Zeit, Kosten und Leistung/Qualität hängen voneinander ab. Wird die Zeit um zwei Monate verkürzt und bleiben die Kosten gleich, muss die Leistung bzw. Qualität nachgeben: Zum Go-Live stehen weniger Funktionen zur Verfügung (z. B. Auswertungen im Webportal erst später), Pilotbetrieb und Tests werden verkürzt – Fehler, etwa bei der Übergabe an CareBill, werden eher in den Echtbetrieb getragen; Schulungen werden gedrängt. Alternativ müsste mehr Personal eingesetzt werden (Überstunden, zusätzliche Entwickler), was die Kosten erhöht und das feste Budget sprengt.
Erklärung: „Einmaligkeit“ heißt nicht, dass es so etwas weltweit noch nie gab, sondern dass die Bedingungen für dieses Vorhaben einmalig sind. In b) reicht „geht nicht“ nicht – gefragt ist, welche Größe nachgeben muss.
| Stakeholder | Interesse / Erwartung | Einfluss | Einstellung |
|---|---|---|---|
| Sabine Hartmann, Pflegedienstleitung | schnelle Tourenplanung, lückenlose, prüfsichere Dokumentation | hoch (entscheidet fachlich) | positiv (wenig Zeit) |
| Pflegekräfte | einfache, schnelle Erfassung, kein Nachtragen von Papier; keine Überwachung | mittel (als Gruppe hoch: ohne Nutzung kein Erfolg) | gemischt: jüngere positiv, ältere eher negativ |
| Betriebsrat (Yusuf Demir) | Schutz vor Leistungs- und Verhaltenskontrolle, Betriebsvereinbarung | hoch (Mitbestimmung, kann Start blockieren) | negativ / kritisch |
| Petra Lange, Abrechnung | sicherer Arbeitsplatz; vollständige Leistungsnachweise | gering bis mittel (Fachwissen Abrechnung) | negativ |
| Patientinnen, Patienten, Angehörige | verlässliche Einsatzzeiten, dieselbe Pflegekraft, Schutz ihrer Daten | gering | neutral, teils skeptisch |
| Externer Datenschutzbeauftragter | DSGVO-konforme Verarbeitung der Gesundheitsdaten, Folgenabschätzung, EU-Hosting | hoch (Freigabe nötig) | neutral |
| Lars Nowak, IT-Administration | beherrschbarer Betreuungsaufwand, zentrale Geräteverwaltung | mittel | neutral bis skeptisch |
| CareBill Software AG | Umsatz mit Schnittstelle und Zusatzmodul | mittel (Testumgebung, Termine) | neutral bis positiv |
| Geschäftsleitung Kranich | Referenzprojekt, Gewinn trotz Festpreis | hoch (für das Kranich-Team) | positiv |
Der Betriebsrat ist ein kritischer Stakeholder (hoher Einfluss, negative Einstellung) und muss intensiv betreut werden: frühzeitig und regelmäßig einbinden (z. B. Teilnahme an Sprint Reviews, eigener Abstimmungstermin), Bedenken ernst nehmen und offenlegen, welche Daten gespeichert und ausgewertet werden, und gemeinsam die Betriebsvereinbarung erarbeiten (Zweckbindung, keine Leistungskontrolle).
Erklärung: Die Beispielzeile (Geschäftsführerin) zählt nicht. Häufiger Fehler: nur „Kunde“ und „Nutzer“ nennen – gerade Betriebsrat und Datenschutzbeauftragter haben hier großen Einfluss.
| Begriff | Erläuterung | Beispiel aus PflegeMobil |
|---|---|---|
| Projektauftrag | verbindliche, schriftliche Beauftragung durch den Auftraggeber; legt Ziele, Umfang, Budget, Termine, Projektleitung und deren Befugnisse fest; offizieller Startpunkt | Lindenhof (Dr. Esser) beauftragt Kranich mit PflegeMobil: Laufzeit 01.02.–30.11.2027, Budget 420.000 €, Ziele (1)–(4), Projektleiter Tobias Wendt |
| Kick-off-Meeting | Auftaktveranstaltung zum Projektstart: Ziele, Umfang, Rollen, Kommunikationswege und erste Termine vorstellen; Team und Stakeholder lernen sich kennen; gemeinsames Verständnis und Motivation | Anfang Februar 2027 mit Geschäftsführerin, PDL, Betriebsrat, Herrn Nowak und dem Kranich-Team; Vorstellung des Zeitplans bis zum Go-Live |
| Meilenstein | Ereignis besonderer Bedeutung, Zeitpunkt ohne Dauer, an dem ein prüfbares Ergebnis vorliegen muss; Kontroll- und Entscheidungspunkt | „Betriebsvereinbarung unterzeichnet“, „Start Pilotbetrieb Nord“ (Juli 2027), „CareBill-Schnittstelle abgenommen“, „Go-Live aller Standorte“ (01.11.2027) |
| Lessons Learned | systematisches Sammeln und Dokumentieren von Erfahrungen (positiv und negativ) am Projektende bzw. nach Phasen, damit künftige Projekte davon profitieren | Abschluss-Workshop: „Testumgebung beim Dritthersteller sofort mit Projektstart bestellen“, „Betriebsrat ab Kick-off einbinden“ – nützlich für weitere Pflegedienst-Projekte (Referenz) |
| Stakeholder | Befürchtung | Maßnahme |
|---|---|---|
| Geschäftsführung Lindenhof | Projekt wird teurer als 420.000 €; die Umstellung stört den laufenden Pflegebetrieb | regelmäßige Statusberichte mit Kostenübersicht an den Lenkungsausschuss, Änderungen nur per Change Request; Pilot an einem Standort, schrittweiser Rollout, Papierverfahren als Notfallplan |
| Patientinnen und Patienten | Missbrauch ihrer Gesundheitsdaten; Unsicherheit beim Unterschreiben auf dem Tablet | Datenschutzkonzept (Verschlüsselung, EU-Hosting, Rechtekonzept) und verständliches Informationsblatt; Pflegekraft erklärt die Unterschrift, große Unterschriftsfläche, Unterschrift durch Angehörige/Bevollmächtigte möglich |
| Geschäftsleitung Kranich | zusätzliche Anforderungen gehen beim Festpreis zu ihren Lasten (Verlust) | Leistungsumfang im Pflichtenheft klar abgrenzen; konsequentes Change-Request-Management mit Nachtragsangeboten; Risikopuffer in der Kalkulation |
Erklärung: Typischer Fehler in a): Meilenstein als „Abschnitt“ oder „Phase“ erklären – er ist ein Zeitpunkt. In d) gilt: Ein Change Request wird immer erst bewertet und vom Auftraggeber entschieden; die Pflegedienstleitung kann den Umfang nicht allein erweitern.
| Begriff | Kategorie | Begriff | Kategorie |
|---|---|---|---|
| Product Owner | Rolle | Developers | Rolle |
| Sprint Review | Event | Daily Scrum | Event |
| Increment | Artefakt | Product Backlog | Artefakt |
Das WIP-Limit begrenzt die Anzahl der Aufgaben, die gleichzeitig in einer Spalte bearbeitet werden. So wird Überlastung und paralleles Anfangen vieler Aufgaben vermieden, Engpässe werden sichtbar und Aufgaben werden schneller fertig.
