäftigten überwacht werden können. Verlangt eine Betriebsvereinbarung vor dem Start des Pilotbetriebs. „Ohne unsere Zustimmung geht hier kein Tablet in Betrieb.“
Petra Lange, Verwaltung/Abrechnung (seit 22 Jahren im Unternehmen)Überträgt heute gemeinsam mit einer Kollegin die Papiernachweise in CareBill; kennt alle Abrechnungsregeln der Pflegekassen. „Wenn das alles automatisch geht, braucht man mich hier doch nicht mehr.“
Patientinnen, Patienten und AngehörigeWünschen verlässliche Einsatzzeiten und möglichst immer dieselbe Pflegekraft. Einige ältere Patienten sind skeptisch, auf einem Tablet zu unterschreiben. Angehörige möchten wissen, wann die Pflegekraft kommt.
Externer Datenschutzbeauftragter, Kanzlei RehbergGesundheitsdaten sind besonders geschützt (Art. 9 DSGVO). Fordert eine Datenschutz-Folgenabschätzung, verschlüsselte Speicherung auf den Tablets, Hosting in der EU und ein Rollen- und Rechtekonzept.
Lars Nowak, IT-Administrator Lindenhof (Teilzeit, einziger IT-Mitarbeiter)Sorgt sich, wie er 120 Tablets betreuen soll. Fordert eine zentrale Geräteverwaltung (MDM).
CareBill Software AG, Hersteller der AbrechnungssoftwareStellt die Importschnittstelle gegen Gebühr bereit und möchte ein eigenes Zusatzmodul verkaufen. Eine Testumgebung wird nur mit sechs Wochen Vorlauf eingerichtet.
Geschäftsleitung KranichMöchte PflegeMobil als Referenzprojekt für weitere Pflegedienste nutzen. Sorge wegen des Festpreises: „Jede zusätzliche Anforderung geht bei Festpreis zu unseren Lasten.“

Anlage 3 · Interview-Notizen zur Anforderungserhebung (Januar 2027)

Interview 1 – Sabine Hartmann, Pflegedienstleitung

Interview 2 – Olga Ivanova, Pflegekraft am Standort Ost

Interview 3 – Petra Lange, Abrechnung

Interview 4 – Lars Nowak, IT-Administration

Notiz aus dem Gespräch mit der Geschäftsführung

Anlage 4 · Englischer Fachtext aus dem Team-Wiki der Kranich Softwarehaus GmbH

Writing good user stories – team guideline

A user story is a short, simple description of a feature, told from the perspective of the person who wants it. We use the template “As a <role>, I want <goal> so that <benefit>.” The benefit part is not optional: it explains why the story matters and helps the Product Owner to order the backlog.

Anyone involved in the project may write user stories – developers, testers, designers and even users. However, the Product Owner is accountable for the product backlog and decides in which order the stories are implemented.

A story is not a complete specification. It consists of three parts, often called the three Cs. The Card is the short written text. The Conversation is the discussion between the Product Owner, the developers and the users in which the details are clarified. The Confirmation is a set of acceptance criteria that tell us whether the story has been implemented correctly.

Acceptance criteria belong to one single story and describe the expected behaviour from the user’s point of view. They must not be confused with our Definition of Done, which applies to every backlog item: the code has been reviewed, all automated tests have passed and the change has been deployed to the test system.

Good stories follow the INVEST criteria: Independent, Negotiable, Valuable, Estimable, Small and Testable. A story that is too large to be finished within one sprint is called an epic and must be split into smaller stories before sprint planning.

We estimate stories in story points, not in hours. Story points express the size of a story relative to other stories, taking effort, complexity and uncertainty into account. The whole development team estimates together using Planning Poker, so that different views are discussed early and a shared understanding develops.

Anlage 5 · Risiko-Workshop vom 10.02.2027 (Protokoll-Auszug)

Bewertungsskalen: Eintrittswahrscheinlichkeit (EW) 1 = sehr gering (unter 10 %) · 2 = gering · 3 = mittel · 4 = hoch · 5 = sehr hoch (über 70 %). Schadensausmaß (S) 1 = unbedeutend · 2 = gering · 3 = spürbar · 4 = schwer · 5 = gefährdet den Projekterfolg.
Risikowert RW = EW × S. RW ≥ 12: hoch – sofort Maßnahmen, Bericht an den Lenkungsausschuss · RW 6–11: mittel – Maßnahmen planen · RW ≤ 5: gering – beobachten.

Nr.gesammeltes RisikoEWS
R1Die CareBill Software AG stellt die Testumgebung nicht rechtzeitig bereit (sechs Wochen Vorlauf); der Integrationstest verzögert sich.34
R2Lieferengpass bei den Tablets (Lieferzeit derzeit 6–10 Wochen).23
R3In ländlichen Gebieten fehlt Mobilfunkempfang; bei der späteren Synchronisation entstehen Datenkonflikte oder Datenverluste.44
R4Die einzige Android-Spezialistin im Team fällt längere Zeit aus oder kündigt.25
R5Die Betriebsvereinbarung ist zum Start des Pilotbetriebs nicht abgeschlossen.35
R6Pflegekräfte dokumentieren weiterhin zusätzlich auf Papier (Doppelarbeit, Ziel 4 verfehlt).33
R7Ein Tablet mit Patientendaten geht verloren oder wird gestohlen (Datenschutzverstoß).25

Anlage 6 · Kosten- und Angebotsdaten

a) Aufwandsschätzung Kranich (Grundlage des Festpreises; Stundensätze einschließlich Gemeinkosten und Gewinnzuschlag)

RolleAufwand (Stunden)Stundensatz
Projektleitung32095 €
Entwicklung (App, Webportal, Schnittstelle)2.40085 €
UX-Design24080 €
Test48075 €
Auszubildende/r30030 €

b) Weitere Kosten bei der Lindenhof Pflege gGmbH

c) Modul „automatische Tourenvorschläge“ – drei Varianten (Entscheidung der Kranich Softwarehaus GmbH, Stundensatz Entwicklung 85 €)

