Aufgaben zur Benutzeroberfläche standen in 5 der 9 ausgewerteten Prüfungen, und zwar immer in Teil 1. Meist sind sie Teil einer größeren Aufgabe und bringen zusammen 7–18 Punkte. Typisch sind vier Aufgabenarten: ein Mockup skizzieren oder ergänzen (oft in einem vorgedruckten Smartphone- oder Browserrahmen), die Mängel eines Entwurfs finden und ihn verbessern, Barrierefreiheit (Anforderungen und Maßnahmen) und Usability (Begriffe, Tests). Der Belegsatz enthält zu diesem Block nichts – alles hier musst du selbst können.
| Unterthema | Kategorie | Typische Punkte | Wichtigste Fähigkeit |
|---|---|---|---|
| GUI-01 Mockup, Wireframe & GUI-Elemente | Oft 4/9 | 3–10 | Anforderungen vollständig in eine beschriftete Skizze übertragen, passende Elemente und Darstellungsformen wählen |
| GUI-02 Barrierefreiheit | Wahrscheinlich 3/9 | 4–8 | Anforderung und dazu passende, konkrete Maßnahme nennen |
| GUI-03 Usability & Software-Ergonomie | Wahrscheinlich 2/9 | 6–16 | Mängel erkennen, mit den Grundsätzen der DIN EN ISO 9241-110 begründen und beheben |
In der Themenanalyse bilden die drei Unterthemen zusammen das Thema „GUI / Mockup / Barrierefreiheit“ (Oft, 5/9). Damit genug geübt wird, ist es hier aufgeteilt. Die Kategorien der Teilthemen sind nach denselben Regeln berechnet (Wahrscheinlich = 2–3 von 9, davon mindestens einmal in S24–S26).
Vorkommen: 4/9 · Prüfungen: W22 (T1 A3a, Gestaltungselemente), W23 (T1 A4b, Darstellungsform + Skizze), S24 (T1 A4bb, verbessertes Mockup), S26 (T1 A4c, Vorteile von Mockups + Smartphone-Mockup ergänzen)
Alle drei sind Entwürfe der Benutzeroberfläche, bevor programmiert wird. Sie unterscheiden sich im Detailgrad (englisch Fidelity: Low-Fidelity = grob, High-Fidelity = nah am Endprodukt) und darin, ob man sie bedienen kann.
| Wireframe | Mockup | Prototyp | |
|---|---|---|---|
| Frage | Was steht wo? (Struktur, Anordnung, Inhalte) | Wie sieht es aus? (visuelles Design) | Wie funktioniert es? (Bedienung, Ablauf) |
| Detailgrad | Low-Fidelity: graue Kästen, Platzhalter, Kreuz für Bilder, kaum Text | High-Fidelity: echte Texte, Farben, Schriften, Icons, Bilder | Low- bis High-Fidelity (vom Papierprototyp bis zum Klick-Dummy) |
| Interaktion | keine (statisch) | keine (statisch) | klickbar, teilweise funktionsfähig |
| Aufwand, Zeitpunkt | sehr gering, ganz am Anfang | mittel, nachdem die Struktur abgestimmt ist | höher, vor oder parallel zur Umsetzung |
| Werkzeuge | Papier, Whiteboard, Balsamiq | Figma, Sketch, Penpot | Figma (Prototyp-Modus), Axure; HTML-Klick-Dummy |
Zwei Begriffe aus dem Prototyping solltest du einordnen können: Ein horizontaler Prototyp zeigt viele Masken der Oberfläche, aber ohne Logik dahinter. Ein vertikaler Prototyp setzt eine einzelne Funktion vollständig durch alle Schichten um (Oberfläche, Logik, Datenbank). Ein Wegwerf-Prototyp dient nur zur Klärung und wird danach verworfen, ein evolutionärer Prototyp wird zum Produkt weiterentwickelt.
| Vorteil | Begründung bzw. Auswirkung |
|---|---|
| Anforderungen werden sichtbar und überprüfbar | Missverständnisse zwischen Auftraggeber und Entwicklung fallen auf, bevor programmiert wird. Fehlende oder überflüssige Funktionen werden erkannt. |
| Frühes Feedback, günstige Änderungen | Eine Änderung am Entwurf kostet Minuten, eine Änderung am fertigen Programm Tage. Fehlerkosten steigen mit jeder Projektphase. |
| Gemeinsame Diskussions- und Abnahmegrundlage | Kunde, Design, Entwicklung und Test sprechen über dasselbe Bild. Das abgestimmte Mockup kann Teil des Pflichtenhefts werden. |
| Grundlage für frühe Usability-Tests | Mit Papier- oder Klickprototyp lassen sich Testpersonen aus der Zielgruppe einbeziehen, ohne dass Code existiert. |
| Bessere Planung und klare Vorgabe | Anzahl der Masken und Elemente ist bekannt, dadurch genauere Aufwandsschätzung; Entwickler setzen ein einheitliches Design mit weniger Rückfragen um. |
Grenzen: zusätzlicher Aufwand; der Kunde hält einen realistisch aussehenden Entwurf leicht für „fast fertig“ (Erwartungen klären); Mockups zeigen weder Ladezeiten noch Logik; es droht eine Diskussion über Farben statt über Funktionen.
Für Skizzen und für Fragen wie „Welches Element eignet sich?“ brauchst du einen festen Baukasten. Abbildung A-2 zeigt die wichtigsten Elemente so, wie du sie in der Prüfung schnell zeichnen kannst.