Erklärung: Der Sprint selbst ist ebenfalls ein Event, das Sprint-Ziel eine Verpflichtung zum Sprint Backlog. Prinzipien (z. B. „Änderungen sind willkommen“) statt Werte werden mit 0,5 P bewertet.
| Event | Beschreibung |
|---|---|
| Sprint Planning | Zu Beginn jedes Sprints legt das Scrum Team (Product Owner, Scrum Master, Developers) das Sprint-Ziel fest, wählt die wichtigsten Einträge aus dem Product Backlog aus und plant, wie sie umgesetzt werden. Ergebnis: Sprint Backlog. Beispiel: Sprint-Ziel „Eine Pflegekraft sieht ihre Tagestour auf dem Tablet und kann Leistungen erfassen.“ |
| Daily Scrum | Tägliches, höchstens 15-minütiges Treffen der Developers zur gleichen Zeit: Fortschritt zum Sprint-Ziel prüfen, Plan für die nächsten 24 Stunden anpassen, Hindernisse benennen (z. B. „Die Testtablets sind noch nicht geliefert“), um die sich der Scrum Master kümmert. Ergebnis: angepasster Tagesplan. |
| Sprint Review | Am Ende des Sprints zeigt das Scrum Team den Stakeholdern (z. B. PDL Hartmann, Key-User aus der Pflege, Frau Lange) das fertige Increment, etwa die Leistungserfassung auf dem Tablet. Das Feedback wird gesammelt und das Product Backlog angepasst. Ergebnis: überarbeitetes Product Backlog. |
Erklärung: Das Review betrifft das Produkt und findet mit Stakeholdern statt; die Retrospektive (nicht gefragt) betrifft die Zusammenarbeit im Team.
Jeder Projektbeteiligte darf User Stories schreiben – Entwickler, Tester, Designer und sogar Anwender (1 P). Über die Reihenfolge der Umsetzung entscheidet der Product Owner, der für das Product Backlog verantwortlich ist (1 P).
Akzeptanzkriterien gehören zu genau einer Story und beschreiben das erwartete Verhalten aus Sicht des Anwenders (1 P). Die Definition of Done gilt für alle Backlog-Einträge gleichermaßen und beschreibt allgemeine Qualitätsanforderungen (Code geprüft, automatische Tests bestanden, auf dem Testsystem installiert) (1 P).
Geschätzt wird in Story Points, nicht in Stunden; sie geben die Größe einer Story relativ zu anderen Stories an und berücksichtigen Aufwand, Komplexität und Unsicherheit (1 P). Das ganze Entwicklungsteam schätzt gemeinsam mit Planning Poker (1 P), damit unterschiedliche Sichtweisen früh diskutiert werden und ein gemeinsames Verständnis der Story entsteht (1 P).
Erklärung: In a) ist „nur der Product Owner schreibt Stories“ falsch – laut Text darf jeder schreiben, der PO ordnet. Bei englischen Texten werden die Antworten im Text gesucht; Vorwissen ist nur Hilfe zum Verstehen.
Funktionale Anforderungen beschreiben, was das System leisten soll – seine Funktionen und sein Verhalten (1 P). Nicht-funktionale Anforderungen beschreiben, wie gut bzw. unter welchen Rahmenbedingungen es das tut – Qualitätseigenschaften wie Leistung, Sicherheit, Benutzbarkeit, Zuverlässigkeit sowie technische, rechtliche und organisatorische Vorgaben (1 P).
| Nr. | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Art | f | nf (Leistung) | f | nf (Sicherheit) | f | nf (Verfügbarkeit) |
Erklärung: Nr. 4 beschreibt wie sicher Daten gespeichert werden – Sicherheitsanforderungen zählen nach IHK-Lösungen zu den nicht-funktionalen Anforderungen. Nr. 2 und 6 enthalten Messgrößen (3 Sekunden, 99,5 %), typisch für nicht-funktionale Anforderungen.
| Nr. | L / P | Begründung |
|---|---|---|
| 1 | L | fachliche Anforderung aus Sicht der Nutzer – was gebraucht wird |
| 2 | P | technische Umsetzung (Datenbank, Verschlüsselung, REST) – wie es gelöst wird |
| 3 | L | Ziel bzw. Anforderung des Auftraggebers |
| 4 | P | konkrete Realisierung der Schnittstelle (Zeitpunkt, Format) |
| 5 | L | Mengengerüst als Rahmenbedingung des Auftraggebers |
| 6 | P | Architektur- und Betriebsentscheidung des Auftragnehmers |
Das Lastenheft hat der Auftraggeber, die Lindenhof Pflege gGmbH (Geschäftsführung und PDL), vor der Vergabe erstellt; es beschreibt die Anforderungen aus ihrer Sicht und war Grundlage für das Angebot (1 P). Das Pflichtenheft hat der Auftragnehmer, die Kranich Softwarehaus GmbH, auf Basis des Lastenhefts erstellt; es beschreibt, wie und womit die Anforderungen umgesetzt werden (1 P). Nachdem Lindenhof das Pflichtenheft bestätigt hat, ist es verbindliche Vertragsgrundlage: Bei der Abnahme wird geprüft, ob PflegeMobil die dort festgelegten Leistungen und Abnahmekriterien erfüllt; was nicht darin steht, ist eine Zusatzleistung (Change Request) (1 P).
Vorteil: Die Beobachtung zeigt den tatsächlichen Arbeitsablauf unter echten Bedingungen – Arbeiten mit Handschuhen, Funklöcher, Zeitdruck zwischen den Einsätzen, Unterschrift in der Wohnung. Auch unbewusste Tätigkeiten und Umgehungslösungen werden sichtbar, die eine Pflegekraft im Interview gar nicht erwähnen würde (2 P).
Nachteil: hoher Zeitaufwand für wenig Breite – ein ganzer Tag ergibt die Sicht nur einer Pflegekraft an einem Standort; zudem ist eine fremde Person in den Wohnungen der Patienten anwesend (Privatsphäre, Einwilligung, Datenschutz), und die Pflegekraft verhält sich beobachtet evtl. anders (2 P).