VarianteBeschreibungKosten
A EigenentwicklungKranich entwickelt den Algorithmus selbst. Das Team hat noch keine Erfahrung mit Routenoptimierung. Einsatzbereit in ca. 4 Monaten.600 h Entwicklung; Pflege ca. 60 h pro Jahr
B Komponente „RouteMaster SDK“Kauf einer Programmbibliothek eines deutschen Anbieters; läuft auf dem eigenen Server im EU-Rechenzentrum. Einsatzbereit in ca. 6 Wochen.Lizenz 9.500 € einmalig + 4.800 € pro Jahr; Integration 120 h
C Cloud-Dienst „OptiRoute API“Webdienst eines Anbieters mit Servern in den USA; Patientenadressen werden zur Berechnung übertragen. Einsatzbereit in ca. 4 Wochen.Abo 650 € pro Monat; Integration 80 h
Bewertung des Projektteams (Punkte 1 = sehr schlecht … 10 = sehr gut)
KriteriumGewichtABC
Kosten über 5 Jahre30 %398
Datenschutz / Rechtssicherheit25 %982
Zeit bis zur Einsatzbereitschaft15 %389
Anpassbarkeit an Anforderungen15 %1064
Unabhängigkeit vom Anbieter15 %1053

Anlage 7 · Ist-Daten und Erwartungen für die Nutzenbetrachtung (erhoben im Januar 2027)

Bereichheute (Papier)mit PflegeMobil (erwartet)
Einsätze pro Jahrca. 260.000
Dokumentation je Einsatz4,0 Minuten2,5 Minuten
interner Kostensatz Pflegekraft32 € pro Stunde
Übertragung der Nachweise in CareBill2 Mitarbeiterinnen mit zusammen 120 Stunden pro Monat20 Stunden pro Monat für Kontrolle und Korrekturen
interner Kostensatz Verwaltung28 € pro Stunde
Formulare, Druck, Papier, Archivordner7.800 € pro Jahrentfällt
Lagerraum für Papierakten (Miete)2.400 € pro Jahrentfällt
gefahrene Kilometer der Pflegekräfte1.100.000 km pro Jahr, 0,30 € je km4 % weniger durch bessere Tourenplanung
nicht abrechenbare Leistungen (fehlende oder unleserliche Nachweise)ca. 0,8 % des Jahresumsatzes von 9,5 Mio. €ca. 0,2 %

Hinweis der Geschäftsführung: Durch PflegeMobil soll niemand entlassen werden; frei werdende Zeit der Pflegekräfte soll für die Pflege genutzt werden.

Anlage 8 · Notizen zur Machbarkeitsprüfung „Spracheingabe“ (Phase 2)

Idee: Pflegekräfte diktieren die Pflegedokumentation; eine KI-Spracherkennung wandelt die Sprache in Text um und schlägt die passenden Leistungen vor. Erwarteter Nutzen: eine weitere Minute Zeitersparnis je Einsatz – allerdings nur bei einer Erkennungsrate von mindestens 90 %, sonst frisst der Korrekturaufwand die Ersparnis auf.

BereichFakten
TechnikVariante 1 – Cloud-Dienst „VoxCloud“: Erkennungsrate für Deutsch mit Pflegefachbegriffen ca. 95 %, benötigt durchgehend Internetverbindung, Server in den USA.
Variante 2 – Offline-Erkennung auf dem Tablet (Open-Source-Modell): Erkennungsrate bei Fachbegriffen ca. 82 %; benötigt mindestens 8 GB Arbeitsspeicher – die beschafften Tablets haben 4 GB.
Kranich hat bisher kein Projekt mit Spracherkennung umgesetzt; ein Entwickler hat einen zweitägigen Workshop besucht.
KostenBudget Phase 2: 60.000 €. Variante 1: Entwicklung ca. 25.000 € + Nutzungsgebühr 1.800 € pro Monat. Variante 2: Entwicklung ca. 45.000 € + neue Tablets (120 × 520 €).
RechtDiktate enthalten Gesundheitsdaten (Art. 9 DSGVO). Der Datenschutzbeauftragte lehnt die Verarbeitung auf US-Servern ohne zusätzliche Garantien ab. Aufnahmen können Gespräche von Patienten und Angehörigen mit erfassen.
Organisation / PersonalDer Betriebsrat befürchtet, dass Sprachaufnahmen zur Leistungskontrolle ausgewertet werden, und verlangt eine Erweiterung der Betriebsvereinbarung. Jüngere Pflegekräfte sind begeistert, viele ältere skeptisch. In vielen Wohnungen laufen Fernseher oder Radio.
ZeitPhase 2 soll bis 30.06.2028 abgeschlossen sein. Das Kranich-Team ist bis Ende März 2028 mit einem anderen Projekt ausgelastet; geschätzte Entwicklungsdauer Variante 1: 3 Monate, Variante 2: 5 Monate.

Anlage 9 · Vorgangsliste Teilprojekt „Schnittstelle CareBill“

Zeiteinheit: Arbeitstage. Das Teilprojekt beginnt zum Zeitpunkt 0.

Nr.VorgangDauerVorgänger
ASchnittstellenspezifikation von CareBill auswerten4–
BDatenmodell der Leistungsnachweise festlegen3A
CTestumgebung durch CareBill bereitstellen lassen8A
DExport-Modul entwickeln10B
EPlausibilitätsprüfung der Nachweise entwickeln6B
FTestdaten in der Testumgebung anlegen2C
GIntegrationstest mit CareBill5D, E, F
HAbnahme durch die Abrechnung2G

Anlage 10 · Legende zum Netzplanknoten

FAZ FEZ Nr. Bezeichnung Dauer GP FP SAZ SEZ FAZ = frühester Anfangszeitpunkt FEZ = frühester Endzeitpunkt SAZ = spätester Anfangszeitpunkt SEZ = spätester Endzeitpunkt GP = Gesamtpuffer FP = freier Puffer

Zeiteinheit in allen Netzplänen: Arbeitstage. Der erste Vorgang beginnt zum Zeitpunkt 0.