| Element | Wofür? | Achtung |
|---|---|---|
| Button (Schaltfläche) | löst eine Aktion aus; Primärbutton (Hauptaktion, hervorgehoben) und Sekundärbutton (z. B. Abbrechen) | als Verb beschriften („Buchen“, „Speichern“), nicht „OK“ oder „Submit“; pro Seite nur eine Primäraktion |
| Textfeld, Textbereich | freie Eingabe (Name, E-Mail, Bemerkung) | immer mit sichtbarem Label; wo feste Werte möglich sind, lieber eine Auswahl |
| Dropdown (Auswahlliste) | genau eine Option aus vielen (ab ca. 6), platzsparend | Optionen sind nicht sichtbar; bei 2–5 Optionen sind Radiobuttons besser |
| Radiobuttons, Segmented Control | genau eine Option aus wenigen; alle Optionen auf einen Blick | sinnvolle Option vorauswählen |
| Checkbox | unabhängige Ja/Nein-Auswahl, mehrere gleichzeitig möglich | Einwilligungen (Newsletter) nie vorausgewählt (DSGVO) |
| Toggle-Switch | Einstellung ein/aus mit sofortiger Wirkung (Dunkelmodus, Mitteilungen) | nicht in Formularen, die erst mit „Speichern“ wirken |
| Slider (Schieberegler) | ungefährer Wert aus einem Bereich (Lautstärke, Umkreis, Preisspanne) | ungenau, für motorisch eingeschränkte Menschen schwierig; eingestellten Wert anzeigen |
| Stepper (− 2 +) | kleine ganze Zahl (Anzahl Personen, Tickets) | Grenzen (min./max.) erzwingen, große Tippflächen |
| Datumsauswahl (Datepicker) | Datum oder Zeitraum per Kalender; ungültige Tage lassen sich sperren | Zeitraum = zwei Felder (von/bis) oder Bereichsauswahl |
| Suchfeld | schnelles Finden in großen Datenmengen, oft mit Vorschlägen (Autovervollständigung) | Treffer und „keine Treffer“ klar anzeigen |
| Tabelle, Liste | viele gleichartige Datensätze; sortier- und filterbar | am Smartphone nur wenige Spalten |
| Kacheln (Cards) | überschaubare Zahl von Objekten, oft mit Bild oder Status; touchfreundlich | weniger Datensätze pro Bildschirm |
| Karte (Map), Diagramm | Daten mit Ortsbezug bzw. Zahlen, Verläufe, Vergleiche (siehe Darstellungsformen) | Achsen und Einheiten beschriften |
| Tabs (Registerkarten) | zwischen gleichrangigen Bereichen einer Seite umschalten | aktiven Tab deutlich markieren |
| Breadcrumb (Pfadnavigation) | zeigt die Position in der Hierarchie (Start › Katalog › Romane); Elternebenen sind anklickbar | vor allem bei Websites mit mehreren Ebenen |
| Hamburger-Menü (☰) | Navigation eingeklappt, spart Platz auf kleinen Bildschirmen | versteckt die Bereiche; wichtige Bereiche besser in eine Tab-Bar |
| Tab-Bar (Bottom Navigation) | 3–5 Hauptbereiche einer App, immer sichtbar, mit dem Daumen erreichbar | Symbol und Text |
| Modal-Dialog | unterbricht den Ablauf und erzwingt eine Entscheidung (z. B. Löschen bestätigen) | sparsam einsetzen; Buttons eindeutig beschriften („Löschen“ / „Behalten“) |
| Toast (Snackbar) | kurze Rückmeldung, die nicht blockiert und von selbst verschwindet („Gespeichert“), evtl. mit „Rückgängig“ | nicht für wichtige Fehlermeldungen |
| Tooltip | Zusatzinformation beim Darüberfahren mit der Maus | auf Touchgeräten gibt es kein Hover |
| Fortschrittsbalken, Schrittanzeige | Status eines Vorgangs („Schritt 2 von 3“, Upload 60 %) | – |
| Akkordeon, Pagination, Karussell | ausklappbare Abschnitte (FAQ); lange Listen seitenweise; mehrere Inhalte nacheinander | Karussells werden kaum beachtet – kein automatisches Weiterschalten |
Bevor du dich entscheidest, beantworte drei Fragen: Welche Daten (Anzahl, Text oder Zahl, Zeitbezug, Ortsbezug, Bilder)? Was will der Nutzer damit tun (Überblick, vergleichen, suchen, Lage erkennen, Entwicklung verfolgen)? Auf welchem Gerät?
| Darstellungsform | geeignet für | Vorteil (Begründung) | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Tabelle / Liste | viele gleichartige Datensätze mit mehreren Merkmalen | übersichtlich, schnell erfassbar, sortier- und filterbar | wenig anschaulich; auf kleinen Bildschirmen eng |
| Kacheln (Cards) | überschaubare Anzahl von Objekten, oft mit Bild oder Status | modern, Fokus auf das Wesentliche, gut für Touch und kleine Bildschirme | weniger Einträge pro Bildschirm, Vergleich schwerer |
| Karte | Daten mit Ortsbezug (Standorte, Gebiete, Routen) | räumliche Lage und Entfernungen sofort erkennbar | Detailwerte erst nach Antippen; Geodaten nötig |
| Liniendiagramm | Verlauf über die Zeit, Trend | Entwicklung auf einen Blick | exakte Werte schwer ablesbar |
| Säulen-/Balkendiagramm | Vergleich von Kategorien oder Zeitabschnitten | Größenunterschiede intuitiv erkennbar | bei vielen Kategorien unübersichtlich |
| Kreis-/Ringdiagramm | Anteile an einem Ganzen (wenige Kategorien) | Anteil sofort sichtbar | kein Zeitverlauf, ungenau bei vielen Anteilen |
| Kennzahl, Tacho, Ampel | ein aktueller Wert, ggf. mit Grenzwert | in einer Sekunde erfasst | keine Historie |
| Kalender, Zeitleiste | Termine, Belegungen | zeitliche Einordnung | braucht viel Platz |
| Baum | Hierarchien (Ordner, Organigramm) | Struktur sichtbar | tiefe Ebenen unübersichtlich |
Beispiel: Der Lieferdienst „Blitzkurier“ hat 40 E-Transporter. Die Disposition will wissen, wo die Fahrzeuge sind, welchen Status sie haben und wie voll ihr Akku ist. Abb. A-3 zeigt dieselben vier Fahrzeuge in vier Darstellungsformen.
Welche Form richtig ist, hängt von der Aufgabe ab: Soll die Disposition entscheiden, welches freie Fahrzeug einem Abholort am nächsten ist, ist die Karte richtig – Entfernungen sieht man sofort, Status und Akku erscheinen beim Antippen des Pins. Sollen dagegen alle Fahrzeuge mit niedrigem Akku gefunden werden, ist eine nach Akkustand sortierbare Tabelle besser. Das Diagramm eignet sich für den schnellen Vergleich weniger Werte, die Kacheln für eine App, in der der Fahrer „sein“ Fahrzeug antippt.
