Projektmanagement steht seit Sommer 2023 in jeder Prüfung als Teil 1, Aufgabe 1 (20–30 Punkte). Die Aufgabe beginnt mit einer kurzen Situation („Sie arbeiten in der Projektplanung mit …“) und fragt dann 2–4 Unterthemen ab: meist Stakeholder oder Projektbegriffe, dazu Risiko, Vorgehensmodell oder Anforderungen. Gerechnet wird selten – mit einer Ausnahme: der Netzplan in S26 mit 19 Punkten. Notationshilfen gibt es für Projektmanagement im Belegsatz nicht; alles, was du brauchst, steht in der Aufgabe oder muss gelernt sein.
| Unterthema | Kategorie | Typische Punkte | Wichtigste Fähigkeit |
|---|---|---|---|
| PM-01 Stakeholder / Projektbegriffe | Meistens | 4–12 | Begriffe präzise erläutern, Stakeholder-Tabelle mit Szenariobezug füllen |
| PM-02 Agil / Scrum / User Stories | Oft | 6–13 | Rollen, Artefakte, Events; User Story formulieren, INVEST |
| PM-03 Anforderungen | Oft ↓ | 4–12 | funktional/nicht-funktional, messbar formulieren |
| PM-04 Risikoanalyse | Oft ↑ | 4–8 | Risiko mit Ursache, Auswirkung und passender Gegenmaßnahme |
| PM-05 Vorgehensmodelle / Prototyping | Wahrscheinlich | 6–8 | klassisch vs. agil, V-Modell, Prototyparten, Modell begründet wählen |
| PM-06 Change-Management / Akzeptanz | Sonstige | 4–12 | Befürchtungen erkennen, passende Maßnahmen, Workshop-Ziele |
| PM-07 Kosten / Make-or-Buy | Sonstige ↓ | 4 | Kostenarten, Fremdvergabe abwägen, Nutzwertanalyse |
| PM-08 Netzplan | Sonstige ⚠ | 19 (S26) | Vorwärts-/Rückwärtsrechnung, Puffer, kritischer Pfad |
| PM-09 Machbarkeitsanalyse | Sonstige ⚠ | 8 (W25) | Kriterien benennen und am Szenario erläutern |
| PM-10 Nutzen eines Systems | Sonstige | 8 (S24) | Vorteile je Zielgruppe konkret beschreiben |
Weil fast alles in Projektmanagement Text ist, entscheidet die Antworttiefe über die Punkte. Der Operator gibt sie vor:
| Operator | Was erwartet wird | Beispiel (Bibliotheks-App) |
|---|---|---|
| nennen | Begriff oder Stichwort aufzählen, ohne Erklärung | „Zeit, Kosten, Leistung“ |
| beschreiben | Sachverhalt in eigenen Worten zusammenhängend darstellen (was, wie) | „Im Daily Scrum stimmen die Developers täglich 15 Minuten ab, …“ |
| erläutern | beschreiben und nachvollziehbar machen: Begründung, Zusammenhang oder Beispiel | „… damit Hindernisse früh erkannt werden, z. B. wenn die Schnittstelle zum Bibliothekssystem nicht antwortet.“ |
| begründen | Aussage mit Argumenten stützen („weil …“) | „Agil, weil die Anforderungen der Leser noch unklar sind.“ |
| beurteilen / bewerten | eigenes, begründetes Urteil anhand von Kriterien | „Die Variante ist wirtschaftlich sinnvoll, weil sie sich nach 3,4 Jahren amortisiert …“ |
| ergänzen / erstellen | Tabelle oder Diagramm vervollständigen bzw. anlegen | Stakeholder-Tabelle, Netzplan |
| berechnen | Ergebnis mit nachvollziehbarem Rechenweg und Einheit | „82.280 € ÷ 24.400 €/Jahr ≈ 3,4 Jahre“ |
Vorkommen: 7/9 · Prüfungen: S22, S23, W23, S24, W24, W25, S26 (immer Teil 1, Aufgabe 1)
Durchgehendes Beispiel im Erklärungssatz: Die Stadtbibliothek Ahlenfeld lässt von einem IT-Dienstleister die App „LeseKompass“ entwickeln (Katalogsuche, Ausleihkonto, Verlängern, Vormerken, Push-Erinnerungen) und führt gleichzeitig Selbstverbuchungsterminals ein.
Nach DIN 69901-5 ist ein Projekt ein Vorhaben, das im Wesentlichen durch die Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist. In der Prüfung reicht es, die Merkmale zu kennen und am Szenario zu belegen:
| Merkmal | Bedeutung | Beleg im Beispiel „LeseKompass“ |
|---|---|---|
| Einmaligkeit / Neuartigkeit | wird in dieser Form zum ersten Mal durchgeführt | erste eigene App der Bibliothek |
| zeitliche Begrenzung | fester Anfangs- und Endtermin | 01.03. bis 31.10. |
| klare Zielvorgabe | definiertes, überprüfbares Ergebnis | 30 % der Ausleihen über Selbstverbuchung |
| begrenzte Ressourcen | Budget, Personal, Sachmittel sind begrenzt | 85.000 €, drei Entwickler |
| Komplexität / Risiko | viele Beteiligte, Abhängigkeiten, Unsicherheit | Schnittstelle zum Bibliothekssystem eines Fremdherstellers |
| eigene Projektorganisation | Projektleitung, Team, Gremien nur für dieses Vorhaben | gemischtes Team aus Bibliothek und Dienstleister |
Kein Projekt ist dagegen eine Routinetätigkeit (z. B. der monatliche Mahnlauf): Sie wiederholt sich und hat kein festes Ende.
Die drei Zielgrößen Leistung/Qualität (Was? Wie gut?), Zeit (Wann?) und Kosten (Wie viel?) hängen voneinander ab. Wird eine Größe verändert, muss mindestens eine andere nachgeben.
Beispiel: Die Stadtkämmerei kürzt das Budget der Bibliotheks-App um 15.000 €. Dann kann der Dienstleister weniger Entwicklerstunden einsetzen: Entweder verschiebt sich der Starttermin (Zeit ↑), oder es entfallen Funktionen wie die Vormerkung (Leistung ↓).
Erweiterung „Teufelsquadrat“ (Sneed): Qualität und Quantität (Umfang) werden getrennt betrachtet – vier Größen, gleiches Prinzip.
Phasen nach DIN 69901: Initialisierung (Idee, Machbarkeit, Projektauftrag) → Definition (Ziele, Anforderungen, Stakeholder, Grobplanung) → Planung (Projektstrukturplan, Termine, Kosten, Risiken) → Steuerung (Durchführung, Controlling, Änderungen) → Abschluss (Abnahme, Abschlussbericht, Lessons Learned).
| Begriff | Bedeutung | Beispiel „LeseKompass“ |
|---|---|---|
| Projektauftrag | verbindliche, schriftliche Beauftragung durch den Auftraggeber; legt Ziele, Umfang (was gehört dazu, was nicht), Budget, Termine/Meilensteine, Projektleitung und deren Befugnisse sowie Rahmenbedingungen fest. Ohne Auftrag kein offizieller Projektstart. | Auftrag der Bibliotheksleitung: App bis 31.10., Budget 85.000 €, Projektleitung Herr Brandt |
| Kick-off-Meeting | Auftaktveranstaltung zu Projektbeginn mit Team und wichtigen Stakeholdern: Ziele und Umfang vorstellen, Rollen und Verantwortlichkeiten klären, Kommunikations- und Arbeitsregeln vereinbaren, erste Termine festlegen, Motivation und gemeinsames Verständnis schaffen – das offizielle Startsignal. | Kick-off am 01.03. mit Bibliotheksteam, Dienstleister und städtischer IT |
| Meilenstein | Ereignis von besonderer Bedeutung, ein Zeitpunkt ohne Dauer, zu dem ein prüfbares Zwischenergebnis vorliegen muss. Dient als Kontroll- und Entscheidungspunkt (weiter / anpassen / stoppen). | „Katalogsuche abgenommen“ am 15.05. |
| Projektstrukturplan (PSP) | hierarchische Gliederung des gesamten Projekts in Teilprojekte und Arbeitspakete; Grundlage für Termin-, Kosten- und Ressourcenplanung. | Teilprojekte App, Terminals, Schulung |
| Arbeitspaket | kleinste Einheit im PSP, klar abgegrenzt, mit Verantwortlichem, Aufwand und Termin. | „Push-Erinnerung vor Rückgabe“ |
| Change Request | formaler Antrag, vereinbarten Umfang, Termin oder Kosten nach Projektbeginn zu ändern. | Leitung wünscht zusätzlich einen Veranstaltungskalender |
| Change-Request-Management | geregelter Prozess für Änderungen: erfassen (Formular, Nummer) → bewerten (Aufwand, Kosten, Termin, Risiken, Nutzen) → entscheiden (Auftraggeber, Lenkungsausschuss bzw. Change Control Board) → einplanen und umsetzen (Pläne, Budget, ggf. Vertrag anpassen) → dokumentieren und kommunizieren. Verhindert, dass der Umfang unkontrolliert wächst („Scope Creep“). | Kalender kostet 6.000 € und 3 Wochen → Leitung entscheidet: erst in Version 2 |
| Lessons Learned | systematisches Sammeln, Bewerten und Dokumentieren von Erfahrungen (was lief gut, was schlecht, was machen wir künftig anders) – am Projektende und nach Phasen –, damit Folgeprojekte davon profitieren. | „Schnittstellendoku des Herstellers vor Vertragsschluss anfordern“ |
| Lenkungsausschuss | Entscheidungsgremium aus Auftraggeber und Management für grundlegende Entscheidungen und Eskalationen. | Bibliotheksleitung, Kulturdezernent, Geschäftsführer Dienstleister |
| Statusbericht | regelmäßiger Bericht über Fortschritt, Termine, Kosten und Risiken, oft mit Ampel. | alle zwei Wochen an die Leitung |
| Abnahme | formale Erklärung des Auftraggebers, dass das Ergebnis den vereinbarten Anforderungen entspricht (Abnahmeprotokoll, ggf. mit Mängelliste). Folgen: Zahlung wird fällig, Gewährleistung beginnt. | Abnahmetest mit fünf Bibliothekarinnen am 20.10. |
Stakeholder (Projektbeteiligte und -betroffene) sind alle Personen, Gruppen oder Organisationen, die am Projekt beteiligt sind, vom Projekt oder seinem Ergebnis betroffen sind oder Einfluss darauf nehmen können – intern (Geschäftsführung, Fachabteilung, Mitarbeitende, Betriebs- oder Personalrat, IT-Abteilung, Projektteam) und extern (Kunden, Nutzer, Lieferanten, Dienstleister, Behörden, Verbände, Öffentlichkeit).