C · Aufgaben

Alle Aufgaben beziehen sich auf die Ausgangssituation in Anlage 1 (Projekt „PflegeMobil“). Stichwortartige Antworten sind zulässig, sofern nicht ausdrücklich ganze Sätze verlangt werden. Wenn eine bestimmte Anzahl gefordert ist („zwei …“), werden nur so viele Angaben gewertet.

PM-01 · Stakeholder und Projektbegriffe

Aufgabe PM-01.1 ★☆☆ Grundlagen 6 Punkte

Die Geschäftsführerin der Lindenhof Pflege gGmbH fragt, warum PflegeMobil als Projekt mit eigener Projektleitung durchgeführt wird und nicht „nebenbei“ von der Verwaltung.

3 Pa) Begründen Sie anhand von drei Merkmalen eines Projekts, dass es sich bei PflegeMobil um ein Projekt handelt. Belegen Sie jedes Merkmal mit einer Angabe aus Anlage 1.
3 Pb) Die Geschäftsführerin möchte den Go-Live aller Standorte auf den 01.09.2027 vorziehen, ohne das Budget zu erhöhen. Beschreiben Sie mithilfe des magischen Dreiecks, welche Folgen das für das Projekt haben kann.

Grundlagen zu: W24 Teil 1, Aufgabe 1 und S26 Teil 1, Aufgabe 1 (Projektbegriffe, Projekterfolg)

Aufgabe PM-01.2 ★★☆ Anwendung 10 Punkte

Zu Projektbeginn soll eine Stakeholder-Analyse erstellt werden. Grundlage sind die Gesprächsnotizen in Anlage 2.

8 Pa) Ergänzen Sie die Tabelle um vier weitere Stakeholder. Geben Sie jeweils das wichtigste Interesse bzw. die wichtigste Erwartung, den Einfluss auf das Projekt (hoch / mittel / gering) und die Einstellung zum Projekt (positiv / neutral / negativ) an.
StakeholderInteresse / ErwartungEinflussEinstellung
Dr. Marion Esser, Geschäftsführerin Lindenhofschnellere Abrechnung, geringere Verwaltungskosten, attraktiver Arbeitgeberhochpositiv
2 Pb) Der Betriebsrat hat einen hohen Einfluss und ist dem Projekt gegenüber kritisch eingestellt. Beschreiben Sie, wie die Projektleitung entsprechend der Stakeholder-Matrix mit ihm umgehen sollte.

Angelehnt an: W23 Teil 1, Aufgabe 1a (Stakeholder und ihre Interessen in einer Tabelle)

Aufgabe PM-01.3 ★★★ Prüfungsniveau 22 Punkte

Sie unterstützen den Projektleiter Tobias Wendt bei der Vorbereitung und Steuerung des Projekts PflegeMobil.

8 Pa) Für das Projekthandbuch sollen Begriffe erläutert werden. Ergänzen Sie die Tabelle um eine Erläuterung und ein konkretes Beispiel aus dem Projekt PflegeMobil.
BegriffErläuterungBeispiel aus PflegeMobil
Projektauftrag
Kick-off-Meeting
Meilenstein
Lessons Learned
6 Pb) Beschreiben Sie für die drei genannten Stakeholder jeweils eine Befürchtung und eine geeignete Maßnahme (Anlage 2).
StakeholderBefürchtungMaßnahme
Geschäftsführung Lindenhof
Patientinnen und Patienten
Geschäftsleitung Kranich
4 Pc) Beschreiben Sie zwei Aspekte, wie nach dem Projektende geprüft werden kann, ob PflegeMobil erfolgreich war. Beziehen Sie sich auf Anlage 1.
4 Pd) Im Juni 2027 fordert die Pflegedienstleitung, das Angehörigenportal (eigentlich Phase 2) schon zum Go-Live bereitzustellen. Beschreiben Sie, wie diese Anforderung im Rahmen des Change-Request-Managements behandelt wird.

Angelehnt an: W24 Teil 1, Aufgabe 1c (Begriffstabelle), S24 Teil 1, Aufgabe 1d (Befürchtungen und Maßnahmen) und S26 Teil 1, Aufgabe 1a (Projekterfolg prüfen)

PM-02 · Agil / Scrum / User Stories

Aufgabe PM-02.1 ★☆☆ Grundlagen 6 Punkte

App und Webportal von PflegeMobil werden mit Scrum entwickelt (Anlage 1).

3 Pa) Ordnen Sie die Begriffe jeweils einer Kategorie zu: Rolle, Artefakt oder Event.
BegriffKategorieBegriffKategorie
Product OwnerDevelopers
Sprint ReviewDaily Scrum
IncrementProduct Backlog
2 Pb) Nennen Sie zwei der vier Werte des agilen Manifests.
1 Pc) Das Support-Team von Kranich arbeitet nach dem Go-Live mit einem Kanban-Board. Nennen Sie den Zweck eines WIP-Limits.

Grundlagen zu: W22 Teil 1, Aufgabe 2b (Scrum-Elemente)

Aufgabe PM-02.2 ★★☆ Anwendung 10 Punkte

Die Product Ownerin Jana Krüger bereitet den ersten Sprint vor. Ein neuer Werkstudent kennt Scrum noch nicht.

6 Pa) Beschreiben Sie dem Werkstudenten die drei Events Sprint Planning, Daily Scrum und Sprint Review. Gehen Sie jeweils auf Zweck und Ergebnis ein und beziehen Sie sich auf PflegeMobil.
EventBeschreibung
Sprint Planning
Daily Scrum
Sprint Review
4 Pb) Formulieren Sie aus den Interview-Notizen in Anlage 3 zwei User Stories im Standardformat – eine aus Sicht einer Pflegekraft und eine aus Sicht der Pflegedienstleitung.

Angelehnt an: W22 Teil 1, Aufgabe 2bb (drei Elemente von Scrum beschreiben) und W23 Teil 1, Aufgabe 2b (User Stories formulieren)

Aufgabe PM-02.3 ★★★ Prüfungsniveau 20 Punkte

Im Team-Wiki der Kranich Softwarehaus GmbH steht ein englischer Leitfaden zu User Stories (Anlage 4). Beantworten Sie die folgenden Fragen auf Deutsch.