Responsive Design heißt: Eine Oberfläche passt ihr Layout automatisch an Bildschirmgröße und Ausrichtung an – mit denselben Inhalten und einer Codebasis für Smartphone, Tablet und Desktop. Typische Techniken und Anpassungen:
rem), Bilder skalieren mit (max-width: 100%)Mobile First heißt: Der Entwurf beginnt beim kleinsten Bildschirm. Weil dort nur das Wichtigste Platz hat, muss man priorisieren. Größere Bildschirme werden danach schrittweise ergänzt (Progressive Enhancement). Vorteile: Fokus auf die Kernfunktionen, gute Ladezeiten auf Mobilgeräten – und die meisten Nutzer sind mobil unterwegs. Davon abzugrenzen ist Adaptive Design: feste Layouts für einige wenige Gerätegrößen.
Vorkommen: 3/9 · Prüfungen: W21 (T1 A3ab, Begriff erläutern), W22 (T1 A3b, inklusives Design: Schrift und Farbe), S26 (T1 A4b, zwei Anforderungen + Maßnahmen in einer Tabelle)
Software ist barrierefrei, wenn Menschen mit Behinderungen sie in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe finden, wahrnehmen, verstehen und bedienen können (angelehnt an § 4 Behindertengleichstellungsgesetz, BGG). Dazu nutzen viele Menschen Hilfsmittel: Screenreader (liest den Bildschirm vor), Braillezeile, Bildschirmlupe, Spracheingabe, Spezialtastaturen. Die Software muss so gebaut sein, dass diese Hilfsmittel funktionieren.
| Nutzergruppe | typische Barriere | hilft z. B. |
|---|---|---|
| blinde Menschen (Screenreader, Braillezeile) | Bilder ohne Textalternative, Buttons ohne Namen, nur mit der Maus bedienbar | Alternativtexte, semantische Struktur, Tastaturbedienung |
| sehbehinderte und ältere Menschen | kleine Schrift, geringer Kontrast, Layout zerfällt beim Vergrößern | hoher Kontrast, skalierbare Schrift, Zoom bis 200 % |
| farbfehlsichtige Menschen (rund 8 % der Männer) | Information nur über Rot und Grün | zusätzlich Text, Symbol oder Muster |
| gehörlose und schwerhörige Menschen | Videos ohne Untertitel, Hinweise nur als Ton | Untertitel, Transkript, Gebärdensprache, visuelle Signale |
| motorisch eingeschränkte Menschen | winzige Klickflächen, enge Zeitlimits, komplizierte Gesten, Maus nötig | große Bedienelemente, Tastatur/Spracheingabe, keine engen Zeitlimits |
| kognitiv eingeschränkte Menschen, Menschen mit geringen Deutschkenntnissen | komplizierte Sprache, unübersichtliche Abläufe | einfache bzw. Leichte Sprache, klare Struktur, Hilfen |
| vorübergehend oder situativ eingeschränkte Menschen | Arm im Gips, grelles Sonnenlicht, laute Umgebung, keine Brille dabei | dieselben Maßnahmen |
| Regelung | gilt für | Inhalt |
|---|---|---|
| BGG und BITV 2.0 (Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung) | öffentliche Stellen des Bundes (die Länder haben eigene, ähnliche Gesetze) | Websites, Apps und Intranet müssen barrierefrei sein; Pflicht zu einer „Erklärung zur Barrierefreiheit“ mit Feedback-Möglichkeit; Grundinformationen in Deutscher Gebärdensprache und Leichter Sprache |
| BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz), gilt seit 28.06.2025; setzt den European Accessibility Act der EU um | die private Wirtschaft – bestimmte Produkte und Dienstleistungen für Verbraucher, z. B. Online-Shops und Online-Buchungen (elektronischer Geschäftsverkehr), Bankdienstleistungen, E-Books, Websites/Apps/E-Tickets im Personenverkehr | Produkte und Dienstleistungen müssen barrierefrei sein, Informationen zur Barrierefreiheit sind bereitzustellen; Kleinstunternehmen (weniger als 10 Beschäftigte und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Bilanzsumme) sind bei Dienstleistungen ausgenommen; Marktüberwachung und Bußgelder |
| EN 301 549 und WCAG | technischer Maßstab für beide Gesetze | Die europäische Norm verweist für Web und Apps auf die WCAG 2.1, Konformitätsstufe AA |
Die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) sind Richtlinien des W3C. Aktuell ist Version 2.2 (2023). Sie enthalten prüfbare Erfolgskriterien in drei Stufen: A (Mindestanforderungen), AA (der übliche gesetzliche Standard) und AAA (höchste Stufe).
| Prinzip | Bedeutung | Beispiele |
|---|---|---|
| wahrnehmbar perceivable | Alle Informationen müssen mit mindestens einem Sinn erfasst werden können. | Alternativtexte, Untertitel, Kontrast, nicht nur Farbe, vergrößerbarer Text |
| bedienbar operable | Alle Funktionen müssen bedienbar sein – mit Maus, Tastatur, Touch oder Sprache. | vollständige Tastaturbedienung, sichtbarer Fokus, genug Zeit, große Ziele, nichts blinkt |
| verständlich understandable | Inhalte und Bedienung müssen verständlich und vorhersehbar sein. | einfache Sprache, einheitliche Navigation, Beschriftungen, Fehlermeldungen mit Lösungshinweis |
| robust robust | Inhalte müssen mit verschiedenen Browsern und Hilfsmitteln zuverlässig funktionieren. | valides, semantisches HTML; Steuerelemente geben Name, Rolle und Zustand an Hilfsmittel weiter |
In der Prüfung werden Anforderung (was muss erfüllt sein?) und Maßnahme (wie setze ich es um?) getrennt verlangt. Die Tabelle ist dein Vorrat.