So gehst du vor (Stakeholder-Analyse):
| Stakeholder | Interesse / Erwartung | Befürchtung | Einfluss | Einstellung | Maßnahme |
|---|---|---|---|---|---|
| Bibliotheksleitung | modernes Angebot, mehr Ausleihen | Kostenrahmen wird überschritten | hoch | positiv | Statusberichte, Entscheidung an Meilensteinen |
| Thekenpersonal | weniger Routine-Verbuchung | Stellenabbau durch Selbstverbuchung | mittel | negativ | früh informieren, neue Aufgaben (Beratung) aufzeigen, Schulung |
| Leserinnen und Leser | Konto und Verlängern rund um die Uhr | komplizierte Bedienung, Datenmissbrauch | einzeln gering | neutral | Nutzertests, verständliche Datenschutzhinweise |
| Personalrat der Stadt | Schutz der Beschäftigten | Leistungskontrolle über Verbuchungsstatistik | hoch | skeptisch | früh einbinden, Dienstvereinbarung |
| Hersteller Bibliothekssystem | Lizenzumsatz | Mehraufwand durch Schnittstelle | mittel | neutral | Vertrag mit Fristen, feste Ansprechperson |
Eine verbreitete Variante ordnet nach Einfluss × Interesse: hoher Einfluss und hohes Interesse → eng einbinden; hoher Einfluss, geringes Interesse → zufriedenstellen; geringer Einfluss, hohes Interesse → informieren; beides gering → beobachten.
Der Projekterfolg wird an den vorher festgelegten Zielen gemessen. Deshalb sollten Ziele SMART sein: spezifisch, messbar, akzeptiert/attraktiv, realistisch, terminiert – z. B. „Bis 31.12. werden mindestens 30 % aller Ausleihen über die Terminals abgewickelt.“ Möglichkeiten zur Erfolgsprüfung:
Vorkommen: 5/9 · Prüfungen: S22, W22, W23, W24, W25 · in W23 mit englischem Fachtext zu User Stories
Vier Werte – jeweils ist die linke Seite wichtiger als die rechte, die rechte ist aber nicht wertlos:
| wichtiger … | … als |
|---|---|
| Individuen und Interaktionen | Prozesse und Werkzeuge |
| Funktionierende Software | umfassende Dokumentation |
| Zusammenarbeit mit dem Kunden | Vertragsverhandlung |
| Reagieren auf Veränderung | Befolgen eines Plans |
Aus den zwölf Prinzipien (sinngemäß): früh und regelmäßig wertvolle Software ausliefern; Änderungen auch spät willkommen heißen; kurze Lieferzyklen von wenigen Wochen; Fachleute und Entwickler arbeiten täglich zusammen; Gespräch von Angesicht zu Angesicht; funktionierende Software ist das wichtigste Fortschrittsmaß; gleichmäßiges, nachhaltiges Tempo; Einfachheit; selbstorganisierte Teams; regelmäßige Reflexion und Anpassung.
Scrum ist ein Rahmenwerk für iterativ-inkrementelle Entwicklung. Gearbeitet wird in Sprints fester Länge (höchstens ein Monat, oft zwei Wochen). Am Ende jedes Sprints steht ein nutzbares Increment.
| Rolle (Verantwortlichkeit) | Aufgaben |
|---|---|
| Product Owner (eine Person) | maximiert den Wert des Produkts; formuliert das Produktziel; pflegt und ordnet (priorisiert) das Product Backlog; Ansprechpartner für Stakeholder und Kunde; entscheidet, ob ein Eintrag fachlich erfüllt ist. |
| Scrum Master | sorgt dafür, dass Scrum verstanden und gelebt wird; beseitigt Hindernisse (Impediments); moderiert die Events auf Wunsch; coacht Team und Organisation. Dienende Führungskraft – kein Projektleiter und kein Vorgesetzter. |
| Developers | setzen die Einträge des Sprint Backlogs um; selbstorganisiert und interdisziplinär (Entwicklung, Test, Design …); schätzen den Aufwand; verantwortlich für die Qualität gemäß Definition of Done. |
| Artefakt | Inhalt | Verpflichtung |
|---|---|---|
| Product Backlog | geordnete, nie fertige Liste aller bekannten Anforderungen (z. B. User Stories); oben die wichtigsten und am besten verstandenen Einträge | Produktziel (Product Goal) |
| Sprint Backlog | Sprint-Ziel, die für den Sprint ausgewählten Einträge und der Plan zu ihrer Umsetzung; gehört den Developers | Sprint-Ziel (Sprint Goal) |
| Increment | Summe aller im Sprint fertiggestellten Einträge; muss nutzbar sein | Definition of Done |
| Event | Teilnehmende | Zweck und Ergebnis | Zeitrahmen* |
|---|---|---|---|
| Sprint | Scrum Team | „Container“ für alle anderen Events; Ergebnis: Increment | ≤ 1 Monat, fest |
| Sprint Planning | Scrum Team | Warum ist der Sprint wertvoll (Sprint-Ziel)? Was wird umgesetzt? Wie? Ergebnis: Sprint Backlog | ≤ 8 h (≈ 4 h) |
| Daily Scrum | Developers | Fortschritt Richtung Sprint-Ziel prüfen, Plan für die nächsten 24 h anpassen, Hindernisse erkennen | 15 Min. täglich |
| Sprint Review | Scrum Team + Stakeholder | Increment vorführen und begutachten, Feedback einholen, Product Backlog anpassen – es geht um das Produkt | ≤ 4 h (≈ 2 h) |
| Sprint Retrospektive | Scrum Team | Zusammenarbeit, Prozesse, Werkzeuge und DoD reflektieren, Verbesserungen vereinbaren – es geht um die Arbeitsweise | ≤ 3 h (≈ 1,5 h) |
* Höchstdauer bei einem Monat Sprintlänge, in Klammern übliche Werte bei zwei Wochen. Backlog Refinement (Einträge verfeinern, aufteilen, schätzen) ist eine laufende Tätigkeit, kein eigenes Event.
Definition of Done (DoD) und Akzeptanzkriterien werden gern verwechselt: Die DoD gilt für alle Einträge gleich (z. B. „Code-Review erfolgt, Unit-Tests grün, auf Testsystem installiert, Hilfetext aktualisiert“). Akzeptanzkriterien gelten nur für eine User Story und beschreiben fachlich, wann sie erfüllt ist. Manche Teams nutzen zusätzlich eine Definition of Ready: Wann ist ein Eintrag so klar, dass er in einen Sprint darf?
Kanban steuert den Arbeitsfluss über ein Board. Prinzipien: Arbeit visualisieren; WIP begrenzen (Work in Progress – höchstens n Karten je Spalte); Pull-Prinzip (neue Arbeit wird erst gezogen, wenn Kapazität frei ist); Fluss messen (Durchlaufzeit) und kontinuierlich verbessern. Es gibt keine festen Iterationen und keine vorgeschriebenen Rollen.
Zweck des WIP-Limits: verhindert, dass viele Aufgaben gleichzeitig angefangen und keine fertig werden; macht Engpässe sichtbar (eine volle Spalte staut); verkürzt die Durchlaufzeit. Motto: „Stop starting, start finishing.“
| Scrum | Kanban | |
|---|---|---|
| Takt | feste Sprints, Planung je Sprint | kontinuierlicher Fluss, keine Iterationen |
| Rollen | PO, Scrum Master, Developers | keine vorgeschrieben |
| Änderungen | neue Einträge in der Regel erst im nächsten Sprint | jederzeit, sobald Kapazität frei ist |
| Begrenzung | Menge je Sprint (Velocity) | WIP-Limit je Spalte |
| typischer Einsatz | Produktentwicklung | Support, Wartung, Betrieb |
Eine User Story beschreibt eine Anforderung kurz aus Sicht eines Nutzers, mit dem Nutzen, den sie bringt. Standardformat (Rolle – Ziel – Nutzen):
Als <Rolle> möchte ich <Ziel / Funktion>, damit <Nutzen>.
Beispiel: „Als Leserin möchte ich meine Ausleihen in der App verlängern, damit ich keine Säumnisgebühren zahlen muss.“ Akzeptanzkriterien dazu:
Akzeptanzkriterien kann man auch im Schema Gegeben … wenn … dann … (Given – When – Then) schreiben. Eine User Story besteht nach Ron Jeffries aus den „3 C“: Card (kurzer Text auf einer Karte), Conversation (Details werden im Gespräch geklärt), Confirmation (Akzeptanzkriterien bestätigen, dass sie erfüllt ist).
| INVEST | Eine gute User Story ist … |
|---|---|
| Independent | unabhängig von anderen Stories umsetzbar und in beliebiger Reihenfolge planbar |
| Negotiable | verhandelbar – kein Vertrag; Details werden gemeinsam ausgehandelt |
| Valuable | wertvoll – bringt dem Nutzer oder Kunden einen erkennbaren Nutzen |
| Estimable | schätzbar – das Team kann den Aufwand einschätzen |
| Small | klein – passt in einen Sprint |
| Testable | testbar – über Akzeptanzkriterien prüfbar |
Ist eine Story zu groß, heißt sie Epic und wird aufgeteilt, z. B. nach Teilschritten eines Ablaufs, nach Rollen, nach Datenvarianten oder nach Operationen (anlegen / ändern / löschen).
Aus einem Use-Case-Diagramm User Stories ableiten (W23): Akteur → Rolle, Anwendungsfall → Ziel/Funktion, den Nutzen selbst ergänzen. Ein Use Case beschreibt die Interaktion zwischen Akteur und System (mit Ablauf und Varianten), eine User Story nur kurz Wunsch und Nutzen.
Story Points schätzen den Umfang einer Story relativ zu anderen (Aufwand, Komplexität, Unsicherheit), nicht in Stunden. Üblich ist eine Fibonacci-ähnliche Skala (1, 2, 3, 5, 8, 13, 20 …): Je größer die Zahl, desto größer die Unsicherheit. Beim Planning Poker legen alle Developers gleichzeitig verdeckt eine Karte; wer am weitesten abweicht, begründet, dann wird erneut geschätzt, bis Einigkeit besteht. Die Velocity (pro Sprint erledigte Story Points) hilft, künftige Sprints zu planen. Relativ wird geschätzt, weil Menschen Vergleiche („doppelt so groß wie …“) zuverlässiger treffen als absolute Zeiten und weil die Schätzung nicht von der Geschwindigkeit einzelner Personen abhängt.
| Englisch | Deutsch | Englisch | Deutsch |
|---|---|---|---|
| backlog item | Eintrag im Backlog | to estimate / estimation | schätzen / Schätzung |
| acceptance criteria | Akzeptanzkriterien | to split a story | eine Story aufteilen |
| to be accountable for | verantwortlich sein für | increment | Produktinkrement |
| requirement | Anforderung | impediment | Hindernis |
| to prioritise / to order | priorisieren / ordnen | shared understanding | gemeinsames Verständnis |
| may / must / should | darf / muss / sollte | vague, ambiguous | vage, mehrdeutig |
Vorkommen: 5/9 · Prüfungen: S22, W22, S23, W23, S24 · in den letzten drei Prüfungen nicht mehr als eigene Teilaufgabe
| Nicht-funktionale Kategorie | Beispiel „LeseKompass“ (messbar formuliert) |
|---|---|
| Leistung / Effizienz | Die Katalogsuche liefert bei 200 gleichzeitigen Nutzern Ergebnisse in höchstens 2 Sekunden. |
| Benutzbarkeit / Barrierefreiheit | Die App erfüllt WCAG 2.1 Stufe AA; 9 von 10 Testpersonen können ohne Hilfe ein Medium vormerken. |
| Zuverlässigkeit / Verfügbarkeit | Das Ausleihkonto ist zu 99,5 % pro Monat erreichbar. |
| Sicherheit | Datenübertragung ausschließlich per TLS 1.3; Mitarbeiterkonten mit Zwei-Faktor-Anmeldung. |
| Wartbarkeit | Quellcode nach vereinbarten Codierrichtlinien, Testabdeckung der Geschäftslogik ≥ 80 %. |
| Kompatibilität / Portabilität | lauffähig ab Android 13 und iOS 16. |
| Rechtliche Vorgaben | DSGVO (Datenminimierung, Löschung der Ausleihhistorie nach 30 Tagen), Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. |
| Mengengerüst / Randbedingungen | 80.000 Medien, 9.000 Leser; Betrieb im städtischen Rechenzentrum. |
Messbar formulieren: Eine Anforderung ist erst dann gut, wenn man sie bei der Abnahme prüfen kann. Hilfreich ist eine Satzschablone: „Das System muss/soll/kann <wem?> die Möglichkeit bieten, <Objekt> <Tätigkeit>.“
| unbrauchbar (nicht prüfbar) | brauchbar (prüfbar) |
|---|---|
| Die App soll schnell sein. | Die Trefferliste erscheint innerhalb von 2 s nach Absenden der Suche. |
| Die App soll benutzerfreundlich sein. | Eine Verlängerung gelingt mit höchstens drei Fingertipps ab Startbildschirm. |
| Die Daten sollen sicher sein. | Passwörter werden gesalzen mit bcrypt gehasht gespeichert. |
Weitere Qualitätsmerkmale guter Anforderungen: eindeutig, vollständig, widerspruchsfrei, realisierbar, notwendig und verfolgbar (Nummer, Quelle).