2 Pa) Nennen Sie laut Text, wer User Stories schreiben darf und wer über die Reihenfolge ihrer Umsetzung entscheidet.
3 Pb) Beschreiben Sie die drei Bestandteile („three Cs“) einer User Story.
4 Pc) Erläutern Sie den Unterschied zwischen Akzeptanzkriterien und der Definition of Done. Geben Sie für PflegeMobil je ein Beispiel.
4 Pd) Im Product Backlog steht folgende Story:
„Als Benutzer möchte ich, dass die App schnell und benutzerfreundlich ist, offline funktioniert, alle Daten synchronisiert und die Angehörigen informiert.“
Erläutern Sie anhand von zwei INVEST-Kriterien, warum diese Story ungeeignet ist.
4 Pe) Teilen Sie die Story auf: Formulieren Sie zwei verbesserte User Stories im Standardformat mit jeweils einem Akzeptanzkriterium.
3 Pf) Erläutern Sie laut Text, wie bei Kranich der Umfang von Stories geschätzt wird und warum dies im ganzen Team geschieht.

Angelehnt an: W23 Teil 1, Aufgabe 2a (englischer Fachtext zu User Stories: Ersteller, Aufbau, INVEST)

PM-03 · Anforderungen

Aufgabe PM-03.1 ★☆☆ Grundlagen 5 Punkte
2 Pa) Erläutern Sie den Unterschied zwischen funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen.
3 Pb) Kreuzen Sie an, ob es sich um eine funktionale (f) oder nicht-funktionale (nf) Anforderung handelt.
Nr.Anforderungfnf
1Die App zeigt die Einsätze der Tour in zeitlicher Reihenfolge an.☐☐
2Die App ist nach dem Antippen des Symbols in höchstens 3 Sekunden bedienbar.☐☐
3Die Patientin bzw. der Patient kann die erbrachten Leistungen auf dem Tablet unterschreiben.☐☐
4Patientendaten werden auf dem Tablet verschlüsselt gespeichert.☐☐
5Die Pflegedienstleitung kann einen Einsatz per Drag & Drop einer anderen Tour zuweisen.☐☐
6Das Webportal ist werktags von 5 bis 22 Uhr zu mindestens 99,5 % verfügbar.☐☐

Angelehnt an: W22 Teil 1, Aufgabe 1b und S23 Teil 1, Aufgabe 1c (funktionale/nicht-funktionale Anforderung)

Aufgabe PM-03.2 ★★☆ Anwendung 10 Punkte

Die Lindenhof Pflege gGmbH hat vor der Vergabe ein Lastenheft erstellt, die Kranich Softwarehaus GmbH danach ein Pflichtenheft. Die folgenden Sätze stammen aus diesen beiden Dokumenten.

3 Pa) Ordnen Sie jeden Satz dem Lastenheft (L) oder dem Pflichtenheft (P) zu.
Nr.Satz aus dem DokumentL / P
1„Pflegekräfte müssen Leistungen auch ohne Mobilfunkempfang erfassen können.“
2„Offline erfasste Daten werden in einer verschlüsselten SQLite-Datenbank auf dem Tablet gespeichert und über eine REST-Schnittstelle mit dem Server synchronisiert.“
3„Die Abrechnung des Vormonats soll bis zum 5. Werktag erstellt werden können.“
4„Der Export erzeugt jede Nacht um 2 Uhr eine XML-Datei nach dem Importschema von CareBill.“
5„Das System muss 118 Pflegekräfte an vier Standorten und rund 950 Patientinnen und Patienten verwalten können.“
6„Das Webportal wird als Single-Page-Anwendung entwickelt und im EU-Rechenzentrum auf zwei redundanten Servern betrieben.“
3 Pb) Erläutern Sie, wer im Projekt PflegeMobil das Lastenheft und wer das Pflichtenheft erstellt hat, und beschreiben Sie, welche Bedeutung das Pflichtenheft für die spätere Abnahme hat.
4 Pc) Um die Anforderungen der Pflegekräfte zu erheben, möchte die UX-Designerin eine Pflegekraft einen Tag lang auf ihrer Tour begleiten (Beobachtung). Der Projektleiter würde lieber Interviews führen. Beschreiben Sie einen Vorteil und einen Nachteil der Beobachtung im Vergleich zum Interview – jeweils mit Bezug auf die Arbeit der Pflegekräfte.

Grundlagen zu: S22 Teil 1, Aufgabe 2b und S24 Teil 1, Aufgabe 1c (Anforderungen)

Aufgabe PM-03.3 ★★★ Prüfungsniveau 18 Punkte

Sie werten die Interview-Notizen in Anlage 3 aus und bereiten das Product Backlog für PflegeMobil vor.

6 Pa) Beschreiben Sie drei funktionale Anforderungen an PflegeMobil, die sich aus Anlage 3 ergeben.
6 Pb) Beschreiben Sie drei nicht-funktionale Anforderungen, die sich aus Anlage 3 ergeben, und formulieren Sie diese so, dass sie bei der Abnahme überprüft werden können.
4 Pc) Ordnen Sie die Anforderungen nach der MoSCoW-Methode ein (M, S, C oder W). Berücksichtigen Sie Anlage 1 und Anlage 3. Begründen Sie Ihre Einordnung von Anforderung (3).
Nr.AnforderungM / S / C / W
1Leistungen ohne Mobilfunkempfang erfassen und später übertragen
2Unterschrift der Patientin bzw. des Patienten auf dem Tablet
3Angehörigenportal mit voraussichtlicher Ankunftszeit der Pflegekraft
4Dunkelmodus der App
5Navigation zur nächsten Adresse per Fingertipp starten
6Änderungsprotokoll der Dokumentation (wer hat wann was geändert)
2 Pd) Ein Kollege notiert als Anforderung: „Die App muss schnell und einfach zu bedienen sein.“ Erläutern Sie, warum diese Formulierung für die Abnahme ungeeignet ist.