| Anforderung | Maßnahme (konkret) | Prinzip |
|---|---|---|
| ausreichender Kontrast | Text mindestens 4,5 : 1 zum Hintergrund; große Schrift (ab 24 px bzw. 18,7 px fett) sowie Bedienelemente und Grafiken mindestens 3 : 1; mit einem Kontrastrechner prüfen | wahrnehmbar |
| skalierbarer Text, Zoom | relative Schriftgrößen (rem, auf Android sp), Systemschriftgröße übernehmen; Vergrößerung auf 200 % ohne Verlust von Inhalten; bei 320 px Breite kein waagerechtes Scrollen | wahrnehmbar |
| Farbe nicht als einziges Merkmal | zusätzlich Text („ausgebucht“), Symbol (✓ / ✕), Muster; Links zusätzlich unterstreichen | wahrnehmbar |
| Textalternativen | Alternativtext für informative Bilder und Symbole; dekorative Bilder leer (alt=""); Diagramme zusätzlich als Tabelle oder Text | wahrnehmbar |
| Alternativen für Audio und Video | Untertitel, Transkript, Audiodeskription; ggf. Video in Gebärdensprache | wahrnehmbar |
| Tastaturbedienbarkeit | alles per Tab, Enter und Leertaste erreichbar; sichtbarer Fokusrahmen; logische Fokus-Reihenfolge; keine „Tastaturfalle“; Link „Zum Inhalt springen“ | bedienbar |
| ausreichend große Bedienelemente | Zielgröße mind. 24 × 24 px (WCAG 2.2, Stufe AA); empfohlen 44 × 44 pt (iOS) bzw. 48 × 48 dp (Android) mit Abstand; Alternative zu komplizierten Gesten | bedienbar |
| genug Zeit, keine Ablenkung | Zeitlimits verlängerbar oder abschaltbar; Karussells und Animationen pausierbar, kein Autoplay; nichts blinkt öfter als 3-mal pro Sekunde | bedienbar |
| verständliche Sprache | kurze Sätze, bekannte Wörter, Fachbegriffe erklären; ggf. Leichte Sprache und weitere Sprachen; Sprache der Seite festlegen (richtige Aussprache im Screenreader) | verständlich |
| Beschriftungen und Fehlerhilfe | dauerhaft sichtbare Labels statt nur Platzhaltertext; Pflichtfelder als Text kennzeichnen; Fehlermeldung als Text direkt am Feld mit Korrekturvorschlag | verständlich |
| vorhersehbares Verhalten | Navigation überall gleich; keine unerwarteten Kontextwechsel (z. B. neues Fenster ohne Hinweis); aussagekräftige Linktexte statt „hier klicken“ | verständlich |
| Kompatibilität mit Hilfsmitteln | semantisches HTML (Überschriften h1–h6, Listen, button statt klickbarem div, label for); ARIA-Attribute nur wo nötig; Statusmeldungen werden vom Screenreader angesagt | robust |
Beispiel in HTML: Ein Screenreader kann nur vorlesen, was im Code steht.
<!-- schlecht -->
<!-- Bild-Button ohne Namen,
per Tastatur nicht erreichbar -->
<div class="btn" onclick="senden()">
<img src="pfeil.png">
</div>
<!-- nur Platzhalter, kein Label -->
<input type="text"
placeholder="E-Mail">
<!-- gut -->
<label for="mail">E-Mail-Adresse *</label>
<input id="mail" type="email"
aria-describedby="mail-fehler">
<p id="mail-fehler">Bitte vollständige
Adresse eingeben, z. B. name@web.de</p>
<button type="submit">
Leseausweis beantragen</button>
<img src="cover.jpg"
alt="Buchcover: Der Schwarm von F. Schätzing">
| Nr. | Barriere (links) | Lösung (rechts) |
|---|---|---|
| 1 | nur Platzhaltertext im Feld – verschwindet beim Tippen, wird nicht von jedem Screenreader als Beschriftung erkannt | dauerhaft sichtbares Label über dem Feld, im Code mit dem Feld verknüpft; Formatangabe im Label |
| 2 | Fehler nur als roter Rahmen und allgemeine Meldung ohne Feldbezug | Fehlermeldung als Text mit Symbol direkt am Feld, mit Beispiel zur Korrektur |
| 3 | winzige, hellgraue Schrift (Kontrast ca. 2 : 1), winzige Checkbox, Linktext „hier“ | dunkle Schrift in normaler Größe, große Checkbox, aussagekräftiger Linktext mit Dateiformat |
| 4 | kleiner Button nur mit Symbol, heller Kontrast – unklar, was er tut | großer Button mit Text, der die Aktion beschreibt |
| Beispieltext | Farbe | Kontrast | Stufe AA für normalen Text |
|---|---|---|---|
| Kursleitung: S. Meier | #B4B4B4 | 2,1 : 1 | ✗ nicht erfüllt |
| Kursleitung: S. Meier | #999999 | 2,9 : 1 | ✗ nicht erfüllt |
| Kursleitung: S. Meier | #767676 | 4,5 : 1 | ✓ gerade erfüllt |
| Kursleitung: S. Meier | #595959 | 7,0 : 1 | ✓ (sogar AAA) |
| Kursleitung: S. Meier | #222222 | 15,9 : 1 | ✓ |
Inklusives Design (auch Design for All) heißt: von Anfang an so gestalten, dass möglichst viele Menschen das Produkt ohne Anpassung nutzen können – statt später Sonderlösungen anzubauen. Die Prüfung fragt dazu gern nach Schrift und Farbe.
| Kriterium | Umsetzung (Beispiele) |
|---|---|
| Schriftart / Schriftbild | serifenlose, klare Schrift, deutlich unterscheidbare Zeichen (I, l, 1 und O, 0) · Grundgröße für Fließtext etwa 16 px · Schriftgröße vom Nutzer einstellbar · Zeilenabstand etwa das 1,5-Fache · linksbündig, kein Blocksatz · kurze Zeilen (rund 60–80 Zeichen) · keine langen Texte in GROSSBUCHSTABEN oder kursiv · klare Hierarchie über Größe und Fettung |
| Farbgebung | hoher Kontrast (mind. 4,5 : 1) · Farbe nie alleiniger Informationsträger · Rot-Grün-Unterscheidungen vermeiden, besser z. B. Blau/Orange · Hochkontrast- und Dunkelmodus anbieten · Farbbedeutungen einheitlich (Rot = Fehler) · keine grellen, flackernden Farbwechsel |
| Layout, Bedienung | klare, gleichbleibende Struktur · großzügige Abstände · große Schaltflächen · wichtige Funktionen gut erreichbar |
Vorkommen: 2/9 · Prüfungen: W21 (T1 A3aa Usability/UX an vier Punkten, A3ac Usability-Tests), S24 (T1 A4ba Mängel eines Mockups aus UI/UX-Sicht)
Usability (Gebrauchstauglichkeit) ist nach DIN EN ISO 9241-11 das Ausmaß, in dem bestimmte Benutzer ein System in einem bestimmten Nutzungskontext nutzen können, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.
| Kriterium | Bedeutung | messbar z. B. über |
|---|---|---|
| Effektivität | Das Ziel wird vollständig und richtig erreicht. | Erfolgsquote, Anzahl der Fehler |
| Effizienz | Der Aufwand (Zeit, Klicks, Eingaben) steht in einem guten Verhältnis zum Ergebnis. | Bearbeitungszeit, Anzahl der Schritte |
| Zufriedenstellung | Die Nutzung wird als angenehm empfunden, ohne Ärger oder Belastung. | Fragebogen (z. B. SUS), Interviews |
Wichtig ist der Nutzungskontext: wer (Zielgruppe), mit welchem Ziel, mit welchem Gerät, in welcher Umgebung. Eine App, die Profis am Schreibtisch effizient finden, kann für ältere Menschen unterwegs unbrauchbar sein.