Erklärung: Prüffrage für a): Beschreibt der Satz ein Ziel oder Bedürfnis des Kunden (Lastenheft) oder eine technische Entscheidung des Dienstleisters (Pflichtenheft)? Merkhilfe: Lastenheft vom Laien (Kunde) – Was?; Pflichtenheft vom Profi (Dienstleister) – Wie?
| Nr. | Anforderung | Einordnung | Kurzbegründung |
|---|---|---|---|
| 1 | Offline-Erfassung | M | ohne sie in Funklöchern unbrauchbar (Anlage 3) |
| 2 | Unterschrift auf dem Tablet | M | ohne Unterschrift kein vollständiger Nachweis, nicht abrechenbar |
| 3 | Angehörigenportal | W | laut Geschäftsführung erst Phase 2 |
| 4 | Dunkelmodus | C | „angenehm, aber nicht entscheidend“ |
| 5 | Navigation per Fingertipp | S | wichtig, aber Umgehung mit üblicher Navi-App möglich |
| 6 | Änderungsprotokoll | M | nötig für Prüfungen durch den Medizinischen Dienst |
Begründung (3): Das Angehörigenportal ist ausdrücklich für Phase 2 vorgesehen (Anlage 1 und Notiz der Geschäftsführung in Anlage 3). Es wird in diesem Release bewusst nicht umgesetzt („Won’t have this time“), damit Budget und Go-Live-Termin für die zwingenden Funktionen gesichert sind.
Die Formulierung enthält keine Messgröße und keinen Grenzwert; „schnell“ und „einfach“ sind subjektiv. Bei der Abnahme lässt sich nicht objektiv entscheiden, ob die Anforderung erfüllt ist – das führt zu Streit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Außerdem werden zwei Anforderungen vermischt. Besser: z. B. „Start der App in höchstens 3 Sekunden“ und „Erfassung mit höchstens drei Fingertipps“.
Erklärung: Typischer Fehler in b): eine messbare Formulierung ohne Zahl („möglichst große Schaltflächen“). Ob „nur eigene Patienten sehen“ als funktional (Anzeige der eigenen Tour) oder nicht-funktional (Zugriffsschutz) gezählt wird, hängt von der Formulierung ab – beides wird akzeptiert, aber nicht doppelt.
Ein Risiko ist ein mögliches, zukünftiges Ereignis, das nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintritt und dann die Projektziele gefährdet (1 P). Ein Problem ist bereits eingetreten und muss sofort behandelt werden (1 P). Beispiel: Ein möglicher Lieferengpass bei den Tablets (R2) ist ein Risiko; sagt der Lieferant die Lieferung tatsächlich ab, ist es ein Problem.
| Strategie | Maßnahme in PflegeMobil (Beispiele) |
|---|---|
| Vermeiden | Pilotbetrieb nur mit unterschriebener Betriebsvereinbarung starten (R5); auf den US-Clouddienst verzichten (kein Drittlandtransfer) |
| Vermindern | Offline-Synchronisation früh als Prototyp in Funklöchern testen (R3); zweite Person in die Android-Entwicklung einarbeiten, Pair Programming (R4); Tablets verschlüsseln und per MDM fernlöschbar machen (R7, Schaden ↓) |
| Übertragen | Liefervertrag mit festem Liefertermin und Vertragsstrafe (R2); Versicherung gegen Diebstahl/Cyberschäden (R7); Testumgebung vertraglich mit Termin und Vertragsstrafe bei CareBill bestellen (R1) |
| Akzeptieren | geringes Lieferrisiko der Tablets (R2) bewusst tragen und einen Zeitpuffer einplanen |
Erklärung: Vermindern kann an der Wahrscheinlichkeit oder am Schaden ansetzen; Verschlüsselung verhindert den Verlust nicht, begrenzt aber den Schaden.
| Risiko | R1 | R2 | R3 | R4 | R5 | R6 | R7 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Rechnung | 3 × 4 | 2 × 3 | 4 × 4 | 2 × 5 | 3 × 5 | 3 × 3 | 2 × 5 |
| Risikowert | 12 | 6 | 16 | 10 | 15 | 9 | 10 |
| Rang | 3 | 7 | 1 | 4 | 2 | 6 | 4 |
R4 und R7 teilen sich Rang 4 (auch „4 und 5“ ist richtig).
Sofort Maßnahmen erforderlich (RW ≥ 12): R3 (16), R5 (15) und R1 (12).
Erklärung: Die Schwelle „≥ 12“ stammt aus Anlage 5 – R4 und R7 haben zwar das höchste Schadensausmaß (5), wegen der geringen Wahrscheinlichkeit aber nur RW 10.
| Problem | Risiko | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| PDL sagt Abstimmungstermine häufig ab | Anforderungen werden nicht rechtzeitig geklärt, Entscheidungen verzögern sich, Sprint Reviews ohne fachliches Feedback → es werden falsche oder unvollständige Funktionen entwickelt; Nacharbeit, Terminverzug beim Go-Live, geringere Akzeptanz | Stellvertretung bzw. Key-User aus der Pflege mit Entscheidungsbefugnis benennen; kurze, feste Termine (z. B. 30 Minuten nach dem Frühdienst) im Kalender reservieren; Freistellung durch die Geschäftsführung; offene Entscheidungen an den Lenkungsausschuss eskalieren |
| Festpreis auf Basis grober Schätzung | Der tatsächliche Aufwand liegt über der Kalkulation → Verlust für Kranich; Zeit- und Kostendruck führt zu Abkürzungen bei Tests und Dokumentation (Qualität ↓); Streit über den Leistungsumfang | detaillierte Aufwandsschätzung auf Basis des Pflichtenhefts (Expertenschätzung, Planning Poker); Risikozuschlag; Leistungsumfang im Vertrag klar abgrenzen; konsequentes Change-Request-Management mit Nachtragsangeboten; laufendes Kostencontrolling |
| Risiko | Ursache | Auswirkung |
|---|---|---|
| Fehlerhafte Stammdatenmigration | uneinheitliche Daten in der bisherigen Tabellenkalkulation (Dubletten, Tippfehler, veraltete Adressen) | falsche Touren und Leistungen, Abrechnungsfehler, Nacharbeit, Pilotstart verzögert sich |
| Patienten verweigern die Unterschrift auf dem Tablet | Skepsis älterer Patienten gegenüber Technik und Datenschutz | Leistungsnachweise unvollständig, Leistungen nicht abrechenbar, Ziel (3) verfehlt |
| Wachsender Leistungsumfang (Scope Creep) | viele Stakeholder mit zusätzlichen Wünschen (z. B. Angehörigenportal) | Aufwand steigt, Go-Live-Termin und Budget gefährdet |
| CareBill ändert die Importschnittstelle | Versionsupdate beim Hersteller | Export funktioniert nicht mehr, Abrechnung verzögert sich |
| Ausfall des einzigen IT-Administrators | nur eine Teilzeitkraft bei Lindenhof | Tablets werden nicht betreut, Störungen bleiben liegen, Pflegekräfte können nicht dokumentieren |
| Personalengpass in der Pflege zum Go-Live | Krankheitswelle, Urlaub im Herbst | Schulungen fallen aus, Go-Live mit ungeschultem Personal oder verschoben |
Strategie: Übertragen (Risikotransfer) (1 P). Neues Risiko, z. B.: Abhängigkeit vom Subunternehmer (Terminverzug, schlechte Qualität, Insolvenz), fehlendes eigenes Know-how für Wartung und Fehlerbehebung, Abstimmungs- und Schnittstellenprobleme, zusätzlicher Datenschutzaufwand (Auftragsverarbeitung) (1 P).