| Lastenheft | Pflichtenheft | |
|---|---|---|
| Ersteller | Auftraggeber (Kunde) | Auftragnehmer (Dienstleister), auf Basis des Lastenhefts |
| Leitfrage | Was soll erreicht werden und wofür? | Wie und womit wird es umgesetzt? |
| Inhalt | Ausgangssituation, Ziele, funktionale und nicht-funktionale Anforderungen, Rahmenbedingungen, Mengengerüst, Abnahmekriterien, Termine | Realisierungskonzept: Systemarchitektur, Datenmodell, Schnittstellen, Oberflächenentwürfe, eingesetzte Technik, Testkonzept, Zeitplan |
| Zeitpunkt / Zweck | vor der Ausschreibung; Grundlage für Angebote | nach Auftragsvergabe; vom Auftraggeber bestätigt → Vertragsgrundlage und Maßstab für die Abnahme |
| Technik | Vorgehen | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Interview | Einzelgespräch mit vorbereitetem Fragenkatalog | tiefe Einblicke, Rückfragen möglich, auch implizites Wissen | zeitaufwendig, subjektive Sicht weniger Personen |
| Fragebogen | schriftliche Befragung vieler Personen | viele erreichbar, gut auswertbar, anonym möglich | keine Rückfragen, Rücklauf oft gering, Fragen müssen vorher klar sein |
| Workshop | moderierte Gruppenarbeit mehrerer Stakeholder | gemeinsames Verständnis, Widersprüche werden sofort sichtbar | gute Moderation nötig, Vielredner dominieren, Termin schwer zu finden |
| Beobachtung (Hospitation) | Analyst begleitet Nutzer bei der echten Arbeit | realer Ablauf, unbewusste Tätigkeiten und Umgehungslösungen werden sichtbar | aufwendig, Beobachtete verhalten sich evtl. anders, stört den Ablauf |
| Dokumentenanalyse | Formulare, Handbücher, Altsystem auswerten | objektiv, stört niemanden | Dokumente oft veraltet oder unvollständig |
| Prototyp / Mockup | Entwürfe zeigen, Feedback einholen | konkret, Missverständnisse früh erkennbar | Aufwand; Erwartung „ist ja schon fast fertig“ |
| Kategorie | Bedeutung | Beispiel „LeseKompass“ |
|---|---|---|
| Must have | zwingend; ohne sie ist das Produkt unbrauchbar oder nicht abnahmefähig | Anmelden mit Leseausweis, Konto anzeigen |
| Should have | wichtig, aber es gibt eine Umgehungslösung | Verlängern in der App (geht auch an der Theke) |
| Could have | wünschenswert, nur wenn Zeit und Budget reichen | Leseliste mit Sternebewertung |
| Won’t have (this time) | bewusst nicht in diesem Release, evtl. später | Online-Bezahlung von Gebühren |
Vorkommen: 4/9 · Prüfungen: S23, S24, W25, S26 · steigender Trend
Ein Risiko ist ein mögliches künftiges Ereignis, das mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintritt und dann die Projektziele (Termin, Kosten, Leistung/Qualität) negativ beeinflusst. Ein Problem ist ein Risiko, das bereits eingetreten ist. Das positive Gegenstück heißt Chance.
Gute Risikobeschreibung = Ursache → Ereignis → Auswirkung: „Weil der Hersteller des Bibliothekssystems nur einen Schnittstellen-Entwickler hat (Ursache), kann die Schnittstelle verspätet geliefert werden (Ereignis), wodurch sich der Start der Selbstverbuchung um Wochen verschiebt (Auswirkung).“
Risikowert = Eintrittswahrscheinlichkeit × Schadensausmaß. Qualitativ mit Punkteskalen (z. B. jeweils 1–5), quantitativ mit Prozent und Euro: 20 % × 30.000 € = 6.000 € erwarteter Schaden (Grundlage für ein Risikobudget).
| Nr. | Risiko „LeseKompass“ | EW | S | RW |
|---|---|---|---|---|
| L1 | Schnittstelle des Bibliothekssystem-Herstellers wird verspätet geliefert | 4 | 3 | 12 |
| L2 | Datenleck bei Leserkonten durch Sicherheitslücke | 2 | 5 | 10 |
| L3 | einzelne Terminals fallen in den ersten Wochen häufig aus | 3 | 2 | 6 |
| L4 | Kulturdezernent wechselt, neuer setzt andere Prioritäten | 1 | 4 | 4 |
| Strategie | Idee | Beispiel „LeseKompass“ |
|---|---|---|
| Vermeiden | Ursache beseitigen bzw. die riskante Tätigkeit gar nicht durchführen | auf die noch unerprobte Beta-Version des Bibliothekssystems verzichten |
| Vermindern (mindern) | Eintrittswahrscheinlichkeit senken (vorbeugend) oder Schadensausmaß begrenzen | Schnittstelle früh mit Testdaten prüfen (EW ↓); Fallback: Verbuchung weiter an der Theke (S ↓) |
| Übertragen (abwälzen) | Risiko vertraglich oder durch Versicherung auf Dritte verlagern | Vertragsstrafe mit dem Hersteller vereinbaren; Terminals mit Vor-Ort-Service mieten |
| Akzeptieren (tragen) | bewusst in Kauf nehmen, wenn das Risiko gering oder die Maßnahme teurer als der mögliche Schaden ist; ggf. Puffer/Risikobudget | Wechsel des Dezernenten (L4) wird beobachtet |
Zusätzlich unterscheidet man präventive Maßnahmen (vor Eintritt, wirken auf die EW) und korrektive Maßnahmen bzw. Notfallpläne (nach Eintritt, begrenzen den Schaden). Nach einer Maßnahme wird das Restrisiko neu bewertet.
| Risikokategorie | typische Risiken in IT-Projekten |
|---|---|
| technisch | neue Technologie, Schnittstellen, Performance, Sicherheitslücken, Datenmigration |
| personell | Ausfall oder Kündigung von Schlüsselpersonen, fehlendes Know-how, Überlastung |
| organisatorisch | unklare oder sich ändernde Anforderungen, fehlende Entscheidungen, schlechte Kommunikation, Zuständigkeiten unklar |
| wirtschaftlich | Fehlschätzung, Budgetkürzung, Kostenüberschreitung |
| extern / rechtlich | Lieferverzug von Zulieferern, Gesetzesänderung, Datenschutzverstoß, Insolvenz eines Lieferanten |
| Akzeptanz | Nutzer lehnen das System ab oder nutzen es nicht wie geplant |
Vorkommen: 3/9 · Prüfungen: S22, W24, W25 (zusätzlich Prototyping in W25 T1 A3c)
Vorgehensmodelle lassen sich in zwei Kategorien einteilen: klassische (sequenzielle, plangetriebene) Modelle wie Wasserfall- und V-Modell und agile (iterativ-inkrementelle) Vorgehensweisen wie Scrum, Kanban oder Extreme Programming. Dazwischen liegen iterative Modelle (Spiralmodell, inkrementelles Modell, Prototyping) und hybride Ansätze.
Die Phasen laufen nacheinander ab; jede endet mit einem Ergebnisdokument (Meilenstein), das die nächste Phase freigibt.
Vorteile: klare Struktur, gut planbar (Termine, Kosten, Festpreis), gut dokumentiert, einfach zu steuern; geeignet bei stabilen, vollständig bekannten Anforderungen (z. B. gesetzlich vorgegebene Formate).
Nachteile: Anforderungen müssen zu Beginn vollständig bekannt sein; Fehler werden erst spät im Test entdeckt; Änderungen sind teuer; der Kunde sieht ein lauffähiges Ergebnis erst am Ende.
Das V-Modell erweitert den Wasserfall um eine Teststufe für jede Entwurfsstufe. Links wird von grob nach fein spezifiziert, rechts von fein nach grob getestet. Die Testfälle werden schon in der jeweiligen Entwurfsphase festgelegt. In Deutschland ist das V-Modell XT Standard für IT-Projekte des Bundes.
| Teststufe | prüft … | gegen … |
|---|---|---|
| Komponententest (Modul-/Unit-Test) | einzelne Klassen/Methoden isoliert, meist durch Entwickler | Komponentenspezifikation |
| Integrationstest | Zusammenspiel der Komponenten und Schnittstellen | technischen Systementwurf (Architektur) |
| Systemtest | Gesamtsystem in einer produktionsnahen Testumgebung, funktional und nicht-funktional, durch Testteam | funktionalen Systementwurf / Pflichtenheft |
| Abnahmetest | Eignung für den Einsatzzweck durch den Auftraggeber, mit echten Abläufen | Anforderungsdefinition / Lastenheft |
Verifikation: Wird das Produkt richtig gebaut (entspricht es der Spezifikation)? Validierung: Wird das richtige Produkt gebaut (erfüllt es den Zweck des Kunden)?
Das Spiralmodell (Boehm) ist risikogetrieben: Das Projekt durchläuft mehrere Zyklen; jeder Zyklus hat vier Quadranten (Abb. A-8). Vor jeder Entwicklung werden die größten Risiken analysiert und z. B. mit Prototypen reduziert. Geeignet für große, riskante Vorhaben; Nachteil: hoher Planungs- und Steuerungsaufwand.
Inkrementell: Das Produkt wird in Ausbaustufen geliefert; jede Stufe ist nutzbar und erweitert den Funktionsumfang (Katalog → Ausleihkonto → Mahnwesen).
Iterativ: Ein Ergebnis wird in wiederholten Durchläufen verfeinert und verbessert. Scrum ist iterativ und inkrementell.