Angelehnt an: S22 Teil 1, Aufgabe 2b (je drei funktionale und nicht-funktionale Anforderungen beschreiben)

PM-04 · Risikoanalyse

Aufgabe PM-04.1 ★☆☆ Grundlagen 6 Punkte
2 Pa) Erläutern Sie den Unterschied zwischen einem Risiko und einem Problem.
4 Pb) Nennen Sie die vier Strategien zur Risikobehandlung und ordnen Sie jeder Strategie eine passende Maßnahme aus dem Projekt PflegeMobil zu (Anlage 5).
StrategieMaßnahme in PflegeMobil

Grundlagen zu: S23 Teil 1, Aufgabe 1b und W25 Teil 1, Aufgabe 1c (Risikoanalyse)

Aufgabe PM-04.2 ★★☆ Anwendung 10 Punkte

Im Risiko-Workshop wurden die Risiken in Anlage 5 gesammelt und bewertet.

3 Pa) Berechnen Sie die Risikowerte der Risiken R1 bis R7 und geben Sie die Rangfolge an (1 = höchster Risikowert).
RisikoR1R2R3R4R5R6R7
Risikowert
Rang
3 Pb) Tragen Sie die Risiken R1 bis R7 in die Risikomatrix ein. Nennen Sie die Risiken, für die laut Anlage 5 sofort Maßnahmen ergriffen werden müssen.
1 2 3 4 5 2 4 6 8 10 3 6 9 12 15 4 8 12 16 20 5 10 15 20 25 1 1 2 2 3 3 4 4 5 5 Schadensausmaß (S) → Eintrittswahrscheinlichkeit (EW) → Zahl oben rechts = Risikowert EW × S · dunkel/rot: hoch (≥ 12) · mittel: 6–11 · hell/grün: gering (≤ 5)
4 Pc) Beschreiben Sie für R3 und R5 jeweils eine geeignete Gegenmaßnahme und geben Sie an, welcher Strategie sie entspricht.

Angelehnt an: S23 Teil 1, Aufgabe 1b (Risikotabelle) – ergänzt um Risikowert und Risikomatrix

Aufgabe PM-04.3 ★★★ Prüfungsniveau 18 Punkte

Der Lenkungsausschuss bittet vor dem Pilotbetrieb um eine aktualisierte Risikoanalyse.

8 Pa) In der Tabelle sind zwei Probleme genannt, die sich im Projekt abzeichnen. Beschreiben Sie jeweils das daraus entstehende Risiko und eine geeignete Gegenmaßnahme.
ProblemRisikoGegenmaßnahme
Die Pflegedienstleitung sagt Abstimmungstermine wegen Personalmangels häufig kurzfristig ab.
Der Festpreis wurde auf Basis einer groben Aufwandsschätzung vereinbart.
6 Pb) Identifizieren Sie zwei weitere Risiken des Projekts, die nicht in Anlage 5 und nicht in a) genannt sind. Beschreiben Sie jeweils die Ursache und die Auswirkung.
RisikoUrsacheAuswirkung
2 Pc) Kranich überlegt, die Offline-Synchronisation (R3) von einem spezialisierten Subunternehmer entwickeln zu lassen. Nennen Sie die Strategie der Risikobehandlung und ein neues Risiko, das dadurch entsteht.
2 Pd) Begründen Sie, warum die Risikoanalyse im Projektverlauf regelmäßig wiederholt werden muss.

Angelehnt an: W25 Teil 1, Aufgabe 1c (Problem → Risiko → Gegenmaßnahme), S23 Teil 1, Aufgabe 1b (Ursache und Auswirkung) und S26 Teil 1, Aufgabe 1b

PM-05 · Klassische Vorgehensmodelle und Prototyping

Aufgabe PM-05.1 ★☆☆ Grundlagen 6 Punkte
2 Pa) Nennen Sie die zwei grundlegenden Kategorien von Vorgehensmodellen und je ein Beispiel.
4 Pb) Die CareBill-Schnittstelle wird nach dem V-Modell entwickelt und getestet. Ordnen Sie jeder Testaktivität die Teststufe und die gegenüberliegende Entwurfsphase des V-Modells zu.
TestaktivitätTeststufeEntwurfsphase
1. Das Testteam prüft PflegeMobil als Ganzes in einer Testumgebung gegen das Pflichtenheft, einschließlich der Antwortzeiten.
2. Frau Lange prüft mit echten Monatsdaten, ob die Abrechnung die Anforderungen des Lastenhefts erfüllt.
3. Ein Entwickler testet die Methode, die aus einem Leistungsnachweis ein XML-Element erzeugt.
4. Es wird geprüft, ob Export-Modul und Plausibilitätsprüfung korrekt zusammenarbeiten und CareBill die erzeugte Datei annimmt.

Angelehnt an: W24 Teil 1, Aufgabe 1a (Kategorien von Vorgehensmodellen)

Aufgabe PM-05.2 ★★☆ Anwendung 10 Punkte

Die UX-Designerin möchte die Leistungserfassung der App mit Pflegekräften testen, bevor programmiert wird (vgl. Anlage 3: große Schaltflächen, schnelle Erfassung). Unabhängig davon will das Entwicklerteam früh prüfen, ob die Offline-Speicherung auf dem Tablet und die spätere Synchronisation mit dem Server technisch zuverlässig funktionieren.

4 Pa) Erläutern Sie den Unterschied zwischen einem horizontalen und einem vertikalen Prototyp.
4 Pb) Begründen Sie, welche der beiden Prototyparten sich jeweils für die zwei Vorhaben eignet.
2 Pc) Nennen Sie zwei Risiken des Prototypings.

Angelehnt an: W25 Teil 1, Aufgabe 3c (Prototyping)

Aufgabe PM-05.3 ★★★ Prüfungsniveau 20 Punkte

Bei der Projektplanung wurde diskutiert, wie bei PflegeMobil vorgegangen werden soll.