User Experience (UX) umfasst nach DIN EN ISO 9241-210 alle Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die sich aus der tatsächlichen und der erwarteten Nutzung ergeben – also auch Erwartungen vorher, Emotionen, Ästhetik, Vertrauen und die Erinnerung danach. Usability ist ein Teil der UX.
Software-Ergonomie bedeutet, Software an die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Menschen anzupassen, damit sie ihre Aufgaben ohne unnötige Belastung erledigen können. Für Bildschirmarbeitsplätze verlangt das sogar der Arbeitsschutz (Arbeitsstättenverordnung, Anhang 6). Die Normenreihe DIN EN ISO 9241 „Ergonomie der Mensch-System-Interaktion“ regelt das; wichtig sind Teil 11 (Usability-Begriffe), Teil 110 (Interaktionsprinzipien), Teil 112 (Informationsdarstellung) und Teil 210 (menschzentrierte Gestaltung: Nutzungskontext verstehen → Anforderungen festlegen → Entwürfe erstellen → mit Nutzern bewerten, und das iterativ).
Seit der Neufassung 2020 heißt der Teil 110 „Interaktionsprinzipien“. In Prüfungen und Lehrbüchern ist „Grundsätze der Dialoggestaltung“ weiterhin üblich. Alte und neue Bezeichnungen werden akzeptiert – am sichersten schreibst du beide, z. B. „Robustheit gegen Benutzerfehler (Fehlertoleranz)“.
| Grundsatz (2020) | früher (2006) | Was heißt das? | Beispiel (Bibliotheks-App, Mailprogramm) |
|---|---|---|---|
| Aufgabenangemessenheit | gleich | Das System unterstützt die Aufgabe ohne unnötige Schritte und Informationen; sinnvolle Voreinstellungen. | „Alle verlängern“ statt jedes Medium einzeln; die Suche merkt sich die zuletzt gewählte Filiale. |
| Selbstbeschreibungsfähigkeit | gleich | Der Benutzer erkennt jederzeit, wo er ist, was er tun kann und was das System gerade macht. | Seitentitel; „Verlängert bis 28.05.“ nach dem Tippen; Ladeanzeige beim Versand einer Mail. |
| Erwartungskonformität | gleich | Das Verhalten entspricht Erfahrungen und Konventionen; Begriffe, Symbole und Positionen sind innerhalb der Anwendung und mit der Plattform einheitlich. | Papierkorb-Symbol löscht; „Senden“ steht immer an derselben Stelle; Sprache der Nutzer statt Fachjargon. |
| Erlernbarkeit | Lernförderlichkeit | Das System hilft beim Kennenlernen und Lernen. | kurze Einführung beim ersten Start, Hilfetexte, Tooltips; gefahrloses Ausprobieren dank „Rückgängig“. |
| Steuerbarkeit | gleich | Der Benutzer bestimmt Ablauf, Richtung und Tempo: unterbrechen, zurückgehen, abbrechen. Dazu gehören seit 2020 auch Anpassungen an eigene Bedürfnisse. | Abbrechen jederzeit; Entwurf speichern und später weiterschreiben; Schriftgröße einstellen. |
| Robustheit gegen Benutzerfehler | Fehlertoleranz | Fehler werden vermieden, erkannt und lassen sich mit wenig Aufwand korrigieren; kein Schaden durch Fehlbedienung. | Auswahl statt Freitext; Prüfung schon beim Tippen; Rückfrage vor dem Löschen; Eingaben bleiben nach einem Fehler erhalten; verständliche Meldung mit Lösung. |
| Benutzerbindung | neu seit 2020 | Das System ist einladend und motivierend, schafft Vertrauen und Lust auf weitere Nutzung – ohne Manipulation. | ansprechende Gestaltung, persönliche Begrüßung, Lesestatistik „12 Bücher in diesem Jahr“. |
| Entfallen ist der frühere eigene Grundsatz Individualisierbarkeit (Anpassen an Vorlieben und Fähigkeiten). Diese Aspekte werden heute vor allem der Steuerbarkeit zugeordnet. | |||
Für die Anzeige von Informationen gibt es zusätzlich Teil 112 (Entdeckbarkeit, Ablenkungsfreiheit, Unterscheidbarkeit, eindeutige Interpretierbarkeit, Kompaktheit, Konsistenz). Bei der Anordnung helfen die Gestaltgesetze: Nähe (Zusammengehöriges steht nah beieinander), Ähnlichkeit (gleich Aussehendes hat die gleiche Funktion), Geschlossenheit (ein Rahmen bildet eine Gruppe). Elemente sollten an einem gemeinsamen Raster ausgerichtet sein – „schief“ angeordnete Elemente wirken unruhig und erschweren das Erfassen.