Ein Prototyp ist ein früh erstelltes, vereinfachtes Modell des Systems (klickbar oder lauffähig), mit dem Anforderungen geklärt oder die technische Machbarkeit geprüft werden.
| Art | Merkmal | sinnvoll, wenn … |
|---|---|---|
| horizontal | eine Schicht in voller Breite, meist die Oberfläche (Mockup, Klick-Dummy) ohne echte Logik | Bedienung, Abläufe und Masken mit Nutzern abgestimmt werden sollen |
| vertikal | ein schmaler Funktionsausschnitt vollständig durch alle Schichten (Oberfläche → Logik → Datenbank/Schnittstelle) | technische Machbarkeit, Performance oder eine Schnittstelle früh geprüft werden sollen |
| Wegwerf-Prototyp (Rapid Prototyping) | wird nach der Klärung verworfen; schnell, ohne Qualitätsanspruch | nur Anforderungen oder Ideen geklärt werden sollen (explorativ) |
| evolutionärer Prototyp | wird schrittweise zum Endprodukt ausgebaut; muss von Beginn an sauber entwickelt werden | Anforderungen sich erst im Laufe der Nutzung ergeben |
| experimenteller Prototyp | prüft eine technische Lösung (Architektur, Bibliothek) | technisches Neuland betreten wird |
Vorteile: frühes Feedback der Nutzer, Missverständnisse werden früh erkannt, Nutzer werden eingebunden (Akzeptanz), Risiken sinken. Nachteile/Risiken: zusätzlicher Aufwand; der Kunde hält den Prototyp für fast fertig (falsche Erwartungen an Termin und Kosten); Wegwerf-Code wird aus Zeitdruck doch übernommen; Dokumentation wird vernachlässigt.
Die Stacey-Matrix ordnet ein Vorhaben danach ein, wie klar die Anforderungen und wie bekannt Technologie bzw. Lösungsweg sind:
Beispiel: Der Austausch der Etikettendrucker in der Bibliothek (Standardgeräte, Anforderungen klar, Technik bekannt) ist „einfach“ und lässt sich klassisch durchplanen. Ein KI-gestützter Leseempfehlungsdienst (niemand weiß genau, was Leser sich wünschen; Technik für das Team neu) liegt zwischen „komplex“ und „chaotisch“ → erst Prototypen, dann agil. Werden in einem Projekt Teile unterschiedlich eingeordnet, bietet sich ein hybrides Vorgehen an.
| Aspekt | klassisch (plangetrieben) | agil |
|---|---|---|
| Planung | zu Beginn vollständig und detailliert für das ganze Projekt | grobe Gesamtplanung, Detailplanung rollierend je Iteration |
| Anforderungen | zu Beginn vollständig erhoben, im Lasten-/Pflichtenheft festgeschrieben | entstehen und ändern sich laufend, im Product Backlog gepflegt und priorisiert |
| Änderungen | nur über formalen Change Request, oft teuer | willkommen; Backlog wird neu priorisiert, wirksam ab dem nächsten Sprint |
| Kundenbeteiligung | vor allem zu Beginn (Anforderungen) und am Ende (Abnahme) | kontinuierlich, z. B. in jedem Sprint Review |
| Auslieferung | ein Ergebnis am Projektende | regelmäßig nutzbare Inkremente |
| Dokumentation | umfangreich, phasenbezogen | so viel wie nötig |
| Steuerung | Projektleitung plant und verteilt Aufgaben | selbstorganisiertes Team, Product Owner, Scrum Master |
| Risiken | werden oft spät sichtbar (Test am Ende) | werden durch kurze Zyklen früh sichtbar |
Vorkommen: 3/9 · Prüfungen: S22, S23, W23 · eng verwandt mit der Stakeholder-Analyse (PM-01)
Neue Software verändert Arbeitsabläufe – Widerstand der Betroffenen ist normal und meist berechtigt aus deren Sicht. Ziel des Change-Managements: Betroffene zu Beteiligten machen, damit das System später wirklich genutzt wird.
| Befürchtung | passende Maßnahmen |
|---|---|
| Arbeitsplatzverlust, Stellenabbau | klare, verbindliche Aussage der Leitung (z. B. keine betriebsbedingten Kündigungen); neue Aufgaben aufzeigen; Qualifizierung/Umschulung anbieten; Betroffene in die Gestaltung der neuen Abläufe einbeziehen |
| Überforderung durch neue Technik | Schulungen nach Kenntnisstand in kleinen Gruppen; Übungsumgebung; Key-User/Paten als Ansprechpartner vor Ort; Hotline; Zeit zum Lernen einplanen |
| Überwachung, Leistungskontrolle | Betriebs-/Personalrat früh einbinden; Vereinbarung über Zweck und Auswertungsverbot; offenlegen, welche Daten gespeichert werden und wer sie sieht |
| Mehrarbeit in der Umstellung | realistische Zeitpläne, vorübergehende Entlastung, Parallelbetrieb kurz halten |
| Kompetenz- und Statusverlust | Erfahrene als Key-User oder Fachexperten ins Projekt holen; ihr Wissen fließt in die Anforderungen ein |
| Unsicherheit, Gerüchte | frühe, offene und regelmäßige Information: Warum? Was ändert sich für mich? Wann? |
| KI-spezifisch: Fehlentscheidungen, „Black Box“ | Mensch behält die Entscheidung; Vorschläge nachvollziehbar machen; erst Pilot, dann Ausweitung |
| Formen von Widerstand | verbal (Worte) | nonverbal (Verhalten) |
|---|---|---|
| offen (aktiv) | Widerspruch, Gegenargumente, Beschwerden | Aufregung, Unruhe, Proteste |
| verdeckt (passiv) | Ausweichen, Bagatellisieren, Gerüchte | Lustlosigkeit, Dienst nach Vorschrift, Fehlzeiten, neues System „vergessen“ |
Betriebsrat: Bei der Einführung technischer Einrichtungen, die dazu geeignet sind, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen, hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Ohne seine Zustimmung darf das System nicht eingeführt werden. Ergebnis ist meist eine Betriebsvereinbarung (Zweck, gespeicherte Daten, Zugriffsrechte, Auswertungsverbot, Löschfristen). Im öffentlichen Dienst übernimmt der Personalrat diese Rolle.
Workshop gegen Widerstände – mögliche Ziele: über Ziele, Gründe und Nutzen informieren; die Folgen des Status quo bewusst machen; Erwartungen und Befürchtungen sammeln und ernst nehmen; Betroffene an der Gestaltung beteiligen; Befürworter, Unentschlossene und Gegner erkennen; Befürworter als Multiplikatoren stärken; konkrete nächste Schritte vereinbaren.
Pilotbetrieb mit einer kleinen Gruppe: Vorteile – Erfahrungen unter realen Bedingungen, Fehler vor dem flächendeckenden Start beheben, Erfolgsbeispiele und Multiplikatoren, begrenztes Risiko. Nachteile – zeitweise Doppelstrukturen, Pilotgruppe evtl. nicht repräsentativ, längere Gesamtdauer.
Konflikte lösen: Ursache klären (Sach-, Beziehungs-, Ziel-, Verteilungs- oder Rollenkonflikt); früh das persönliche Gespräch suchen; Interessen statt Positionen betrachten („Was brauchen Sie, damit …?“); gemeinsame Lösung (Win-win) statt Machtwort; bei Bedarf neutrale Moderation; Eskalation an die Leitung erst als letzter Schritt. Beispiel: Eine Thekenkraft der Bibliothek fürchtet, durch die Selbstverbuchung überflüssig zu werden → Gespräch mit der Leitung, verbindliche Zusage, neue Rolle in Leseberatung und Veranstaltungen, Schulung dafür.
Vorkommen: 2/9 · Prüfungen: S22 (Make-or-Buy), S23 (Kostenarten) · klassische Kalkulation spielt laut Themenanalyse kaum eine Rolle, die Begriffe sollte man trotzdem sicher können
| Kostenart | Beispiel „LeseKompass“ | Art |
|---|---|---|
| Personalkosten (intern) | Arbeitszeit der Bibliothekarinnen im Projektteam und bei Tests | einmalig |
| Fremdleistungen (extern) | Entwicklung durch den IT-Dienstleister, Beratung | einmalig |
| Sachkosten / Hardware | Selbstverbuchungsterminals, RFID-Etiketten, Server | einmalig |
| Lizenzkosten | Schnittstellenmodul des Bibliothekssystems (Kauf) oder Abo eines Push-Dienstes | einmalig oder laufend |
| Schulungskosten | Trainer, Arbeitszeit der Teilnehmenden, Unterlagen | einmalig |
| Reise- und Kommunikationskosten | Fahrten zum Hersteller, Videokonferenzlizenzen | einmalig |
| Betriebs- und Wartungskosten | Hosting, Support-Vertrag, Updates, Wartung der Terminals | laufend |
| Gemeinkosten | anteilige Raum-, Verwaltungs- und IT-Kosten | laufend/anteilig |
Einmalige Kosten fallen für die Einführung an (Investition), laufende Kosten jedes Jahr für den Betrieb. Außerdem unterscheidet man Einzelkosten (direkt dem Projekt zurechenbar) und Gemeinkosten (nur anteilig über Zuschläge).
Personalkosten = Aufwand × Stundensatz. Ein Personentag (PT) hat in der Regel 8 Stunden. Ein Stundensatz enthält neben dem Lohn auch Lohnnebenkosten, Gemeinkosten und – bei Dienstleistern – einen Gewinnzuschlag.
| Position | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Entwicklung (Dienstleister) | 3 Entwickler × 25 PT × 8 h × 80 €/h | 48.000 € |
| Projektleitung | 20 PT × 8 h × 95 €/h | 15.200 € |
| Selbstverbuchungsterminals | 4 × 4.500 € | 18.000 € |
| Schulung des Personals | 12 Personen × 3 h × 30 €/h | 1.080 € |
| einmalige Kosten gesamt | 82.280 € | |
| Hosting und Wartung | 300 €/Monat × 12 | 3.600 €/Jahr |
Bei Make-or-Buy wird entschieden, ob eine Leistung selbst erstellt (Eigenentwicklung, „Make“) oder eingekauft wird (Standardsoftware, fertige Komponente oder Fremdvergabe an einen Dienstleister, „Buy“).
| Vorteile | Nachteile | |
|---|---|---|
| Make (Eigenentwicklung) | passt genau zu den Anforderungen; Know-how bleibt im Haus; keine Abhängigkeit von einem Anbieter; keine Lizenzkosten; ggf. Wettbewerbsvorteil | hohe Entwicklungskosten und -dauer; bindet eigene Kapazität; Risiko bei fehlendem Know-how; Wartung und Weiterentwicklung selbst tragen |
| Buy (Kauf / Fremdvergabe) | schneller verfügbar; oft günstiger, da Kosten auf viele Kunden verteilt; erprobt; Spezialwissen des Anbieters; Updates/Wartung durch Anbieter; Risiken teilweise übertragen | Abhängigkeit vom Anbieter (Lock-in); begrenzt anpassbar; laufende Lizenzkosten; Daten evtl. beim Anbieter (Datenschutz); Know-how fehlt im eigenen Haus; Abstimmungsaufwand |
Mit der Nutzwertanalyse vergleicht man Alternativen auch anhand nicht in Geld messbarer Kriterien. So gehst du vor:
| Kriterium (Hosting-Anbieter) | Gewicht | X Punkte | X gewichtet | Y Punkte | Y gewichtet | Z Punkte | Z gewichtet |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Preis | 40 % | 6 | 2,4 | 9 | 3,6 | 7 | 2,8 |
| Datenschutz / Standort EU | 30 % | 9 | 2,7 | 4 | 1,2 | 8 | 2,4 |
| Support | 20 % | 7 | 1,4 | 6 | 1,2 | 5 | 1,0 |
| Skalierbarkeit | 10 % | 5 | 0,5 | 8 | 0,8 | 6 | 0,6 |
| Nutzwert | 100 % | 7,0 | 6,8 | 6,8 |
X gewinnt knapp, obwohl Y am günstigsten ist. Stärke der Methode: qualitative Kriterien werden vergleichbar und die Entscheidung ist dokumentiert. Schwäche: Gewichte und Punkte sind subjektiv; kleine Unterschiede (7,0 zu 6,8) täuschen Genauigkeit vor.