8 Pa) Beschreiben Sie für das Projekt PflegeMobil, wie klassisches und agiles Projektmanagement mit den Aspekten „Projektplanung und Anforderungen“ und „Flexibilität bei Änderungen“ umgehen. Ergänzen Sie die Tabelle.
Projektplanung und AnforderungenFlexibilität bei Änderungen
Klassisches Projektmanagement
Agiles Projektmanagement
6 Pb) Laut Anlage 1 wird hybrid vorgegangen. Begründen Sie mithilfe der Stacey-Matrix, warum für App und Webportal Scrum, für die CareBill-Schnittstelle dagegen ein klassisches Vorgehen geeignet ist.
4 Pc) Beschreiben Sie zwei Nachteile, die sich ergeben hätten, wenn das gesamte Projekt PflegeMobil nach dem Wasserfallmodell durchgeführt worden wäre.
2 Pd) Beschreiben Sie das zentrale Merkmal des Spiralmodells.

Angelehnt an: W25 Teil 1, Aufgabe 1b (klassisch vs. agil, Tabelle) und S22 Teil 1, Aufgabe 1a

PM-06 · Change-Management und Akzeptanz

Aufgabe PM-06.1 ★☆☆ Grundlagen 4 Punkte
2 Pa) Nennen Sie vier typische Gründe, warum Mitarbeitende die Einführung einer neuen Software ablehnen.
2 Pb) Nennen Sie vier Maßnahmen, mit denen die Akzeptanz einer neuen Software gefördert werden kann.

Grundlagen zu: S22 Teil 1, Aufgabe 1b (Befürchtungen und Gegenmaßnahmen)

Aufgabe PM-06.2 ★★☆ Anwendung 10 Punkte

Nach der Mitarbeiterversammlung (Anlage 2) ist die Stimmung bei Teilen der Belegschaft schlecht.

6 Pa) Beschreiben Sie drei unterschiedliche Befürchtungen, die aus den Aussagen der Pflegekräfte in Anlage 2 hervorgehen, und ordnen Sie jeder Befürchtung eine geeignete Maßnahme zu.
BefürchtungMaßnahme
4 Pb) Frau Lange (Abrechnung) befürchtet, durch PflegeMobil ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Beschreiben Sie, wie dieser Konflikt bewältigt werden kann.

Angelehnt an: S22 Teil 1, Aufgabe 1b (Befürchtungen und Gegenmaßnahmen) und S23 Teil 1, Aufgabe 1a (Konflikt um befürchteten Arbeitsplatzverlust)

Aufgabe PM-06.3 ★★★ Prüfungsniveau 14 Punkte

Für Phase 2 ist eine KI-gestützte Spracheingabe im Gespräch (Anlage 8). In der Belegschaft machen Gerüchte die Runde: „Die KI hört alles mit“, „Bald schreibt die Maschine die Pflegeberichte und wir müssen schneller fahren.“ Die Geschäftsführerin plant deshalb einen halbtägigen Workshop mit Pflegekräften aller Standorte.

6 Pa) Beschreiben Sie drei Ziele, die mit dem Workshop verfolgt werden sollten.
4 Pb) Die Spracheingabe soll zunächst nur mit einer Pilotgruppe von zehn Pflegekräften am Standort Nord erprobt werden. Erläutern Sie zwei Vorteile dieses Vorgehens.
4 Pc) Erläutern Sie, warum der Betriebsrat vor der Einführung der Spracheingabe beteiligt werden muss, und nennen Sie zwei Punkte, die in der Erweiterung der Betriebsvereinbarung geregelt werden sollten.

Angelehnt an: W23 Teil 1, Aufgabe 1b (Ziele eines Workshops gegen Widerstände bei einem KI-System)

PM-07 · Kosten, Make-or-Buy, Nutzwertanalyse

Aufgabe PM-07.1 ★☆☆ Grundlagen 6 Punkte
4 Pa) Nennen Sie zwei einmalige und zwei laufende Kostenarten des Projekts PflegeMobil mit je einem konkreten Beispiel.
Kostenartkonkretes Beispiel
einmalig
einmalig
laufend
laufend
2 Pb) Erläutern Sie den Begriff „Make-or-Buy-Entscheidung“.

Angelehnt an: S23 Teil 1, Aufgabe 1d (zwei Kostenarten mit konkretem Beispiel)

Aufgabe PM-07.2 ★★☆ Anwendung 10 Punkte

Für den Lenkungsausschuss soll eine Kostenübersicht erstellt werden. Verwenden Sie Anlage 6a und 6b. Geben Sie jeweils den Rechenweg an.

4 Pa) Berechnen Sie den Festpreis der Kranich Softwarehaus GmbH (Summe der Personalkosten laut Aufwandsschätzung).
4 Pb) Berechnen Sie die einmaligen Gesamtkosten des Projekts für die Lindenhof Pflege gGmbH und prüfen Sie, ob das Budget aus Anlage 1 eingehalten wird.
2 Pc) Berechnen Sie die laufenden Kosten pro Jahr nach dem Go-Live.

Grundlagen zu: S23 Teil 1, Aufgabe 1d (Kostenplan)

Aufgabe PM-07.3 ★★★ Prüfungsniveau 18 Punkte

Die Kranich Softwarehaus GmbH muss entscheiden, wie das Modul „automatische Tourenvorschläge“ umgesetzt wird. Es stehen drei Varianten zur Wahl (Anlage 6c).

4 Pa) Beschreiben Sie zwei Vorteile und zwei Nachteile, wenn Kranich das Modul zukauft (Variante B oder C), statt es selbst zu entwickeln.
4 Pb) Berechnen Sie für alle drei Varianten die Gesamtkosten über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren.
Varianteeinmalige Kostenlaufende Kosten pro JahrGesamtkosten 5 Jahre
A
B
C
6 Pc) Führen Sie mit den Bewertungen aus Anlage 6c eine Nutzwertanalyse durch. Ermitteln Sie die gewichteten Punkte, den Nutzwert jeder Variante und die Rangfolge.
KriteriumGewichtA gewichtetB gewichtetC gewichtet
Kosten über 5 Jahre30 %
Datenschutz / Rechtssicherheit25 %
Zeit bis zur Einsatzbereitschaft15 %
Anpassbarkeit an Anforderungen15 %
Unabhängigkeit vom Anbieter15 %
Nutzwert100 %
Rang
4 Pd) Geben Sie eine begründete Empfehlung ab, welche Variante umgesetzt werden soll. Gehen Sie dabei auch auf eine Schwäche der Nutzwertanalyse ein.