| Verfahren | Ablauf | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Thinking Aloud (Methode des lauten Denkens) | Testpersonen aus der Zielgruppe lösen typische Aufgaben („Verlängern Sie das Buch X“) und sprechen dabei ihre Gedanken laut aus. Ein Moderator beobachtet und protokolliert, oft mit Bildschirm- und Videoaufzeichnung. | zeigt, warum Probleme entstehen; schon mit Papier- oder Klickprototyp möglich; etwa 5 Personen finden die meisten Probleme | Aufwand; Laborsituation; lautes Denken verändert das Verhalten leicht |
| A/B-Test | Zwei Varianten einer Seite werden im laufenden Betrieb zufällig verschiedenen Nutzergruppen gezeigt. Verglichen werden Kennzahlen wie Abschlussquote oder Abbruchrate. | objektive Daten aus echter Nutzung, große Stichprobe | braucht ein laufendes System und viele Nutzer; zeigt nur welche Variante besser ist, nicht warum |
| Eye-Tracking | Eine Kamera erfasst, wohin die Testperson schaut; Auswertung als Heatmap oder Blickpfad. | zeigt, was übersehen wird | teure Technik, meist im Labor |
| Fragebogen, z. B. SUS (System Usability Scale) | Nach der Nutzung bewerten Personen 10 Aussagen auf einer Skala; Ergebnis 0–100 Punkte (etwa 68 gilt als Durchschnitt). | günstig, vergleichbar, viele Teilnehmende | subjektiv; nennt keine konkreten Ursachen |
| Expertenreview / heuristische Evaluation | 3–5 Usability-Fachleute prüfen die Oberfläche anhand von Regeln (z. B. Nielsens 10 Heuristiken oder Grundsätze der ISO 9241-110). | schnell, günstig, ohne Testpersonen, sehr früh möglich | keine echten Nutzer; findet nicht alle Probleme |
| weitere | Cognitive Walkthrough, Interviews und Fokusgruppen, Card Sorting (Aufbau der Navigation), Nutzungsanalyse (Web-Analytics, Klick-Heatmaps), Remote-Tests, Feedback-Funktion in der App | ||
| 1 · Sichtbarkeit des Systemstatus | 6 · Wiedererkennen statt Erinnern |
| 2 · Übereinstimmung von System und realer Welt | 7 · Flexibilität und Effizienz (Abkürzungen für Geübte) |
| 3 · Kontrolle und Freiheit des Benutzers (Rückgängig, Abbrechen) | 8 · Ästhetisches, minimalistisches Design |
| 4 · Konsistenz und Standards | 9 · Hilfe beim Erkennen, Verstehen und Beheben von Fehlern |
| 5 · Fehlervermeidung | 10 · Hilfe und Dokumentation |
Gehe einen Entwurf systematisch von oben nach unten durch und stelle zu jedem Bereich die Fragen der Checkliste:
Formuliere jeden Mangel nach dem Schema Mangel (was, wo?) → Auswirkung auf den Nutzer → verletzter Grundsatz → Verbesserung. Beispiel: der Dialog einer Bibliothekssoftware zum Verlängern von Ausleihen.
| Nr. | Mangel | Auswirkung | Grundsatz | Verbesserung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Fenstertitel „Info“ sagt nichts über den Zweck | Nutzer erkennt nicht sofort, worum es geht | Selbstbeschreibungsfähigkeit | Titel „Ausleihen verlängern“ |
| 2 | Frage mit doppelter Verneinung („nicht abbrechen?“) | missverständlich, führt zu falschen Entscheidungen | Selbstbeschreibungsfähigkeit | „Möchten Sie die ausgewählten Medien um 4 Wochen verlängern?“ |
| 3 | nicht verlängerbares Medium ist vorausgewählt | der Fehler wird geradezu provoziert | Robustheit gegen Benutzerfehler | nicht verlängerbare Medien ausgrauen, Grund anzeigen, nicht auswählbar machen |
| 4 | technische Fehlermeldung „0x1F: RES_CONFLICT“ | Ursache und Lösung bleiben unklar | Robustheit gegen Benutzerfehler | „‚Der Schwarm‘ ist vorgemerkt und kann nicht verlängert werden. Bitte bis 14.05. zurückgeben.“ |
| 5 | „OK“, „Abbrechen“, „Hilfe“ gleich gestaltet; „OK“ ist mehrdeutig | Nutzer klickt die falsche Schaltfläche | Erwartungskonformität | eindeutige Verben: „Verlängern“ (hervorgehoben) und „Nicht verlängern“ |
Für diesen Block legt die IHK keine Notationshilfe bei. Der Belegsatz besteht deshalb nur aus den Anlagen zur Ausgangssituation, auf die sich alle Aufgaben beziehen. Keine Erklärungen.
Die Aufgaben dieses Blocks beziehen sich auf die folgende Ausgangssituation:
Die AquaVita Freizeit GmbH betreibt in der Stadt Lindenbrück drei Einrichtungen: das Hallenbad Mitte, das Freibad am Weiher und die Saunawelt Lindenbrück. Das private Unternehmen hat 140 Beschäftigte und zählt rund 450 000 Besuche im Jahr. Tickets werden bisher an der Kasse und über eine veraltete Website verkauft, Schwimmkurse (z. B. Seepferdchen, Aquafitness 50+) können nur telefonisch gebucht werden.
Die AquaVita hat die Brückner Digital GmbH beauftragt, drei Anwendungen zu entwickeln:
Sie sind Auszubildende bzw. Auszubildender zum Fachinformatiker / zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung bei der Brückner Digital GmbH und arbeiten im UI/UX-Team mit. Sie erstellen und prüfen Entwürfe (Wireframes und Mockups), achten auf Barrierefreiheit und bereiten Usability-Tests vor.
Im Oktober 2026 hat die AquaVita ihre Kundschaft online zur bisherigen Website befragt (Anlage 3). Ein erster Entwurf der neuen Seite „Kurs buchen“ liegt vor (Anlage 4).