Risiken verändern sich im Projektverlauf: neue Risiken kommen hinzu (z. B. durch Change Requests oder Erkenntnisse aus dem Pilot), Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schäden ändern sich (R1 entfällt, sobald die Testumgebung bereitsteht), und die Wirkung der Maßnahmen muss überprüft werden. Nur mit einer aktuellen Risikoliste kann rechtzeitig gegengesteuert werden.
Erklärung: In a) ist das Problem schon da – das Risiko ist die mögliche Folge für das Projekt. „Die PDL hat keine Zeit“ noch einmal als Risiko hinzuschreiben, bringt keine Punkte.
Klassische (sequenzielle, plangetriebene) Vorgehensmodelle, z. B. Wasserfallmodell oder V-Modell (1 P); agile (iterativ-inkrementelle) Vorgehensmodelle, z. B. Scrum oder Kanban (1 P).
| Testaktivität | Teststufe | Entwurfsphase |
|---|---|---|
| 1. Gesamtsystem gegen Pflichtenheft, inkl. Antwortzeiten | Systemtest | funktionaler Systementwurf |
| 2. Frau Lange prüft mit echten Monatsdaten gegen das Lastenheft | Abnahmetest | Anforderungsdefinition |
| 3. Methode, die ein XML-Element erzeugt | Komponententest (Modul-/Unit-Test) | Komponentenspezifikation (Feinentwurf) |
| 4. Zusammenspiel Export-Modul, Plausibilitätsprüfung und CareBill | Integrationstest | technischer Systementwurf (Architektur) |
Erklärung: Je „höher“ die Teststufe, desto gröber die Entwurfsstufe, gegen die geprüft wird. Der Abnahmetest validiert gegen die Anforderungen des Kunden.
Ein horizontaler Prototyp bildet eine Schicht des Systems – meist die Benutzungsoberfläche – in der Breite ab (viele oder alle Masken), ohne dahinterliegende Logik und Datenhaltung. Er dient dazu, Bedienung und Abläufe mit den Anwendern abzustimmen (2 P).
Ein vertikaler Prototyp realisiert einen schmalen, ausgewählten Funktionsausschnitt vollständig durch alle Schichten (Oberfläche, Logik, Datenhaltung, Schnittstellen). Er dient dazu, die technische Machbarkeit zu prüfen (2 P).
Erklärung: Der horizontale Prototyp für die Oberfläche ist typischerweise ein Wegwerf-Prototyp; der vertikale Durchstich kann evolutionär weiterentwickelt werden, wenn er sauber programmiert ist.
| Projektplanung und Anforderungen | Flexibilität bei Änderungen | |
|---|---|---|
| klassisch | Alle Anforderungen (Tourenplanung, Offline-Erfassung, Unterschrift, CareBill-Export …) werden zu Projektbeginn vollständig erhoben und im Lasten- und Pflichtenheft festgeschrieben. Ein detaillierter Gesamtplan mit Phasen und Meilensteinen bis zum Go-Live am 01.11.2027 entsteht vorab. | Änderungen, z. B. neue Wünsche aus dem Pilotbetrieb oder das Angehörigenportal, sind nur über formale Change Requests möglich. Sie sind aufwendig und teuer, weil bereits abgeschlossene Phasen wiederholt werden müssen, und verschieben oft Termine oder Kosten. |
| agil | Anforderungen stehen als User Stories im Product Backlog, das laufend ergänzt und von der Product Ownerin priorisiert wird. Es gibt eine grobe Release-Planung; geplant wird im Detail jeweils für den nächsten Zwei-Wochen-Sprint. Die Anforderungen der Pflegekräfte konkretisieren sich durch deren Feedback. | Änderungen sind erwünscht: Neue oder geänderte Anforderungen werden ins Backlog aufgenommen und können ab dem nächsten Sprint umgesetzt werden. Das Feedback aus jedem Sprint Review (PDL, Pflegekräfte) fließt direkt ein. Grenzen setzen Gesamtbudget und Festpreis. |
App und Webportal: Die Anforderungen der Pflegekräfte und der PDL sind zu Beginn noch unklar und ändern sich beim Ausprobieren (Bedienung mit Handschuhen, Erfassungsablauf, Darstellung der Tour); technisch ist die Offline-Synchronisation für das Team teilweise Neuland. Das Vorhaben liegt damit im Bereich „komplex“ → agiles Vorgehen mit kurzen Sprints und regelmäßigem Feedback (3 P).
CareBill-Schnittstelle: Die Anforderungen sind klar und stabil (festes XML-Format der Importschnittstelle, bekannte Abrechnungsregeln), die Technik ist bekannt (XML-Export). Das Vorhaben liegt im Bereich „einfach“ bzw. „kompliziert“ → gut im Voraus planbar, klassisches Vorgehen (z. B. V-Modell mit festgelegten Teststufen). Zusätzlich verlangt die Abhängigkeit vom Hersteller (Testumgebung mit sechs Wochen Vorlauf) eine verbindliche Terminplanung (3 P).
Das Spiralmodell ist ein iteratives, risikogetriebenes Vorgehen: Das Projekt durchläuft mehrere Zyklen (1 P), und in jedem Zyklus werden vor der Entwicklung zuerst die größten Risiken analysiert und z. B. durch Prototypen reduziert (Ziele festlegen → Risiken analysieren → entwickeln und testen → nächsten Zyklus planen) (1 P).
Erklärung: Gute Antworten in a) bleiben nicht allgemein („agil ist flexibel“), sondern sagen, was in PflegeMobil konkret passiert – z. B. dass Pilot-Erkenntnisse im nächsten Sprint umgesetzt werden können.