Angelehnt an: S22 Teil 1, Aufgabe 2a (Make-or-Buy, Fremdvergabe) – erweitert um Gesamtkosten und Nutzwertanalyse

PM-08 · Netzplan

Aufgabe PM-08.1 ★☆☆ Grundlagen 6 Punkte

Der Vorgang „Tablets bereitstellen“ aus der Rollout-Planung wurde in einen eigenen kleinen Netzplan zerlegt. Einige Werte fehlen (gestrichelte Linien bzw. leere Felder). Legende: Anlage 10.

1 Angebote einholen 4 0 4 0 4 0 2 Tablets bestellen und liefern lassen 10 4 14 4 14 0 0 3 MDM-Server einrichten 3 4 4 MDM-Richtlinien festlegen 2 5 Tablets registrieren, App installieren 4 14 18
4 Pa) Ergänzen Sie alle fehlenden Werte direkt im Netzplan.
2 Pb) Geben Sie den kritischen Pfad und die Dauer des Vorgangs „Tablets bereitstellen“ an.

Grundlagen zu: S26 Teil 1, Aufgabe 1c–d (Netzplan, kritischer Pfad)

Aufgabe PM-08.2 ★★☆ Anwendung 12 Punkte

Für das Teilprojekt „Schnittstelle CareBill“ liegt die Vorgangsliste in Anlage 9 vor.

7 Pa) Erstellen Sie den Vorgangsknotennetzplan mit allen Zeitpunkten und Puffern (Legende: Anlage 10).
2 Pb) Kennzeichnen Sie den kritischen Pfad im Netzplan und geben Sie die Dauer des Teilprojekts an.
3 Pc) Die CareBill Software AG teilt mit, dass die Bereitstellung der Testumgebung (C) 12 statt 8 Tage dauern wird. Beschreiben Sie die Auswirkungen auf das Ende des Teilprojekts und auf den kritischen Pfad.

Angelehnt an: S26 Teil 1, Aufgabe 1c–d (Netzplan erstellen, kritischer Pfad)

Aufgabe PM-08.3 ★★★ Prüfungsniveau 23 Punkte

Sie arbeiten in der Rollout-Planung mit und sollen für das Teilprojekt „Rollout PflegeMobil“ den Zeitplan ermitteln. Folgende Informationen liegen vor (Dauer in Arbeitstagen):

14 Pa) Erweitern Sie den vorhandenen Netzplan um die Vorgänge C bis J einschließlich aller Zeitpunkte und Puffer.
A Rollout- Konzept 5 0 5 0 5 0 0 B Tablets bereitstellen 18 5 23 5 23 0 0 FAZ FEZ Nr. Bezeichnung Dauer GP FP SAZ SEZ FAZ = frühester Anfangszeitpunkt FEZ = frühester Endzeitpunkt SAZ = spätester Anfangszeitpunkt SEZ = spätester Endzeitpunkt GP = Gesamtpuffer FP = freier Puffer
3 Pb) Geben Sie den kritischen Pfad und die Gesamtdauer des Teilprojekts an.
2 Pc) Beschreiben Sie den Unterschied zwischen dem freien Puffer und dem Gesamtpuffer eines Vorgangs am Beispiel des Vorgangs C.
4 Pd) Beschreiben Sie jeweils die Auswirkung auf das Ende des Teilprojekts: (1) Die Stammdatenmigration (D) dauert 4 Tage länger als geplant. (2) Die Vorbereitung der Standorte (I) dauert 5 Tage länger als geplant.

Angelehnt an: S26 Teil 1, Aufgabe 1c–e (Netzplan aus Stichpunkten erweitern, kritischer Pfad, freier Puffer vs. Gesamtpuffer)

PM-09 · Machbarkeitsanalyse

Aufgabe PM-09.1 ★☆☆ Grundlagen 4 Punkte
2 Pa) Erläutern Sie, zu welchem Zeitpunkt und mit welchem Ziel eine Machbarkeitsanalyse durchgeführt wird.
2 Pb) Nennen Sie vier Kriterien, nach denen die Machbarkeit eines IT-Projekts geprüft werden kann.

Grundlagen zu: W25 Teil 1, Aufgabe 1a (Machbarkeitsanalyse)

Aufgabe PM-09.2 ★★☆ Anwendung 8 Punkte

Bevor die Lindenhof Pflege gGmbH den Auftrag für PflegeMobil (Phase 1) vergeben hat, wurde eine Machbarkeitsanalyse durchgeführt. Sie sollen sie für die Projektdokumentation aufbereiten.

8 PBenennen Sie zwei Kriterien der Machbarkeitsanalyse und erläutern Sie jeweils, was für PflegeMobil konkret geprüft werden musste.

Angelehnt an: W25 Teil 1, Aufgabe 1a (zwei Kriterien der Machbarkeitsanalyse benennen und erläutern)

Aufgabe PM-09.3 ★★★ Prüfungsniveau 12 Punkte

Für Phase 2 soll geprüft werden, ob die Spracheingabe machbar ist. Grundlage sind die Notizen in Anlage 8.

8 Pa) Prüfen Sie die Machbarkeit beider Varianten anhand der vier Kriterien. Nennen Sie die maßgeblichen Fakten und bewerten Sie jedes Kriterium (machbar / eingeschränkt machbar / nicht machbar).
KriteriumPrüfung und Bewertung Variante 1 (Cloud)Prüfung und Bewertung Variante 2 (Offline)
technisch
wirtschaftlich
rechtlich
zeitlich
4 Pb) Geben Sie der Geschäftsführerin eine begründete Empfehlung.

Angelehnt an: W25 Teil 1, Aufgabe 1a (Machbarkeitsanalyse) – erweitert um eine Bewertung anhand von Fakten

PM-10 · Nutzen eines Systems beschreiben

Aufgabe PM-10.1 ★☆☆ Grundlagen 4 Punkte
2 Pa) Erläutern Sie den Unterschied zwischen quantitativem und qualitativem Nutzen.
2 Pb) Nennen Sie für PflegeMobil je ein Beispiel für quantitativen und für qualitativen Nutzen.