Amortisationsdauer = einmalige Investition ÷ jährlicher Rückfluss, wobei Rückfluss = jährliche Einsparungen bzw. Mehrerlöse − laufende Kosten des neuen Systems.
Beispiel: Investition 82.280 €, Einsparungen 28.000 €/Jahr, laufende Kosten 3.600 €/Jahr → Rückfluss 24.400 €/Jahr → 82.280 € ÷ 24.400 €/Jahr ≈ 3,37 Jahre (≈ 3 Jahre und 5 Monate). Kumuliert: nach Jahr 1 −57.880 €, nach Jahr 2 −33.480 €, nach Jahr 3 −9.080 €, nach Jahr 4 +15.320 €.
Die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer (Total Cost of Ownership, TCO) = einmalige Kosten + Nutzungsjahre × laufende Kosten. Sie sind fairer als ein reiner Vergleich der Anschaffungspreise.
Vorkommen: 1/9 · Prüfung: S26 (T1 A1c–e, 19 Punkte) · einmalig, aber in der letzten Prüfung und sehr punktreich – unbedingt können
Ein Vorgangsknotennetzplan stellt die Vorgänge eines Projekts als Knoten (Kästchen) und ihre Abhängigkeiten als Pfeile dar. Daraus ergeben sich die Projektdauer, die Puffer jedes Vorgangs und der kritische Pfad. Normalfall ist die Ende-Anfang-Beziehung: Ein Vorgang kann erst beginnen, wenn alle Vorgänger beendet sind.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| FAZ / FEZ | frühester Anfangs- bzw. Endzeitpunkt eines Vorgangs |
| SAZ / SEZ | spätester Anfangs- bzw. Endzeitpunkt, ohne dass sich das Projektende verschiebt |
| Gesamtpuffer (GP) | Zeit, um die ein Vorgang verschoben oder verlängert werden kann, ohne dass sich das Projektende verschiebt (Nachfolger dürfen dabei in ihren Puffer rutschen) |
| freier Puffer (FP) | Zeit, um die ein Vorgang verschoben oder verlängert werden kann, ohne dass sich der früheste Anfang eines Nachfolgers verschiebt |
| kritischer Vorgang | Vorgang mit Gesamtpuffer 0 – jede Verzögerung verschiebt das Projektende |
| kritischer Pfad | durchgehende Folge kritischer Vorgänge vom Start bis zum Ende; seine Länge ist die Projektdauer |
Hinweis zur Konvention: Hier (und in S26: A von 0 bis 10, B von 10 bis 25) werden Zeitpunkte gezählt – der Nachfolger beginnt zum selben Zeitpunkt, zu dem der Vorgänger endet. In manchen Lehrbüchern werden stattdessen Tagesnummern verwendet (FAZ = 1, FEZ = FAZ + D − 1, Nachfolger beginnt am Folgetag). Beides ist richtig, solange man es konsequent durchhält; in der Prüfung an die vorgegebenen Knoten anpassen.
| Nr. | Vorgang | Dauer (Tage) | Vorgänger |
|---|---|---|---|
| A | Ist-Analyse | 2 | – |
| B | Terminals ausschreiben | 5 | A |
| C | RFID-Etiketten beschaffen | 4 | A |
| D | Terminals liefern und montieren | 6 | B |
| E | Medien etikettieren | 4 | C |
| F | Test und Schulung | 3 | D, E |
| Schritt | Rechnung |
|---|---|
| vorwärts | A: 0 → 2 · B: 2 → 7 · C: 2 → 6 · D: 7 → 13 · E: 6 → 10 · F: FAZ = max(13; 10) = 13 → 16 |
| Ende | 16 Tage |
| rückwärts | F: 13 ← 16 · D: 7 ← 13 · E: 9 ← 13 · B: 2 ← 7 · C: SEZ = SAZ(E) = 9 → SAZ 5 · A: SEZ = min(2; 5) = 2 → SAZ 0 |
| Puffer | C: GP = 5 − 2 = 3, FP = FAZ(E) − FEZ(C) = 6 − 6 = 0 · E: GP = 9 − 6 = 3, FP = 13 − 10 = 3 · alle anderen 0 |
Warum hat C einen Gesamtpuffer von 3, aber keinen freien Puffer? Verzögert sich C, beginnt E sofort später (FP = 0). Weil E selbst 3 Tage Luft bis zum Start von F hat, bleibt das Projektende trotzdem bei 16 – bis zu 3 Tage Verzögerung von C „verbrauchen“ den Puffer von E mit. C und E teilen sich also denselben Puffer.
| Verzögerung eines Vorgangs um v Tage | Folge |
|---|---|
| v ≤ FP | keine Auswirkung auf Nachfolger und Projektende |
| FP < v ≤ GP | Nachfolger verschieben sich, das Projektende nicht |
| v > GP | Projektende verschiebt sich um v − GP; der kritische Pfad kann sich ändern |
| kritischer Vorgang (GP = 0) | Projektende verschiebt sich um die volle Verzögerung |
Beispiel: E dauert 2 Tage länger → 2 ≤ FP (3) → keine Auswirkung. C dauert 4 Tage länger → 4 > GP (3) → Projektende 17; neuer kritischer Pfad A → C → E → F, B und D haben jetzt 1 Tag Puffer.
Projektdauer verkürzen: Nur die Beschleunigung kritischer Vorgänge verkürzt das Projekt – durch mehr Personal, Überstunden (Kosten ↑), Parallelisieren bzw. Überlappen von Vorgängen (Risiko ↑) oder weniger Umfang. Danach kann ein anderer Pfad kritisch werden.
Das Gantt-Diagramm zeigt Vorgänge als Balken auf einer Zeitachse. Es ist für Termine und Auslastung anschaulicher, Abhängigkeiten sieht man aber schlechter als im Netzplan (sie können durch Pfeile ergänzt werden). Meilensteine werden als Raute (Dauer 0) eingezeichnet.
Vorkommen: 1/9 · Prüfung: W25 (T1 A1a, 8 Punkte)
Eine Machbarkeitsanalyse (Machbarkeitsstudie) wird vor dem eigentlichen Projektstart durchgeführt, meist in der Initialisierungsphase. Sie prüft, ob ein Vorhaben unter den gegebenen Bedingungen realisierbar und sinnvoll ist, und endet mit einer Empfehlung: durchführen, mit Änderungen durchführen oder nicht durchführen. So werden „No-Gos“ erkannt, bevor viel Geld ausgegeben ist.
| Kriterium | Leitfrage | Prüfpunkte am Beispiel „24-Stunden-Abholstation“ der Bibliothek |
|---|---|---|
| technisch | Ist es mit verfügbarer Technik und vorhandenem Know-how umsetzbar? | Gibt es Abholschränke mit Schnittstelle zum Bibliothekssystem? Strom/Netz am Standort? Erfahrung des Teams? |
| wirtschaftlich | Ist es finanzierbar und lohnt es sich? | Anschaffung 40.000 € vs. Budget; laufende Kosten; erwartete Mehrausleihen; Amortisation |
| rechtlich | Ist es rechtlich zulässig? | Datenschutz (Videoüberwachung der Station?), Vergaberecht (öffentliche Ausschreibung), Haftung bei Diebstahl, Barrierefreiheit |
| organisatorisch / personell | Passt es zu Abläufen, Personal und Kultur? | Wer befüllt die Station täglich? Reichen Personal und Qualifikation? Zustimmung des Personalrats? |
| zeitlich | Ist der gewünschte Termin realistisch? | Lieferzeit der Schränke 16 Wochen – Eröffnung zum Sommerferienbeginn noch möglich? |
Manchmal werden zusätzlich ökologische oder soziale Machbarkeit genannt. Andere sinnvolle Kriterien werden in der Regel akzeptiert, wenn sie gut erläutert sind.
Vorkommen: 1/9 · Prüfung: S24 (T1 A1a, 8 Punkte)
Der Nutzen begründet, warum sich ein Projekt lohnt (Projektbegründung, Business Case). Er sollte je Zielgruppe beschrieben werden, denn Leserinnen, Personal und Leitung haben unterschiedliche Vorteile.
| Nutzendimension | Beispiel „LeseKompass“ |
|---|---|
| Zeit | Ausleihe ohne Warteschlange; Verlängern ohne Anruf |
| Kosten | weniger Routinearbeit an der Theke; Porto für Mahnbriefe entfällt durch Push-Nachrichten |
| Qualität | weniger Verbuchungsfehler; aktuelle Bestandsdaten |
| Erreichbarkeit / Verfügbarkeit | Konto, Suche und Vormerken rund um die Uhr, auch mobil |
| Service / Zufriedenheit | Erinnerung vor Fristablauf; personalisierte Empfehlungen |
| Transparenz / Steuerung | Statistiken zu Ausleihen und Nachfrage als Grundlage für den Medienkauf |
| Image / Marketing | moderne, digitale Bibliothek; neue, junge Zielgruppen |
| Nachhaltigkeit | weniger Papier (Quittungen, Mahnbriefe), weniger Wege |
Quantitativer Nutzen lässt sich in Zahlen oder Geld ausdrücken (eingesparte Stunden, Euro, Fehlerquote), qualitativer Nutzen nur beschreiben oder schwer messen (Zufriedenheit, Image, Motivation, bessere Entscheidungsgrundlage). Man unterscheidet außerdem direkten (unmittelbar durch das System) und indirekten Nutzen (Folgewirkung, z. B. bessere Kundenbindung).
Zeitersparnis in Geld umrechnen: Anzahl Vorgänge × eingesparte Minuten ÷ 60 × Stundensatz. Beispiel: 40.000 Ausleihen pro Jahr × 1,5 Minuten = 60.000 Minuten = 1.000 Stunden × 30 €/h = 30.000 € pro Jahr.
Aufbau einer Projektbegründung (Business Case): Ausgangslage/Problem → Ziel → Lösung → Kosten → Nutzen (quantitativ und qualitativ) → Risiken → Wirtschaftlichkeit (z. B. Amortisation) → Empfehlung.
Für Projektmanagement legt die IHK keine Notationshilfe bei – alle Informationen stehen in der Ausgangssituation und in den Aufgaben. Sie sind hier als Anlagen gesammelt. Einzige „Notation“: die Legende des Netzplanknotens (Anlage 10), wie sie in S26 bei der Aufgabe stand. Keine Erklärungen.
Die Aufgaben dieses Blocks beziehen sich auf die folgende Ausgangssituation:
Die Lindenhof Pflege gGmbH ist ein ambulanter Pflegedienst im ländlich geprägten Landkreis Wiesental mit vier Standorten (Nord, Süd, Ost, West). 160 Beschäftigte, davon 118 Pflegekräfte, versorgen rund 950 Patientinnen und Patienten in deren Wohnungen. Tourenpläne werden bisher in einer Tabellenkalkulation erstellt und ausgedruckt. Die Pflegekräfte dokumentieren ihre Leistungen auf Papierformularen; die Verwaltung überträgt diese Leistungsnachweise am Monatsende von Hand in die Abrechnungssoftware CareBill, mit der gegenüber den Pflegekassen abgerechnet wird.