| Nr. | A · Kursbuchung (Website und App) |
|---|---|
| A1 | Die Seite zeigt Kursname, Bad, Kursleitung, Dauer, Preis je Person und eine kurze Beschreibung des Kurses. |
| A2 | Die angebotenen Termine (Datum und Uhrzeit) werden mit der Anzahl freier Plätze angezeigt. Ausgebuchte Termine sind nicht buchbar; für sie kann man sich auf eine Warteliste setzen lassen. |
| A3 | Pro Buchung können 1 bis 4 Personen angemeldet werden. Für jede Person werden Name und Geburtsdatum erfasst (Altersgrenzen, z. B. „ab 50 Jahren“). |
| A4 | Vor dem verbindlichen Buchen wird der Gesamtpreis angezeigt. |
| A5 | Die AGB müssen bestätigt werden; die Anmeldung zum Newsletter ist freiwillig. |
| A6 | Der Buchungsvorgang kann jederzeit abgebrochen werden. |
| A7 | Nach der Buchung erhält die Kundin bzw. der Kunde eine Bestätigung auf dem Bildschirm und per E-Mail. |
| Nr. | B · Seite „Auslastung“ (App) |
|---|---|
| B1 | Auswahl eines der drei Bäder (Hallenbad Mitte, Freibad am Weiher, Saunawelt). |
| B2 | Aktuelle Auslastung des gewählten Bades als Anzahl der Gäste und in Prozent der Kapazität (Hallenbad Mitte: 400 Gäste). |
| B3 | Prognose der Auslastung im Tagesverlauf (stündlich während der Öffnungszeit, Hallenbad Mitte 8–22 Uhr) für einen auswählbaren Tag – heute bis 6 Tage im Voraus. |
| B4 | Aktuelle Wassertemperatur der Becken des gewählten Bades (Hallenbad Mitte: Sportbecken, Nichtschwimmerbecken, Kinderbecken). |
| B5 | Von der Seite aus kann direkt ein Ticket für das gewählte Bad gekauft werden. |
| B6 | Der Zeitpunkt der letzten Aktualisierung wird angezeigt; die Daten können manuell aktualisiert werden. |
| Nr. | C · Ticketkauf (App) |
|---|---|
| C1 | Auswahl genau eines der drei Bäder. |
| C2 | Auswahl des Besuchstags: heute bis 30 Tage im Voraus; an Revisionstagen ist das Bad geschlossen. |
| C3 | Anzahl der Tickets je Tarif (Erwachsene, Ermäßigt, Kind) jeweils von 0 bis 10. |
| C4 | Zusatzleistungen, beliebig kombinierbar: Sauna, Schließfach, Leihhandtuch. |
| C5 | Kurze Rückmeldung, wenn das Ticket in der Wallet des Smartphones gespeichert wurde. |
| C6 | Sicherheitsabfrage, bevor ein bereits gekauftes Ticket storniert wird. |
| C7 | Wechsel zwischen den Hauptbereichen Start, Tickets, Kurse und Konto ist jederzeit möglich. |
| Nr. | D · Allgemeine Anforderungen |
|---|---|
| D1 | Die App läuft unter Android und iOS; die Website ist responsiv (Smartphone, Tablet, Desktop). |
| D2 | Website und App müssen barrierefrei sein. Maßstab sind die WCAG 2.1, Konformitätsstufe AA. |
| D3 | Zielgruppen: Familien mit Kindern, Seniorinnen und Senioren, Schulen und Vereine, Touristinnen und Touristen (Deutsch und Englisch). |
| D4 | Die Web-Anwendung „AquaVita Verwaltung“ (Anlage 5) wird bisher nur an PCs genutzt. Künftig sollen die Kursleitungen die Kurstermine auch auf Tablets im Hochformat am Beckenrand aufrufen und die Anwesenheit erfassen können. |
| Nr. | Person | Rückmeldung |
|---|---|---|
| F1 | Frau B., 74 Jahre, Grauer Star | „Die hellgraue Schrift auf weißem Grund kann ich kaum lesen. Wenn ich die Seite vergrößere, rutschen die Texte übereinander.“ |
| F2 | Herr T., 41 Jahre, Rot-Grün-Sehschwäche | „Im Belegungskalender sind volle Tage rot und freie Tage grün. Für mich sehen beide gleich aus.“ |
| F3 | Herr K., 29 Jahre, blind, nutzt einen Screenreader | „Bei den Schaltflächen sagt mein Screenreader nur ‚Schaltfläche‘ – ohne Namen. Die Fotos der Becken heißen ‚IMG_2231.jpg‘.“ |
| F4 | Frau L., 52 Jahre, Zittern der Hände (Tremor) | „Die kleinen Plus- und Minus-Knöpfe beim Ticketkauf treffe ich fast nie. Mit der Tastatur komme ich nicht bis zum Bezahlen-Button.“ |
| F5 | Frau S., 33 Jahre, gehörlos | „Das Erklärvideo zu den Baderegeln hat weder Untertitel noch eine Textfassung.“ |
| F6 | Herr A., 47 Jahre, lernt seit einem Jahr Deutsch | „Den Text zu den Tarifen verstehe ich nicht: ‚Ermäßigungsberechtigt sind Personen gemäß § 4 Abs. 2 der Entgeltordnung, sofern ein entsprechender Nachweis …‘“ |
| F7 | Herr P., 38 Jahre, Vater | „Bei der Kursanmeldung hatte ich das Geburtsdatum meiner Tochter falsch eingegeben. Es kam nur ‚Ungültige Eingabe‘ und alle Felder waren wieder leer.“ |
| F8 | Frau D., 22 Jahre, Studentin | „Nach dem Bezahlen landete ich auf der Startseite. Ob der Kauf geklappt hat, wusste ich erst am nächsten Tag durch die Abbuchung.“ |
| F9 | Herr W., 69 Jahre, Stammgast | „Für eine einzige Tageskarte muss ich mich durch sieben Seiten klicken und jedes Mal meine Adresse neu eingeben.“ |
| F10 | Frau R., 45 Jahre | „Auf der Website heißt es ‚Warenkorb‘, in der alten App ‚Einkaufstasche‘. Und der Weiter-Knopf ist mal links, mal rechts.“ |
| F11 | Frau N., 35 Jahre, Mutter von zwei Kindern | „Wenn ich beim Ticketkauf einen Schritt zurückgehe, ist meine Auswahl weg. Abbrechen kann ich nur, indem ich das Browserfenster schließe.“ |
| F12 | Herr M., 58 Jahre, neu in Lindenbrück | „Wie die Wertkarte mit Bonusguthaben funktioniert, habe ich erst nach Wochen verstanden. Nirgends gibt es eine Erklärung.“ |
Hinweise zum Entwurf:
① bis ⑧: markierte Gestaltungselemente (zu Aufgabe GUI-01.1).
Alle Aufgaben beziehen sich auf die Ausgangssituation in Anlage 1 und die weiteren Anlagen des Belegsatzes. Skizzen werden mit Bleistift in die vorgedruckten Rahmen gezeichnet; Farben sind nicht erforderlich. Gesamt: 105 Punkte (ca. 95 Minuten).