Angst vor Arbeitsplatzverlust · Angst vor Überforderung durch neue Technik · Angst vor Überwachung/Leistungskontrolle · Mehrarbeit während der Umstellung · Gewohnheit („Es hat doch immer funktioniert“) · Verlust von Kompetenz oder Status · fehlende Information, Unsicherheit · schlechte Erfahrungen mit früheren Einführungen · Nutzen nicht erkennbar.
frühzeitige, offene Information · Beteiligung der Betroffenen (Workshops, Key-User, Feedback zu Prototypen) · Schulungen · Ansprechpartner und Support · Pilotphase mit Freiwilligen · Einbindung des Betriebsrats, Betriebsvereinbarung · Nutzen aufzeigen, schnelle Erfolge sichtbar machen · Zusagen zur Arbeitsplatzsicherheit · Feedbackkanal.
Erklärung: „Nennen“ verlangt nur Stichworte; Erläuterungen bringen keine Zusatzpunkte.
| Befürchtung | Maßnahme |
|---|---|
| Überwachung / Leistungskontrolle: „mit der Stoppuhr kontrolliert“ – Zeitstempel könnten zur Bewertung einzelner Pflegekräfte genutzt werden | Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat: Daten nur für Dokumentation und Abrechnung, keine personenbezogene Auswertung von Einsatzzeiten; offenlegen, welche Daten gespeichert werden und wer sie sieht |
| Überforderung durch die Technik und Angst, durch Fehleingaben die Abrechnung zu gefährden (Pflegekraft, 61 Jahre) | Schulungen in Kleingruppen nach Kenntnisstand mit Übungsmodus; Key-User/Paten an jedem Standort und Hotline; Plausibilitätsprüfung und Korrekturmöglichkeit, sodass Fehler auffallen und behoben werden können |
| Technische Bedenken: in Orten ohne Netz funktioniert die App nicht | Offline-Fähigkeit vorführen und erklären; den Pilotbetrieb bewusst auch in bekannten Funklöchern (z. B. Oberwiesental) testen; Rückmeldungen ernst nehmen |
Erklärung: Konfliktlösung bedeutet hier nicht, Frau Lange zu „überzeugen“, sondern ihre berechtigte Sorge durch Zusagen und eine neue, wertgeschätzte Rolle aufzulösen (Win-win).
Die Spracheingabe ist eine technische Einrichtung, die dazu geeignet ist, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen (Aufnahmen, Zeitpunkte, Dauer). Dafür hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG) – ohne seine Zustimmung darf sie nicht eingeführt werden; die bestehende Betriebsvereinbarung muss erweitert werden (2 P). Mögliche Regelungen (je 1 P):
Erklärung: Entscheidend ist die Eignung zur Überwachung – ob der Arbeitgeber tatsächlich überwachen will, spielt für die Mitbestimmung keine Rolle.
| Kostenart | konkretes Beispiel | |
|---|---|---|
| einmalig | Fremdleistung / Personalkosten Entwicklung | Festpreis von Kranich für App, Webportal und Schnittstelle |
| einmalig | Sachkosten / Hardware | 120 Tablets à 380 € |
| einmalig | Lizenzkosten (Kauf) | CareBill-Importmodul 6.000 € |
| einmalig | Schulungskosten | 4 Stunden Schulung je Pflegekraft, Trainerin von Kranich |
| laufend | Lizenzkosten (Abo) | MDM-Lizenz 3 € je Tablet und Monat |
| laufend | Kommunikationskosten | Mobilfunkverträge 8 € je Tablet und Monat |
| laufend | Betriebskosten | Hosting im EU-Rechenzentrum 450 € pro Monat |
| laufend | Wartungskosten | Wartungsvertrag Kranich 1.800 € pro Monat, CareBill-Wartung 900 € pro Jahr |
Entscheidung, ob eine Leistung selbst erstellt („Make“, Eigenentwicklung) oder von außen bezogen wird („Buy“, Kauf von Standardsoftware oder einer Komponente bzw. Fremdvergabe an einen Dienstleister) (1 P). Entschieden wird anhand von Kriterien wie Kosten, Zeit, eigenem Know-how, Abhängigkeit und Anpassbarkeit – in PflegeMobil z. B. beim Modul „automatische Tourenvorschläge“ (1 P).
Erklärung: Kostenarten sind Oberbegriffe (Personal-, Sach-, Lizenzkosten …), Beispiele sind die konkreten Posten aus der Situation.
| Rolle | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Projektleitung | 320 h × 95 € | 30.400 € |
| Entwicklung | 2.400 h × 85 € | 204.000 € |
| UX-Design | 240 h × 80 € | 19.200 € |
| Test | 480 h × 75 € | 36.000 € |
| Auszubildende/r | 300 h × 30 € | 9.000 € |
| Festpreis | 298.600 € | |
| Position | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Kranich (Festpreis) | aus a) | 298.600 € |
| Tablets | 120 × 380 € | 45.600 € |
| CareBill-Importmodul | einmalig | 6.000 € |
| Schulungszeit Pflegekräfte | 118 × 4 h × 32 € | 15.104 € |
| Trainerin Kranich | 24 h × 80 € | 1.920 € |
| einmalige Kosten gesamt | 367.224 € | |
Das Budget von 420.000 € wird eingehalten; es bleibt eine Reserve von 52.776 € (ca. 12,6 %).
MDM 120 × 3 € × 12 = 4.320 € · Mobilfunk 120 × 8 € × 12 = 11.520 € · Hosting 450 € × 12 = 5.400 € · CareBill-Wartung 900 € · Wartungsvertrag 1.800 € × 12 = 21.600 € → 43.740 € pro Jahr.
Erklärung: Häufige Fehler: Arbeitszeit der Pflegekräfte in der Schulung vergessen (sie kostet Geld, auch wenn keine Rechnung kommt), laufende Kosten in die einmaligen Kosten mischen oder monatliche Beträge nicht auf das Jahr hochrechnen.
Vorteile (zwei der folgenden): schneller einsatzbereit (6 bzw. 4 Wochen statt ca. 4 Monate) · geringere Gesamtkosten über fünf Jahre · erprobte Lösung mit Spezialwissen des Anbieters zur Routenoptimierung, das Kranich fehlt → geringeres technisches Risiko · Wartung und Weiterentwicklung durch den Anbieter · eigene Entwickler bleiben frei für die Kernfunktionen.