Die Kranich Softwarehaus GmbH wurde beauftragt, die Lösung „PflegeMobil“ zu entwickeln und einzuführen:
Sie sind Auszubildende/r zum Fachinformatiker/zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung bei der Kranich Softwarehaus GmbH und arbeiten im Projektteam mit.
| Auftraggeber | Lindenhof Pflege gGmbH, vertreten durch die Geschäftsführerin Dr. Marion Esser |
|---|---|
| Auftragnehmer | Kranich Softwarehaus GmbH, Projektleiter Tobias Wendt |
| Laufzeit | 01.02.2027 bis 30.11.2027 · Pilotbetrieb am Standort Nord ab Juli 2027 · Go-Live aller Standorte am 01.11.2027 |
| Budget | 420.000 € (einmalige Kosten inkl. Hardware und Schulung); Vergütung Kranich als Festpreis |
| Projektziele | (1) Zeitaufwand der Pflegekräfte für die Dokumentation um mindestens 30 % senken · (2) Abrechnung des Vormonats bis zum 5. Werktag statt bisher bis zum 15. Werktag · (3) Anteil fehlerhafter Leistungsnachweise in der Abrechnung von ca. 4 % auf unter 0,5 % senken · (4) papierlose Dokumentation an allen vier Standorten |
| Vorgehen | hybrid: Scrum für App und Webportal (Sprints à 2 Wochen); klassische Planung für Hardware, CareBill-Schnittstelle und Rollout |
| Projektteam Kranich | Projektleiter; Product Owner Jana Krüger (stimmt sich eng mit der Pflegedienstleitung ab); Scrum Master; 4 Entwickler/innen, davon eine Android-Spezialistin; 1 Testerin; 1 UX-Designerin; Sie als Auszubildende/r |
| Person / Gruppe | Notizen |
|---|---|
| Dr. Marion Esser, Geschäftsführerin Lindenhof | Will die Abrechnung beschleunigen (Liquidität) und Verwaltungskosten senken; möchte als moderner Arbeitgeber Pflegekräfte gewinnen. Gibt das Budget frei. Sorge: „Wenn das Projekt teurer wird oder die Umstellung den laufenden Betrieb stört, haben wir ein echtes Problem.“ |
| Sabine Hartmann, Pflegedienstleitung (PDL) aller Standorte | Wünscht sich eine schnelle Tourenplanung und eine lückenlose, prüfsichere Dokumentation für Prüfungen durch den Medizinischen Dienst. Entscheidet fachlich über die Anforderungen. „Ich habe neben dem Tagesgeschäft kaum Zeit für Projekttermine.“ |
| Pflegekräfte (118, viele in Teilzeit, Alter 19–63 Jahre) | Aussagen aus der Mitarbeiterversammlung am 20.01.2027:
„Wenn jede Minute im Tablet steht, werden wir bald mit der Stoppuhr kontrolliert.“ „Ich habe noch nie mit einem Tablet gearbeitet. Was ist, wenn ich etwas falsch eintippe und die Abrechnung nicht stimmt?“ (Pflegekraft, 61 Jahre) „Bei Familie Brandl in Oberwiesental hat man schon jetzt kein Handynetz.“ „Endlich keine Zettel mehr am Wochenende nachtragen!“ (Pflegekraft, 27 Jahre) |
| Betriebsrat, Vorsitzender Yusuf Demir | Sieht im System eine technische Einrichtung, mit der Leistung und Verhalten der Beschäftigten überwacht werden können. Verlangt eine Betriebsvereinbarung vor dem Start des Pilotbetriebs. „Ohne unsere Zustimmung geht hier kein Tablet in Betrieb.“ |
| Petra Lange, Verwaltung/Abrechnung (seit 22 Jahren im Unternehmen) | Überträgt heute gemeinsam mit einer Kollegin die Papiernachweise in CareBill; kennt alle Abrechnungsregeln der Pflegekassen. „Wenn das alles automatisch geht, braucht man mich hier doch nicht mehr.“ |
| Patientinnen, Patienten und Angehörige | Wünschen verlässliche Einsatzzeiten und möglichst immer dieselbe Pflegekraft. Einige ältere Patienten sind skeptisch, auf einem Tablet zu unterschreiben. Angehörige möchten wissen, wann die Pflegekraft kommt. |
| Externer Datenschutzbeauftragter, Kanzlei Rehberg | Gesundheitsdaten sind besonders geschützt (Art. 9 DSGVO). Fordert eine Datenschutz-Folgenabschätzung, verschlüsselte Speicherung auf den Tablets, Hosting in der EU und ein Rollen- und Rechtekonzept. |
| Lars Nowak, IT-Administrator Lindenhof (Teilzeit, einziger IT-Mitarbeiter) | Sorgt sich, wie er 120 Tablets betreuen soll. Fordert eine zentrale Geräteverwaltung (MDM). |
| CareBill Software AG, Hersteller der Abrechnungssoftware | Stellt die Importschnittstelle gegen Gebühr bereit und möchte ein eigenes Zusatzmodul verkaufen. Eine Testumgebung wird nur mit sechs Wochen Vorlauf eingerichtet. |
| Geschäftsleitung Kranich | Möchte PflegeMobil als Referenzprojekt für weitere Pflegedienste nutzen. Sorge wegen des Festpreises: „Jede zusätzliche Anforderung geht bei Festpreis zu unseren Lasten.“ |
Interview 1 – Sabine Hartmann, Pflegedienstleitung
Interview 2 – Olga Ivanova, Pflegekraft am Standort Ost
Interview 3 – Petra Lange, Abrechnung
Interview 4 – Lars Nowak, IT-Administration
Notiz aus dem Gespräch mit der Geschäftsführung
A user story is a short, simple description of a feature, told from the perspective of the person who wants it. We use the template “As a <role>, I want <goal> so that <benefit>.” The benefit part is not optional: it explains why the story matters and helps the Product Owner to order the backlog.
Anyone involved in the project may write user stories – developers, testers, designers and even users. However, the Product Owner is accountable for the product backlog and decides in which order the stories are implemented.
A story is not a complete specification. It consists of three parts, often called the three Cs. The Card is the short written text. The Conversation is the discussion between the Product Owner, the developers and the users in which the details are clarified. The Confirmation is a set of acceptance criteria that tell us whether the story has been implemented correctly.
Acceptance criteria belong to one single story and describe the expected behaviour from the user’s point of view. They must not be confused with our Definition of Done, which applies to every backlog item: the code has been reviewed, all automated tests have passed and the change has been deployed to the test system.
Good stories follow the INVEST criteria: Independent, Negotiable, Valuable, Estimable, Small and Testable. A story that is too large to be finished within one sprint is called an epic and must be split into smaller stories before sprint planning.
We estimate stories in story points, not in hours. Story points express the size of a story relative to other stories, taking effort, complexity and uncertainty into account. The whole development team estimates together using Planning Poker, so that different views are discussed early and a shared understanding develops.
Bewertungsskalen: Eintrittswahrscheinlichkeit (EW) 1 = sehr gering (unter 10 %) · 2 = gering · 3 = mittel · 4 = hoch · 5 = sehr hoch (über 70 %). Schadensausmaß (S) 1 = unbedeutend · 2 = gering · 3 = spürbar · 4 = schwer · 5 = gefährdet den Projekterfolg.
Risikowert RW = EW × S. RW ≥ 12: hoch – sofort Maßnahmen, Bericht an den Lenkungsausschuss · RW 6–11: mittel – Maßnahmen planen · RW ≤ 5: gering – beobachten.
| Nr. | gesammeltes Risiko | EW | S |
|---|---|---|---|
| R1 | Die CareBill Software AG stellt die Testumgebung nicht rechtzeitig bereit (sechs Wochen Vorlauf); der Integrationstest verzögert sich. | 3 | 4 |
| R2 | Lieferengpass bei den Tablets (Lieferzeit derzeit 6–10 Wochen). | 2 | 3 |
| R3 | In ländlichen Gebieten fehlt Mobilfunkempfang; bei der späteren Synchronisation entstehen Datenkonflikte oder Datenverluste. | 4 | 4 |
| R4 | Die einzige Android-Spezialistin im Team fällt längere Zeit aus oder kündigt. | 2 | 5 |
| R5 | Die Betriebsvereinbarung ist zum Start des Pilotbetriebs nicht abgeschlossen. | 3 | 5 |
| R6 | Pflegekräfte dokumentieren weiterhin zusätzlich auf Papier (Doppelarbeit, Ziel 4 verfehlt). | 3 | 3 |
| R7 | Ein Tablet mit Patientendaten geht verloren oder wird gestohlen (Datenschutzverstoß). | 2 | 5 |
a) Aufwandsschätzung Kranich (Grundlage des Festpreises; Stundensätze einschließlich Gemeinkosten und Gewinnzuschlag)
| Rolle | Aufwand (Stunden) | Stundensatz |
|---|---|---|
| Projektleitung | 320 | 95 € |
| Entwicklung (App, Webportal, Schnittstelle) | 2.400 | 85 € |
| UX-Design | 240 | 80 € |
| Test | 480 | 75 € |
| Auszubildende/r | 300 | 30 € |
b) Weitere Kosten bei der Lindenhof Pflege gGmbH
c) Modul „automatische Tourenvorschläge“ – drei Varianten (Entscheidung der Kranich Softwarehaus GmbH, Stundensatz Entwicklung 85 €)
| Variante | Beschreibung | Kosten |
|---|---|---|
| A Eigenentwicklung | Kranich entwickelt den Algorithmus selbst. Das Team hat noch keine Erfahrung mit Routenoptimierung. Einsatzbereit in ca. 4 Monaten. | 600 h Entwicklung; Pflege ca. 60 h pro Jahr |
| B Komponente „RouteMaster SDK“ | Kauf einer Programmbibliothek eines deutschen Anbieters; läuft auf dem eigenen Server im EU-Rechenzentrum. Einsatzbereit in ca. 6 Wochen. | Lizenz 9.500 € einmalig + 4.800 € pro Jahr; Integration 120 h |
| C Cloud-Dienst „OptiRoute API“ | Webdienst eines Anbieters mit Servern in den USA; Patientenadressen werden zur Berechnung übertragen. Einsatzbereit in ca. 4 Wochen. | Abo 650 € pro Monat; Integration 80 h |
| Kriterium | Gewicht | A | B | C |
|---|---|---|---|---|
| Kosten über 5 Jahre | 30 % | 3 | 9 | 8 |
| Datenschutz / Rechtssicherheit | 25 % | 9 | 8 | 2 |
| Zeit bis zur Einsatzbereitschaft | 15 % | 3 | 8 | 9 |
| Anpassbarkeit an Anforderungen | 15 % | 10 | 6 | 4 |
| Unabhängigkeit vom Anbieter | 15 % | 10 | 5 | 3 |
| Bereich | heute (Papier) | mit PflegeMobil (erwartet) |
|---|---|---|
| Einsätze pro Jahr | ca. 260.000 | |
| Dokumentation je Einsatz | 4,0 Minuten | 2,5 Minuten |
| interner Kostensatz Pflegekraft | 32 € pro Stunde | |
| Übertragung der Nachweise in CareBill | 2 Mitarbeiterinnen mit zusammen 120 Stunden pro Monat | 20 Stunden pro Monat für Kontrolle und Korrekturen |
| interner Kostensatz Verwaltung | 28 € pro Stunde | |
| Formulare, Druck, Papier, Archivordner | 7.800 € pro Jahr | entfällt |
| Lagerraum für Papierakten (Miete) | 2.400 € pro Jahr | entfällt |
| gefahrene Kilometer der Pflegekräfte | 1.100.000 km pro Jahr, 0,30 € je km | 4 % weniger durch bessere Tourenplanung |
| nicht abrechenbare Leistungen (fehlende oder unleserliche Nachweise) | ca. 0,8 % des Jahresumsatzes von 9,5 Mio. € | ca. 0,2 % |
Hinweis der Geschäftsführung: Durch PflegeMobil soll niemand entlassen werden; frei werdende Zeit der Pflegekräfte soll für die Pflege genutzt werden.