Im Projekt-Wiki sollen die Gestaltungselemente der Web-Anwendung „AquaVita Verwaltung“ beschrieben werden. In Anlage 5 sind acht Elemente mit ① bis ⑧ markiert.
| Nr. | Bezeichnung | Zweck |
|---|---|---|
Angelehnt an: W22 Teil 1, Aufgabe 3a (Gestaltungselemente für Benutzerschnittstellen beschreiben)
Für den Ticketkauf in der App (Anlage 2, Anforderungen C1 bis C7) sollen passende Bedienelemente festgelegt werden. Außerdem soll die Kursverwaltung künftig auf Tablets laufen.
| Anforderung | GUI-Element | Begründung |
|---|---|---|
| C1 Auswahl genau eines der drei Bäder | ||
| C2 Besuchstag (heute bis 30 Tage im Voraus, Revisionstage geschlossen) | ||
| C3 Anzahl Tickets je Tarif (0 bis 10) | ||
| C4 Zusatzleistungen Sauna, Schließfach, Leihhandtuch (beliebig kombinierbar) | ||
| C5 Rückmeldung „Ticket in der Wallet gespeichert“ | ||
| C6 Sicherheitsabfrage vor dem Stornieren eines Tickets | ||
| C7 Wechsel zwischen Start, Tickets, Kurse und Konto |
Angelehnt an: W22 Teil 1, Aufgabe 3a und W23 Teil 1, Aufgabe 4b (geeignete Darstellung wählen und begründen)
Für die App „AquaVita“ soll die Seite „Auslastung“ entworfen werden (Anforderungen B1 bis B6 in Anlage 2). Die Projektleitung möchte die Gestaltung vor der Programmierung mit Mockups bei der AquaVita abstimmen.
Angelehnt an: S26 Teil 1, Aufgabe 4c (Vorteile von Mockups, Smartphone-Entwurf ergänzen) und W23 Teil 1, Aufgabe 4b (Darstellungsformen)
Website und App der AquaVita sollen barrierefrei sein (Anlage 2, D2).
Angelehnt an: W21 Teil 1, Aufgabe 3ab (Barrierefreiheit erläutern)
In der Online-Befragung (Anlage 3) haben Nutzerinnen und Nutzer Probleme mit der bisherigen Website gemeldet. Die neue App soll diese Probleme vermeiden.
| Nr. | verletzte Anforderung | geeignete Maßnahme |
|---|---|---|
| Kriterium | Beispiele |
|---|---|
| Schriftart / Schriftbild | |
| Farbgebung |
Angelehnt an: S26 Teil 1, Aufgabe 4b (Anforderungen und Maßnahmen) und W22 Teil 1, Aufgabe 3b (inklusives Design)
Bevor die Seite „Kurs buchen“ umgesetzt wird, soll der Entwurf in Anlage 4 auf Barrierefreiheit geprüft werden.
| Barriere im Entwurf | WCAG-Prinzip | Maßnahme |
|---|---|---|
Angelehnt an: S26 Teil 1, Aufgabe 4b und S24 Teil 1, Aufgabe 4ba (Mängel eines Mockups beschreiben)
Die AquaVita legt großen Wert auf eine gute Usability und eine positive User Experience ihrer neuen App.
| Nr. | Eigenschaft der App | Grundsatz |
|---|---|---|
| 1 | Gutscheincodes werden ohne Leerzeichen übernommen; die leicht verwechselbaren Zeichen O und 0 werden automatisch richtig erkannt. | |
| 2 | Beim Ticketkauf zeigt ein Balken oben „Schritt 2 von 3: Zusatzleistungen wählen“. | |
| 3 | Erklärvideos lassen sich anhalten, zurückspulen und schneller abspielen. | |
| 4 | Bei der Kursbuchung werden nur die Angaben abgefragt, die für den gewählten Kurs nötig sind – bei „Aquafitness 50+“ z. B. keine Angaben zu Erziehungsberechtigten. | |
| 5 | Ein Tipp auf das Logo oben links führt – wie auf den meisten Websites – zur Startseite. | |
| 6 | Neue Funktionen werden nach einem Update mit einer kurzen, überspringbaren Tour vorgestellt. |
Angelehnt an: W21 Teil 1, Aufgabe 3aa (Usability und User Experience)
Die Rückmeldungen F7 bis F12 der Online-Befragung (Anlage 3) betreffen die Usability der bisherigen Website.
| Nr. | verletzter Grundsatz | Verbesserung |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | Testverfahren und Beschreibung |
|---|---|
| vor dem Go-live (klickbarer Prototyp) | |
| nach dem Go-live (laufender Betrieb) |
Angelehnt an: W21 Teil 1, Aufgabe 3ac (Möglichkeiten zum Test der Benutzerfreundlichkeit)
Der erste Entwurf der Seite „Kurs buchen“ (Anlage 4) wurde im Review mit der AquaVita wegen Mängeln bei der Usability abgelehnt. Sie sollen den Entwurf überarbeiten.
| Mangel (mit Auswirkung auf den Nutzer) | Grundsatz |
|---|---|
Angelehnt an: S24 Teil 1, Aufgabe 4b (Mängel eines Mockups aus UI/UX-Sicht, verbessertes Mockup skizzieren)
Diese echten Prüfungsaufgaben passen zu diesem Block (Dateien im Ordner Prüfungsvorbereitung). Lösungen gibt es nur für 2023 Sommer, 2023 Winter, 2024 Sommer und 2025 Winter (dort vom u-form-Verlag) – für diesen Block also nur zu W23 und S24.
| Prüfung | Aufgabe | Thema | Datei · Lösung |
|---|---|---|---|
| Winter 2021 | T1 A3a (aa 8 P, ab 4 P, ac 4 P) | Usability und User Experience an vier Punkten; Barrierefreiheit erläutern; zwei Usability-Tests beschreiben | 2021/winter/AE 2021 Winter Teil 1.pdf · keine Lösung |
| Winter 2022 | T1 A3a (3 P), A3b (4 P) | Gestaltungselemente (Breadcrumb u. a.) beschreiben; inklusives Design: Schrift und Farbe | 2022/winter/AE 2022 Winter Teil 1.pdf · keine Lösung |
| Winter 2023 | T1 A4b (ba 2 P, bb 2 P, bc 4 P) | Darstellungsformen für eine Übersicht nennen, eine begründen, skizzieren | 2023/winter/AE Winter 2023 Teil 1.pdf · Lösung: AE Winter 2023 Teil 1 Lösungen.pdf |
| Sommer 2024 | T1 A4b (ba 6 P, bb 7 P) | Mängel eines Mockups (Browser) aus UI/UX-Sicht; verbessertes Mockup skizzieren | 2024/sommer/AE Sommer 2024 Teil 1+2+3.pdf · Lösung: AE Sommer 2024 Teil 1 Lösungen.pdf |
| Sommer 2026 | T1 A4b (8 P), A4c (ca 4 P, cb 6 P) | Barrierefreiheit: Anforderungen und Maßnahmen; Vorteile von Mockups; Smartphone-Mockup ergänzen | 2026/sommer/AE Sommer 2026 Teil 1.pdf · keine Lösung |