Nachteile (zwei der folgenden): Abhängigkeit vom Anbieter (Preiserhöhungen, Produkteinstellung) · eingeschränkte Anpassbarkeit an Besonderheiten der Pflege (feste Zeitfenster, möglichst dieselbe Pflegekraft) · laufende Lizenz- bzw. Abokosten · bei Variante C Datenschutzproblem: Patientenadressen werden auf Server in den USA übertragen · Know-how bleibt beim Anbieter.
| Variante | einmalige Kosten | laufende Kosten pro Jahr | Gesamtkosten 5 Jahre |
|---|---|---|---|
| A Eigenentwicklung | 600 h × 85 € = 51.000 € | 60 h × 85 € = 5.100 € | 51.000 + 5 × 5.100 = 76.500 € |
| B RouteMaster SDK | 9.500 € + 120 h × 85 € = 19.700 € | 4.800 € | 19.700 + 5 × 4.800 = 43.700 € |
| C OptiRoute API | 80 h × 85 € = 6.800 € | 650 € × 12 = 7.800 € | 6.800 + 5 × 7.800 = 45.800 € |
| Kriterium | Gewicht | A gewichtet | B gewichtet | C gewichtet |
|---|---|---|---|---|
| Kosten über 5 Jahre | 30 % | 0,3 × 3 = 0,90 | 0,3 × 9 = 2,70 | 0,3 × 8 = 2,40 |
| Datenschutz / Rechtssicherheit | 25 % | 0,25 × 9 = 2,25 | 0,25 × 8 = 2,00 | 0,25 × 2 = 0,50 |
| Zeit bis zur Einsatzbereitschaft | 15 % | 0,15 × 3 = 0,45 | 0,15 × 8 = 1,20 | 0,15 × 9 = 1,35 |
| Anpassbarkeit | 15 % | 0,15 × 10 = 1,50 | 0,15 × 6 = 0,90 | 0,15 × 4 = 0,60 |
| Unabhängigkeit | 15 % | 0,15 × 10 = 1,50 | 0,15 × 5 = 0,75 | 0,15 × 3 = 0,45 |
| Nutzwert | 100 % | 6,60 | 7,55 | 5,30 |
| Rang | 2 | 1 | 3 |
Mit Gewichten als ganze Zahlen (30 × 3 = 90 …) ergeben sich 660 / 755 / 530 – ebenfalls richtig.
Empfohlen wird Variante B (RouteMaster SDK): Sie hat den höchsten Nutzwert (7,55) und die geringsten Gesamtkosten über fünf Jahre (43.700 €). Die Daten bleiben auf dem eigenen Server im EU-Rechenzentrum, und mit ca. sechs Wochen ist das Modul rechtzeitig vor dem Go-Live einsatzbereit. Variante C scheidet trotz niedriger Kosten praktisch aus, weil Patientenadressen in die USA übertragen würden; Variante A ist am teuersten und langsamsten, und dem Team fehlt das Know-how (2 P).
Schwäche der Nutzwertanalyse: Gewichte und Punkte sind subjektiv – mit anderen Gewichten (z. B. Kosten nur 15 %, Unabhängigkeit 30 %) läge A mit 7,65 vor B mit 6,95; die Zahlen täuschen eine Genauigkeit vor, die es nicht gibt. Außerdem kann ein schwerer Mangel (Datenschutzverstoß bei C) durch gute Werte bei anderen Kriterien „ausgeglichen“ werden – deshalb sollten K.-o.-Kriterien vorher geprüft werden (2 P).
Erklärung: Kosten- und Nutzwertvergleich zeigen hier in dieselbe Richtung. Interessant wird es, wenn sie sich widersprechen – dann muss die Empfehlung abwägen.
| Nr. | Vorgang | D | FAZ | FEZ | SAZ | SEZ | GP | FP |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Angebote einholen | 4 | 0 | 4 | 0 | 4 | 0 | 0 |
| 2 | Tablets bestellen und liefern lassen | 10 | 4 | 14 | 4 | 14 | 0 | 0 |
| 3 | MDM-Server einrichten | 3 | 4 | 7 | 9 | 12 | 5 | 0 |
| 4 | MDM-Richtlinien festlegen | 2 | 7 | 9 | 12 | 14 | 5 | 5 |
| 5 | Tablets registrieren, App installieren | 4 | 14 | 18 | 14 | 18 | 0 | 0 |
Ergänzte Werte: Vorgang 1 FP = 0 · Vorgang 3 FEZ = 7, SAZ = 9, SEZ = 12, GP = 5, FP = 0 · Vorgang 4 FAZ = 7, FEZ = 9, SAZ = 12, SEZ = 14, GP = 5, FP = 5 · Vorgang 5 SAZ = 14, SEZ = 18, GP = 0, FP = 0.
Rechenweg (Auszug): FEZ(3) = 4 + 3 = 7 · FAZ(4) = FEZ(3) = 7 → FEZ(4) = 9 · Rückwärts: SEZ(4) = SAZ(5) = 14 → SAZ(4) = 12 · SEZ(3) = SAZ(4) = 12 → SAZ(3) = 9 · GP(3) = 9 − 4 = 5 · FP(3) = FAZ(4) − FEZ(3) = 7 − 7 = 0 · FP(4) = FAZ(5) − FEZ(4) = 14 − 9 = 5.
Kritischer Pfad: 1 → 2 → 5; Dauer: 18 Tage.
Erklärung: Vorgang 3 hat 5 Tage Gesamtpuffer, aber keinen freien Puffer: Verzögert er sich, beginnt Vorgang 4 sofort später. Erst Vorgang 4 „besitzt“ den Puffer bis zum Start von Vorgang 5. Die 18 Tage passen zur Dauer von Vorgang B im Rollout-Netzplan (PM-08.3).
| Nr. | Vorgang | D | FAZ | FEZ | SAZ | SEZ | GP | FP |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A | Schnittstellenspezifikation auswerten | 4 | 0 | 4 | 0 | 4 | 0 | 0 |
| B | Datenmodell festlegen | 3 | 4 | 7 | 4 | 7 | 0 | 0 |
| C | Testumgebung bereitstellen | 8 | 4 | 12 | 7 | 15 | 3 | 0 |
| D | Export-Modul entwickeln | 10 | 7 | 17 | 7 | 17 | 0 | 0 |
| E | Plausibilitätsprüfung entwickeln | 6 | 7 | 13 | 11 | 17 | 4 | 4 |
| F | Testdaten anlegen | 2 | 12 | 14 | 15 | 17 | 3 | 3 |
| G | Integrationstest mit CareBill | 5 | 17 | 22 | 17 | 22 | 0 | 0 |
| H | Abnahme durch die Abrechnung | 2 | 22 | 24 | 22 | 24 | 0 | 0 |
Vorwärts: G hat drei Vorgänger → FAZ(G) = max(FEZ D = 17; FEZ E = 13; FEZ F = 14) = 17. Rückwärts: B hat zwei Nachfolger → SEZ(B) = min(SAZ D = 7; SAZ E = 11) = 7; A: SEZ(A) = min(SAZ B = 4; SAZ C = 7) = 4.