Grundlagen zu: S24 Teil 1, Aufgabe 1a (Systemnutzen)

Aufgabe PM-10.2 ★★☆ Anwendung 8 Punkte

Für die nächste Mitarbeiterversammlung sollen die Vorteile von PflegeMobil anschaulich dargestellt werden.

8 PBeschreiben Sie vier Vorteile von PflegeMobil – je einen für die genannten Zielgruppen.
ZielgruppeVorteil
Pflegekräfte
Patientinnen, Patienten und Angehörige
Verwaltung / Abrechnung
Geschäftsführung

Angelehnt an: S24 Teil 1, Aufgabe 1a (Vorteile einer E-Service-Plattform beschreiben)

Aufgabe PM-10.3 ★★★ Prüfungsniveau 16 Punkte

Die Geschäftsführerin benötigt für die Gesellschafterversammlung eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Verwenden Sie Anlage 7 sowie die einmaligen Kosten und die laufenden Kosten pro Jahr aus Ihrer Lösung zu Aufgabe PM-07.2. (Falls Sie PM-07.2 nicht bearbeitet haben, rechnen Sie mit den Ersatzwerten 360.000 € einmalig und 45.000 € pro Jahr.)

6 Pa) Berechnen Sie den jährlichen quantitativen Nutzen aus den vier genannten Positionen.
PositionRechnungBetrag pro Jahr
(1) Zeitersparnis der Pflegekräfte bei der Dokumentation
(2) Zeitersparnis in der Verwaltung
(3) entfallende Sach- und Raumkosten
(4) eingesparte Fahrtkosten
Summe
3 Pb) Berechnen Sie die Amortisationsdauer des Projekts in Jahren.
4 Pc) Die Geschäftsführerin gibt zu bedenken, dass durch PflegeMobil niemand entlassen wird (Anlage 7). Berechnen Sie die Amortisationsdauer erneut und berücksichtigen Sie dabei nur zahlungswirksame Effekte: Sach- und Raumkosten, Fahrtkosten und die Mehrerlöse durch weniger nicht abrechenbare Leistungen. Beurteilen Sie das Ergebnis.
3 Pd) Nennen Sie drei qualitative Nutzen von PflegeMobil, die in der Projektbegründung zusätzlich aufgeführt werden sollten.

Angelehnt an: S24 Teil 1, Aufgabe 1a (Systemnutzen) – erweitert um eine Wirtschaftlichkeitsrechnung

Originalaufgaben zum Üben

Diese echten Prüfungsaufgaben passen zu diesem Block (Dateien im Ordner Prüfungsvorbereitung). Projektmanagement steht immer in Teil 1. Lösungen gibt es nur für 2023 Sommer, 2023 Winter, 2024 Sommer und 2025 Winter (dort vom u-form-Verlag).

PrüfungAufgabeThema (Unterthema)Datei · Lösung
Sommer 2022T1 A1a (8 P), A1b (12 P)klassische vs. agile Vorgehensmodelle (PM-05, PM-02); Befürchtungen von Stakeholdern und Gegenmaßnahmen (PM-06, PM-01)2022/sommer/AE 2022 Sommer Teil 1.pdf · keine Lösung
Sommer 2022T1 A2a (4 P), A2b (12 P)Make-or-Buy/Fremdvergabe (PM-07); je drei funktionale und nicht-funktionale Anforderungen (PM-03)wie oben · keine Lösung
Winter 2022T1 A1b (4 P), A2b (7 P)funktionale/nicht-funktionale Anforderung (PM-03); agiles Modell, drei Scrum-Elemente (PM-02)2022/winter/AE 2022 Winter Teil 1.pdf · keine Lösung
Sommer 2023T1 A1a–d (20 P)Konflikt Arbeitsplatzverlust (PM-06), Risikotabelle mit Ursache/Auswirkung (PM-04), Anforderungen (PM-03), Kostenarten (PM-07)2023/sommer/AE Sommer 2023 Teil 1.pdf · Lösung: AE Sommer 2023 Teil 1+2 Lösungen.pdf
Winter 2023T1 A1a–b (15 P)Stakeholder und Interessen (PM-01); Workshop gegen Widerstände bei KI (PM-06)2023/winter/AE Winter 2023 Teil 1.pdf · Lösung: AE Winter 2023 Teil 1 Lösungen.pdf
Winter 2023T1 A2a–b (13 P)User Stories aus englischem Text, INVEST, User Stories aus Use-Case-Diagramm (PM-02)wie oben
Sommer 2024T1 A1a, A1c, A1d (17 P)Systemnutzen (PM-10), sicherheitstechnische Anforderungen (PM-03), Stakeholderanalyse mit Befürchtungen (PM-01)2024/sommer/AE Sommer 2024 Teil 1+2+3.pdf · Lösung: AE Sommer 2024 Teil 1 Lösungen.pdf
Winter 2024T1 A1a–c (20 P)Kategorien von Vorgehensmodellen, Wasserfall/Scrum (PM-05); Change-Request-Management, Meilenstein, Stakeholder, Lessons Learned (PM-01)2024/winter/AE Winter 2024 Teil 1.pdf · keine Lösung
Winter 2025T1 A1a–c (24 P), A3c (6 P)Machbarkeitsanalyse (PM-09), klassisch vs. agil (PM-05), Risiko und Gegenmaßnahme (PM-04); Prototyping (PM-05)2025/winter/AE Winter 2025 Teil 1.pdf · Lösung: AE Winter 2025 Lösungserleuterungen.pdf (u-form)
Sommer 2026T1 A1a–e (27 P)Projekterfolg prüfen (PM-01), Risiko + Gegenmaßnahme (PM-04), Netzplan 19 P: erweitern, kritischer Pfad, freier Puffer vs. Gesamtpuffer (PM-08)2026/sommer/AE Sommer 2026 Teil 1.pdf · keine Lösung