Idee: Pflegekräfte diktieren die Pflegedokumentation; eine KI-Spracherkennung wandelt die Sprache in Text um und schlägt die passenden Leistungen vor. Erwarteter Nutzen: eine weitere Minute Zeitersparnis je Einsatz – allerdings nur bei einer Erkennungsrate von mindestens 90 %, sonst frisst der Korrekturaufwand die Ersparnis auf.
| Bereich | Fakten |
|---|---|
| Technik | Variante 1 – Cloud-Dienst „VoxCloud“: Erkennungsrate für Deutsch mit Pflegefachbegriffen ca. 95 %, benötigt durchgehend Internetverbindung, Server in den USA. Variante 2 – Offline-Erkennung auf dem Tablet (Open-Source-Modell): Erkennungsrate bei Fachbegriffen ca. 82 %; benötigt mindestens 8 GB Arbeitsspeicher – die beschafften Tablets haben 4 GB. Kranich hat bisher kein Projekt mit Spracherkennung umgesetzt; ein Entwickler hat einen zweitägigen Workshop besucht. |
| Kosten | Budget Phase 2: 60.000 €. Variante 1: Entwicklung ca. 25.000 € + Nutzungsgebühr 1.800 € pro Monat. Variante 2: Entwicklung ca. 45.000 € + neue Tablets (120 × 520 €). |
| Recht | Diktate enthalten Gesundheitsdaten (Art. 9 DSGVO). Der Datenschutzbeauftragte lehnt die Verarbeitung auf US-Servern ohne zusätzliche Garantien ab. Aufnahmen können Gespräche von Patienten und Angehörigen mit erfassen. |
| Organisation / Personal | Der Betriebsrat befürchtet, dass Sprachaufnahmen zur Leistungskontrolle ausgewertet werden, und verlangt eine Erweiterung der Betriebsvereinbarung. Jüngere Pflegekräfte sind begeistert, viele ältere skeptisch. In vielen Wohnungen laufen Fernseher oder Radio. |
| Zeit | Phase 2 soll bis 30.06.2028 abgeschlossen sein. Das Kranich-Team ist bis Ende März 2028 mit einem anderen Projekt ausgelastet; geschätzte Entwicklungsdauer Variante 1: 3 Monate, Variante 2: 5 Monate. |
Zeiteinheit: Arbeitstage. Das Teilprojekt beginnt zum Zeitpunkt 0.
| Nr. | Vorgang | Dauer | Vorgänger |
|---|---|---|---|
| A | Schnittstellenspezifikation von CareBill auswerten | 4 | – |
| B | Datenmodell der Leistungsnachweise festlegen | 3 | A |
| C | Testumgebung durch CareBill bereitstellen lassen | 8 | A |
| D | Export-Modul entwickeln | 10 | B |
| E | Plausibilitätsprüfung der Nachweise entwickeln | 6 | B |
| F | Testdaten in der Testumgebung anlegen | 2 | C |
| G | Integrationstest mit CareBill | 5 | D, E, F |
| H | Abnahme durch die Abrechnung | 2 | G |
Zeiteinheit in allen Netzplänen: Arbeitstage. Der erste Vorgang beginnt zum Zeitpunkt 0.
Alle Aufgaben beziehen sich auf die Ausgangssituation in Anlage 1 (Projekt „PflegeMobil“). Stichwortartige Antworten sind zulässig, sofern nicht ausdrücklich ganze Sätze verlangt werden. Wenn eine bestimmte Anzahl gefordert ist („zwei …“), werden nur so viele Angaben gewertet.
Die Geschäftsführerin der Lindenhof Pflege gGmbH fragt, warum PflegeMobil als Projekt mit eigener Projektleitung durchgeführt wird und nicht „nebenbei“ von der Verwaltung.
Grundlagen zu: W24 Teil 1, Aufgabe 1 und S26 Teil 1, Aufgabe 1 (Projektbegriffe, Projekterfolg)
Zu Projektbeginn soll eine Stakeholder-Analyse erstellt werden. Grundlage sind die Gesprächsnotizen in Anlage 2.
| Stakeholder | Interesse / Erwartung | Einfluss | Einstellung |
|---|---|---|---|
| Dr. Marion Esser, Geschäftsführerin Lindenhof | schnellere Abrechnung, geringere Verwaltungskosten, attraktiver Arbeitgeber | hoch | positiv |
Angelehnt an: W23 Teil 1, Aufgabe 1a (Stakeholder und ihre Interessen in einer Tabelle)
Sie unterstützen den Projektleiter Tobias Wendt bei der Vorbereitung und Steuerung des Projekts PflegeMobil.
| Begriff | Erläuterung | Beispiel aus PflegeMobil |
|---|---|---|
| Projektauftrag | ||
| Kick-off-Meeting | ||
| Meilenstein | ||
| Lessons Learned |
| Stakeholder | Befürchtung | Maßnahme |
|---|---|---|
| Geschäftsführung Lindenhof | ||
| Patientinnen und Patienten | ||
| Geschäftsleitung Kranich |
Angelehnt an: W24 Teil 1, Aufgabe 1c (Begriffstabelle), S24 Teil 1, Aufgabe 1d (Befürchtungen und Maßnahmen) und S26 Teil 1, Aufgabe 1a (Projekterfolg prüfen)
App und Webportal von PflegeMobil werden mit Scrum entwickelt (Anlage 1).
| Begriff | Kategorie | Begriff | Kategorie |
|---|---|---|---|
| Product Owner | Developers | ||
| Sprint Review | Daily Scrum | ||
| Increment | Product Backlog |
Grundlagen zu: W22 Teil 1, Aufgabe 2b (Scrum-Elemente)
Die Product Ownerin Jana Krüger bereitet den ersten Sprint vor. Ein neuer Werkstudent kennt Scrum noch nicht.
| Event | Beschreibung |
|---|---|
| Sprint Planning | |
| Daily Scrum | |
| Sprint Review |
Angelehnt an: W22 Teil 1, Aufgabe 2bb (drei Elemente von Scrum beschreiben) und W23 Teil 1, Aufgabe 2b (User Stories formulieren)
Im Team-Wiki der Kranich Softwarehaus GmbH steht ein englischer Leitfaden zu User Stories (Anlage 4). Beantworten Sie die folgenden Fragen auf Deutsch.
„Als Benutzer möchte ich, dass die App schnell und benutzerfreundlich ist, offline funktioniert, alle Daten synchronisiert und die Angehörigen informiert.“Erläutern Sie anhand von zwei INVEST-Kriterien, warum diese Story ungeeignet ist.
Angelehnt an: W23 Teil 1, Aufgabe 2a (englischer Fachtext zu User Stories: Ersteller, Aufbau, INVEST)
| Nr. | Anforderung | f | nf |
|---|---|---|---|
| 1 | Die App zeigt die Einsätze der Tour in zeitlicher Reihenfolge an. | ☐ | ☐ |
| 2 | Die App ist nach dem Antippen des Symbols in höchstens 3 Sekunden bedienbar. | ☐ | ☐ |
| 3 | Die Patientin bzw. der Patient kann die erbrachten Leistungen auf dem Tablet unterschreiben. | ☐ | ☐ |
| 4 | Patientendaten werden auf dem Tablet verschlüsselt gespeichert. | ☐ | ☐ |
| 5 | Die Pflegedienstleitung kann einen Einsatz per Drag & Drop einer anderen Tour zuweisen. | ☐ | ☐ |
| 6 | Das Webportal ist werktags von 5 bis 22 Uhr zu mindestens 99,5 % verfügbar. | ☐ | ☐ |
Angelehnt an: W22 Teil 1, Aufgabe 1b und S23 Teil 1, Aufgabe 1c (funktionale/nicht-funktionale Anforderung)
Die Lindenhof Pflege gGmbH hat vor der Vergabe ein Lastenheft erstellt, die Kranich Softwarehaus GmbH danach ein Pflichtenheft. Die folgenden Sätze stammen aus diesen beiden Dokumenten.
| Nr. | Satz aus dem Dokument | L / P |
|---|---|---|
| 1 | „Pflegekräfte müssen Leistungen auch ohne Mobilfunkempfang erfassen können.“ | |
| 2 | „Offline erfasste Daten werden in einer verschlüsselten SQLite-Datenbank auf dem Tablet gespeichert und über eine REST-Schnittstelle mit dem Server synchronisiert.“ | |
| 3 | „Die Abrechnung des Vormonats soll bis zum 5. Werktag erstellt werden können.“ | |
| 4 | „Der Export erzeugt jede Nacht um 2 Uhr eine XML-Datei nach dem Importschema von CareBill.“ | |
| 5 | „Das System muss 118 Pflegekräfte an vier Standorten und rund 950 Patientinnen und Patienten verwalten können.“ | |
| 6 | „Das Webportal wird als Single-Page-Anwendung entwickelt und im EU-Rechenzentrum auf zwei redundanten Servern betrieben.“ |
Grundlagen zu: S22 Teil 1, Aufgabe 2b und S24 Teil 1, Aufgabe 1c (Anforderungen)
Sie werten die Interview-Notizen in Anlage 3 aus und bereiten das Product Backlog für PflegeMobil vor.
| Nr. | Anforderung | M / S / C / W |
|---|---|---|
| 1 | Leistungen ohne Mobilfunkempfang erfassen und später übertragen | |
| 2 | Unterschrift der Patientin bzw. des Patienten auf dem Tablet | |
| 3 | Angehörigenportal mit voraussichtlicher Ankunftszeit der Pflegekraft | |
| 4 | Dunkelmodus der App | |
| 5 | Navigation zur nächsten Adresse per Fingertipp starten | |
| 6 | Änderungsprotokoll der Dokumentation (wer hat wann was geändert) |
Angelehnt an: S22 Teil 1, Aufgabe 2b (je drei funktionale und nicht-funktionale Anforderungen beschreiben)
| Strategie | Maßnahme in PflegeMobil |
|---|---|
Grundlagen zu: S23 Teil 1, Aufgabe 1b und W25 Teil 1, Aufgabe 1c (Risikoanalyse)
Im Risiko-Workshop wurden die Risiken in Anlage 5 gesammelt und bewertet.
| Risiko | R1 | R2 | R3 | R4 | R5 | R6 | R7 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Risikowert | |||||||
| Rang |
Angelehnt an: S23 Teil 1, Aufgabe 1b (Risikotabelle) – ergänzt um Risikowert und Risikomatrix
Der Lenkungsausschuss bittet vor dem Pilotbetrieb um eine aktualisierte Risikoanalyse.
| Problem | Risiko | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Die Pflegedienstleitung sagt Abstimmungstermine wegen Personalmangels häufig kurzfristig ab. | ||
| Der Festpreis wurde auf Basis einer groben Aufwandsschätzung vereinbart. |
| Risiko | Ursache | Auswirkung |
|---|---|---|
Angelehnt an: W25 Teil 1, Aufgabe 1c (Problem → Risiko → Gegenmaßnahme), S23 Teil 1, Aufgabe 1b (Ursache und Auswirkung) und S26 Teil 1, Aufgabe 1b
| Testaktivität | Teststufe | Entwurfsphase |
|---|---|---|
| 1. Das Testteam prüft PflegeMobil als Ganzes in einer Testumgebung gegen das Pflichtenheft, einschließlich der Antwortzeiten. | ||
| 2. Frau Lange prüft mit echten Monatsdaten, ob die Abrechnung die Anforderungen des Lastenhefts erfüllt. | ||
| 3. Ein Entwickler testet die Methode, die aus einem Leistungsnachweis ein XML-Element erzeugt. | ||
| 4. Es wird geprüft, ob Export-Modul und Plausibilitätsprüfung korrekt zusammenarbeiten und CareBill die erzeugte Datei annimmt. |
Angelehnt an: W24 Teil 1, Aufgabe 1a (Kategorien von Vorgehensmodellen)
Die UX-Designerin möchte die Leistungserfassung der App mit Pflegekräften testen, bevor programmiert wird (vgl. Anlage 3: große Schaltflächen, schnelle Erfassung). Unabhängig davon will das Entwicklerteam früh prüfen, ob die Offline-Speicherung auf dem Tablet und die spätere Synchronisation mit dem Server technisch zuverlässig funktionieren.