Kritischer Pfad: A → B → D → G → H; Dauer des Teilprojekts: 24 Arbeitstage.
C hat einen Gesamtpuffer von 3 Tagen. Die Verlängerung um 4 Tage übersteigt den Puffer um 1 Tag → das Teilprojekt endet einen Tag später, nach 25 Tagen. C wird kritisch; der neue kritische Pfad ist A → C → F → G → H (C: 4 → 16, F: 16 → 18, G: 18 → 23, H: 23 → 25). B und D haben nun je 1 Tag Gesamtpuffer.
Erklärung: Typischer Fehler in c): „C ist nicht kritisch, also keine Auswirkung“. Ein nicht kritischer Vorgang verschiebt das Ende sehr wohl, sobald die Verzögerung seinen Gesamtpuffer übersteigt.
Vorgangsliste aus dem Text: A (5, –) · B (18, A) · C (6, A) · D (12, A) · E (4, C) · F (10, B und D) · G (6, F) · H (8, E und G) · I (5, G) · J (2, H und I).
| Nr. | Vorgang | D | FAZ | FEZ | SAZ | SEZ | GP | FP |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A | Rollout-Konzept erstellen | 5 | 0 | 5 | 0 | 5 | 0 | 0 |
| B | Tablets bereitstellen | 18 | 5 | 23 | 5 | 23 | 0 | 0 |
| C | Schulungskonzept erstellen | 6 | 5 | 11 | 29 | 35 | 24 | 0 |
| D | Stammdaten migrieren | 12 | 5 | 17 | 11 | 23 | 6 | 6 |
| E | Schulungsunterlagen erstellen | 4 | 11 | 15 | 35 | 39 | 24 | 24 |
| F | Pilotbetrieb Standort Nord | 10 | 23 | 33 | 23 | 33 | 0 | 0 |
| G | Pilot auswerten, App anpassen | 6 | 33 | 39 | 33 | 39 | 0 | 0 |
| H | Pflegekräfte schulen | 8 | 39 | 47 | 39 | 47 | 0 | 0 |
| I | Standorte vorbereiten | 5 | 39 | 44 | 42 | 47 | 3 | 3 |
| J | Go-Live und Abnahme | 2 | 47 | 49 | 47 | 49 | 0 | 0 |
Wichtige Rechenschritte: FAZ(F) = max(FEZ B = 23; FEZ D = 17) = 23 · FAZ(H) = max(FEZ E = 15; FEZ G = 39) = 39 · FAZ(J) = max(FEZ H = 47; FEZ I = 44) = 47 · SEZ(G) = min(SAZ H = 39; SAZ I = 42) = 39 · SEZ(A) = min(SAZ B = 5; SAZ C = 29; SAZ D = 11) = 5.
Kritischer Pfad: A → B → F → G → H → J; Gesamtdauer: 49 Arbeitstage.
Der Gesamtpuffer ist die Zeit, um die ein Vorgang verschoben oder verlängert werden kann, ohne dass sich das Projektende verschiebt. Der freie Puffer ist die Zeit, um die er sich verschieben kann, ohne dass sich der früheste Anfang eines Nachfolgers verschiebt. C (Schulungskonzept) hat GP = 24 Tage: Er könnte bis zu 24 Tage später fertig werden, ohne den Go-Live zu gefährden. Sein FP ist aber 0: Jede Verzögerung verschiebt sofort den frühesten Beginn von E (Schulungsunterlagen), weil E direkt anschließt – der Puffer liegt „hinter“ E.
Erklärung: Die häufigsten Fehler: E als Vorgänger von F statt von H eintragen (die Schulungsunterlagen werden erst für die Schulung gebraucht) und bei H das Maximum vergessen. Wer den Text zuerst in eine Vorgangsliste übersetzt, vermeidet beides.
Die Machbarkeitsanalyse findet vor dem eigentlichen Projektstart statt, in der Initialisierungsphase bzw. vor dem Projektauftrag oder der Vergabe (1 P). Sie prüft, ob das Vorhaben unter den gegebenen Rahmenbedingungen realisierbar und sinnvoll ist, und liefert eine Entscheidungsgrundlage (durchführen, anpassen, verwerfen), damit keine Fehlinvestition entsteht (1 P).
technische · wirtschaftliche · rechtliche · organisatorische bzw. personelle · zeitliche Machbarkeit (auch: ökologische).
Erklärung: Die Machbarkeitsanalyse beantwortet „Können und sollen wir das?“, die Risikoanalyse im laufenden Projekt „Was kann schiefgehen?“.
Zwei der folgenden Kriterien, jeweils benannt und am Projekt erläutert:
Erklärung: Das entspricht genau dem Aufgabentyp aus W25 T1 A1a. Der Projektbezug bringt die Hälfte der Punkte – Fakten aus der Ausgangssituation nutzen.
| Kriterium | Variante 1 (Cloud „VoxCloud“) | Variante 2 (Offline auf dem Tablet) |
|---|---|---|
| technisch | Erkennungsrate 95 % ≥ 90 % → Nutzen erreichbar; benötigt aber durchgehend Internet – in den vielen Funklöchern nicht nutzbar; keine Erfahrung bei Kranich. → eingeschränkt machbar | funktioniert ohne Netz, aber Erkennungsrate 82 % < 90 % → Korrekturaufwand frisst die Ersparnis; benötigt 8 GB RAM, die Tablets haben nur 4 GB. → nicht machbar (mit vorhandener Hardware) |
| wirtschaftlich | 25.000 € Entwicklung + 1.800 € pro Monat (21.600 € pro Jahr); im ersten Jahr im Budget von 60.000 €; dem steht ein kalkulatorischer Nutzen von ca. 260.000 × 1 Min. ≈ 4.333 h × 32 € ≈ 138.700 € pro Jahr gegenüber. → machbar | 45.000 € + 120 × 520 € = 62.400 € → 107.400 € > 60.000 € Budget; Nutzen wegen 82 % fraglich. → nicht machbar |
| rechtlich | Gesundheitsdaten werden auf Server in den USA übertragen; der Datenschutzbeauftragte lehnt das ohne zusätzliche Garantien ab; Aufnahmen Dritter. → nicht machbar (in dieser Form) | Verarbeitung lokal, kein Drittlandtransfer; Aufnahmen Dritter und Erweiterung der Betriebsvereinbarung müssen geregelt werden. → eingeschränkt machbar |
| zeitlich | Team ab April 2028 frei, Frist 30.06.2028 = 3 Monate; Entwicklung 3 Monate → nur ohne jeden Puffer. → eingeschränkt machbar | 5 Monate Entwicklung > 3 Monate verfügbar. → nicht machbar |
Die Spracheingabe sollte in der geplanten Form nicht umgesetzt werden: Variante 1 scheitert rechtlich (US-Server für Gesundheitsdaten) und ist in Funklöchern nicht nutzbar; Variante 2 scheitert am Budget, an der Hardware, an der zu geringen Erkennungsrate und am Termin. Empfehlung an die Geschäftsführerin: Phase 2 zunächst ohne Spracheingabe abschließen und die Spracheingabe mit Änderungen neu prüfen – z. B. einen Anbieter mit Servern in der EU suchen, Diktate offline zwischenspeichern und bei Netz übertragen, vorab einen Pilot mit zehn Freiwilligen durchführen, die Betriebsvereinbarung erweitern und den Termin auf Ende 2028 verschieben.
Erklärung: Eine Machbarkeitsanalyse endet nicht mit „ja/nein“ je Kriterium, sondern mit einer Gesamtempfehlung. Ein einziges „nicht machbar“ in einem K.-o.-Bereich (Recht) reicht, um eine Variante in der vorliegenden Form zu stoppen.
Quantitativer Nutzen lässt sich in Zahlen bzw. Geld messen, z. B. eingesparte Stunden oder Euro (1 P). Qualitativer Nutzen lässt sich nicht oder nur schwer in Zahlen ausdrücken und wird beschrieben, z. B. Zufriedenheit oder Image (1 P).
Quantitativ: 1,5 Minuten weniger Dokumentation je Einsatz (rund 6.500 Stunden pro Jahr); 7.800 € pro Jahr weniger Druck- und Papierkosten; 4 % weniger gefahrene Kilometer. Qualitativ: zufriedenere Pflegekräfte (kein Nachtragen am Wochenende); bessere, prüfsichere Dokumentation; attraktiverer Arbeitgeber; mehr Transparenz für die PDL.
Erklärung: Ein qualitativer Nutzen kann manchmal nachträglich gemessen werden (z. B. per Umfrage) – entscheidend ist, dass er sich nicht direkt in Geld ausdrücken lässt.
| Zielgruppe | Vorteil (Beispiele) |
|---|---|
| Pflegekräfte | weniger Zeit für die Dokumentation (von 4,0 auf 2,5 Minuten je Einsatz) und kein Nachtragen von Zetteln am Wochenende; Tourenplan und Navigation auf dem Tablet, Änderungen bei Krankmeldungen sofort sichtbar – mehr Zeit für die eigentliche Pflege |
| Patientinnen, Patienten, Angehörige | die Pflegekraft hat mehr Zeit für die Pflege statt für Papierkram; verlässlichere Einsatzzeiten durch bessere Tourenplanung; vollständige, gut lesbare Dokumentation; später Information über die Ankunftszeit (Phase 2) |
| Verwaltung / Abrechnung | kein manuelles Übertragen mehr (120 statt 20 Stunden pro Monat); weniger Übertragungsfehler (von ca. 4 % auf unter 0,5 %); fehlende Unterschriften werden sofort erkannt; Abrechnung bis zum 5. statt 15. Werktag |
| Geschäftsführung | schnellere Abrechnung verbessert die Liquidität; weniger nicht abrechenbare Leistungen (0,8 % → 0,2 % von 9,5 Mio. € ≈ 57.000 € Mehrerlös pro Jahr); geringere Sach- und Fahrtkosten; attraktiver Arbeitgeber im Fachkräftemangel; prüfsichere Dokumentation |
Erklärung: Wie in S24 zählt die Perspektive: Derselbe Effekt (schnellere Abrechnung) ist für die Verwaltung Arbeitserleichterung und für die Geschäftsführung Liquidität.
| Position | Rechnung | Betrag pro Jahr |
|---|---|---|
| (1) Pflegekräfte | 260.000 Einsätze × (4,0 − 2,5) Min. = 390.000 Min. = 6.500 h × 32 €/h | 208.000 € |
| (2) Verwaltung | (120 − 20) h × 12 Monate = 1.200 h × 28 €/h | 33.600 € |
| (3) Sach- und Raumkosten | 7.800 € + 2.400 € | 10.200 € |
| (4) Fahrtkosten | 1.100.000 km × 4 % = 44.000 km × 0,30 €/km | 13.200 € |
| Summe | 265.000 € | |
Jährlicher Rückfluss = 265.000 € − 43.740 € = 221.260 € · Amortisationsdauer = 367.224 € ÷ 221.260 € pro Jahr ≈ 1,66 Jahre (ca. 1 Jahr und 8 Monate).
Mit den Ersatzwerten: (265.000 € − 45.000 €) = 220.000 € · 360.000 € ÷ 220.000 € ≈ 1,64 Jahre.
Mehrerlös durch weniger nicht abrechenbare Leistungen: 9.500.000 € × (0,8 % − 0,2 %) = 57.000 € · Zahlungswirksamer Nutzen = 10.200 € + 13.200 € + 57.000 € = 80.400 € · Rückfluss = 80.400 € − 43.740 € = 36.660 € pro Jahr · Amortisationsdauer = 367.224 € ÷ 36.660 € ≈ 10,0 Jahre (Ersatzwerte: 35.400 €; 360.000 € ÷ 35.400 € ≈ 10,2 Jahre).
Beurteilung: Rein finanziell amortisiert sich das Projekt erst nach etwa zehn Jahren – deutlich länger als die übliche Nutzungsdauer von Tablets (3–5 Jahre) und Software. Der große Nutzen aus a) besteht vor allem aus gewonnener Arbeitszeit (6.500 Stunden, rund vier Vollzeitstellen), die nicht automatisch Geld spart, weil niemand entlassen wird. Wirtschaftlich wird sie erst, wenn sie genutzt wird – für zusätzliche abrechenbare Einsätze, weniger Überstunden und Aushilfen oder als Entlastung im Fachkräftemangel. Die Entscheidung sollte daher nicht allein an der Amortisationsdauer hängen, sondern auch die qualitativen Nutzen einbeziehen.
Erklärung: Die zweite Rechnung ist der Kern der Aufgabe: Eine ehrliche Projektbegründung trennt zahlungswirksame von kalkulatorischen Einsparungen. Wer die laufenden Kosten vergisst, kommt auf zu kurze Amortisationszeiten (1,39 bzw. 4,6 Jahre).