Angelehnt an: W25 Teil 1, Aufgabe 3c (Prototyping)
Bei der Projektplanung wurde diskutiert, wie bei PflegeMobil vorgegangen werden soll.
| Projektplanung und Anforderungen | Flexibilität bei Änderungen | |
|---|---|---|
| Klassisches Projektmanagement | ||
| Agiles Projektmanagement |
Angelehnt an: W25 Teil 1, Aufgabe 1b (klassisch vs. agil, Tabelle) und S22 Teil 1, Aufgabe 1a
Grundlagen zu: S22 Teil 1, Aufgabe 1b (Befürchtungen und Gegenmaßnahmen)
Nach der Mitarbeiterversammlung (Anlage 2) ist die Stimmung bei Teilen der Belegschaft schlecht.
| Befürchtung | Maßnahme |
|---|---|
Angelehnt an: S22 Teil 1, Aufgabe 1b (Befürchtungen und Gegenmaßnahmen) und S23 Teil 1, Aufgabe 1a (Konflikt um befürchteten Arbeitsplatzverlust)
Für Phase 2 ist eine KI-gestützte Spracheingabe im Gespräch (Anlage 8). In der Belegschaft machen Gerüchte die Runde: „Die KI hört alles mit“, „Bald schreibt die Maschine die Pflegeberichte und wir müssen schneller fahren.“ Die Geschäftsführerin plant deshalb einen halbtägigen Workshop mit Pflegekräften aller Standorte.
Angelehnt an: W23 Teil 1, Aufgabe 1b (Ziele eines Workshops gegen Widerstände bei einem KI-System)
| Kostenart | konkretes Beispiel | |
|---|---|---|
| einmalig | ||
| einmalig | ||
| laufend | ||
| laufend |
Angelehnt an: S23 Teil 1, Aufgabe 1d (zwei Kostenarten mit konkretem Beispiel)
Für den Lenkungsausschuss soll eine Kostenübersicht erstellt werden. Verwenden Sie Anlage 6a und 6b. Geben Sie jeweils den Rechenweg an.
Grundlagen zu: S23 Teil 1, Aufgabe 1d (Kostenplan)
Die Kranich Softwarehaus GmbH muss entscheiden, wie das Modul „automatische Tourenvorschläge“ umgesetzt wird. Es stehen drei Varianten zur Wahl (Anlage 6c).
| Variante | einmalige Kosten | laufende Kosten pro Jahr | Gesamtkosten 5 Jahre |
|---|---|---|---|
| A | |||
| B | |||
| C |
| Kriterium | Gewicht | A gewichtet | B gewichtet | C gewichtet |
|---|---|---|---|---|
| Kosten über 5 Jahre | 30 % | |||
| Datenschutz / Rechtssicherheit | 25 % | |||
| Zeit bis zur Einsatzbereitschaft | 15 % | |||
| Anpassbarkeit an Anforderungen | 15 % | |||
| Unabhängigkeit vom Anbieter | 15 % | |||
| Nutzwert | 100 % | |||
| Rang |
Angelehnt an: S22 Teil 1, Aufgabe 2a (Make-or-Buy, Fremdvergabe) – erweitert um Gesamtkosten und Nutzwertanalyse
Der Vorgang „Tablets bereitstellen“ aus der Rollout-Planung wurde in einen eigenen kleinen Netzplan zerlegt. Einige Werte fehlen (gestrichelte Linien bzw. leere Felder). Legende: Anlage 10.
Grundlagen zu: S26 Teil 1, Aufgabe 1c–d (Netzplan, kritischer Pfad)
Für das Teilprojekt „Schnittstelle CareBill“ liegt die Vorgangsliste in Anlage 9 vor.
Angelehnt an: S26 Teil 1, Aufgabe 1c–d (Netzplan erstellen, kritischer Pfad)
Sie arbeiten in der Rollout-Planung mit und sollen für das Teilprojekt „Rollout PflegeMobil“ den Zeitplan ermitteln. Folgende Informationen liegen vor (Dauer in Arbeitstagen):
Angelehnt an: S26 Teil 1, Aufgabe 1c–e (Netzplan aus Stichpunkten erweitern, kritischer Pfad, freier Puffer vs. Gesamtpuffer)
Grundlagen zu: W25 Teil 1, Aufgabe 1a (Machbarkeitsanalyse)
Bevor die Lindenhof Pflege gGmbH den Auftrag für PflegeMobil (Phase 1) vergeben hat, wurde eine Machbarkeitsanalyse durchgeführt. Sie sollen sie für die Projektdokumentation aufbereiten.
Angelehnt an: W25 Teil 1, Aufgabe 1a (zwei Kriterien der Machbarkeitsanalyse benennen und erläutern)
Für Phase 2 soll geprüft werden, ob die Spracheingabe machbar ist. Grundlage sind die Notizen in Anlage 8.
| Kriterium | Prüfung und Bewertung Variante 1 (Cloud) | Prüfung und Bewertung Variante 2 (Offline) |
|---|---|---|
| technisch | ||
| wirtschaftlich | ||
| rechtlich | ||
| zeitlich |
Angelehnt an: W25 Teil 1, Aufgabe 1a (Machbarkeitsanalyse) – erweitert um eine Bewertung anhand von Fakten
Grundlagen zu: S24 Teil 1, Aufgabe 1a (Systemnutzen)
Für die nächste Mitarbeiterversammlung sollen die Vorteile von PflegeMobil anschaulich dargestellt werden.
| Zielgruppe | Vorteil |
|---|---|
| Pflegekräfte | |
| Patientinnen, Patienten und Angehörige | |
| Verwaltung / Abrechnung | |
| Geschäftsführung |
Angelehnt an: S24 Teil 1, Aufgabe 1a (Vorteile einer E-Service-Plattform beschreiben)
Die Geschäftsführerin benötigt für die Gesellschafterversammlung eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Verwenden Sie Anlage 7 sowie die einmaligen Kosten und die laufenden Kosten pro Jahr aus Ihrer Lösung zu Aufgabe PM-07.2. (Falls Sie PM-07.2 nicht bearbeitet haben, rechnen Sie mit den Ersatzwerten 360.000 € einmalig und 45.000 € pro Jahr.)
| Position | Rechnung | Betrag pro Jahr |
|---|---|---|
| (1) Zeitersparnis der Pflegekräfte bei der Dokumentation | ||
| (2) Zeitersparnis in der Verwaltung | ||
| (3) entfallende Sach- und Raumkosten | ||
| (4) eingesparte Fahrtkosten | ||
| Summe |
Angelehnt an: S24 Teil 1, Aufgabe 1a (Systemnutzen) – erweitert um eine Wirtschaftlichkeitsrechnung
Diese echten Prüfungsaufgaben passen zu diesem Block (Dateien im Ordner Prüfungsvorbereitung). Projektmanagement steht immer in Teil 1. Lösungen gibt es nur für 2023 Sommer, 2023 Winter, 2024 Sommer und 2025 Winter (dort vom u-form-Verlag).
| Prüfung | Aufgabe | Thema (Unterthema) | Datei · Lösung |
|---|---|---|---|
| Sommer 2022 | T1 A1a (8 P), A1b (12 P) | klassische vs. agile Vorgehensmodelle (PM-05, PM-02); Befürchtungen von Stakeholdern und Gegenmaßnahmen (PM-06, PM-01) | 2022/sommer/AE 2022 Sommer Teil 1.pdf · keine Lösung |
| Sommer 2022 | T1 A2a (4 P), A2b (12 P) | Make-or-Buy/Fremdvergabe (PM-07); je drei funktionale und nicht-funktionale Anforderungen (PM-03) | wie oben · keine Lösung |
| Winter 2022 | T1 A1b (4 P), A2b (7 P) | funktionale/nicht-funktionale Anforderung (PM-03); agiles Modell, drei Scrum-Elemente (PM-02) | 2022/winter/AE 2022 Winter Teil 1.pdf · keine Lösung |
| Sommer 2023 | T1 A1a–d (20 P) | Konflikt Arbeitsplatzverlust (PM-06), Risikotabelle mit Ursache/Auswirkung (PM-04), Anforderungen (PM-03), Kostenarten (PM-07) | 2023/sommer/AE Sommer 2023 Teil 1.pdf · Lösung: AE Sommer 2023 Teil 1+2 Lösungen.pdf |
| Winter 2023 | T1 A1a–b (15 P) | Stakeholder und Interessen (PM-01); Workshop gegen Widerstände bei KI (PM-06) | 2023/winter/AE Winter 2023 Teil 1.pdf · Lösung: AE Winter 2023 Teil 1 Lösungen.pdf |
| Winter 2023 | T1 A2a–b (13 P) | User Stories aus englischem Text, INVEST, User Stories aus Use-Case-Diagramm (PM-02) | wie oben |
| Sommer 2024 | T1 A1a, A1c, A1d (17 P) | Systemnutzen (PM-10), sicherheitstechnische Anforderungen (PM-03), Stakeholderanalyse mit Befürchtungen (PM-01) | 2024/sommer/AE Sommer 2024 Teil 1+2+3.pdf · Lösung: AE Sommer 2024 Teil 1 Lösungen.pdf |
| Winter 2024 | T1 A1a–c (20 P) | Kategorien von Vorgehensmodellen, Wasserfall/Scrum (PM-05); Change-Request-Management, Meilenstein, Stakeholder, Lessons Learned (PM-01) | 2024/winter/AE Winter 2024 Teil 1.pdf · keine Lösung |
| Winter 2025 | T1 A1a–c (24 P), A3c (6 P) | Machbarkeitsanalyse (PM-09), klassisch vs. agil (PM-05), Risiko und Gegenmaßnahme (PM-04); Prototyping (PM-05) | 2025/winter/AE Winter 2025 Teil 1.pdf · Lösung: AE Winter 2025 Lösungserleuterungen.pdf (u-form) |
| Sommer 2026 | T1 A1a–e (27 P) | Projekterfolg prüfen (PM-01), Risiko + Gegenmaßnahme (PM-04), Netzplan 19 P: erweitern, kritischer Pfad, freier Puffer vs. Gesamtpuffer (PM-08) | 2026/sommer/AE Sommer 2026 Teil 1.pdf · keine Lösung |