Block 10 · Netzwerk, IoT & Infrastruktur

Oft 4/9 Prüfungen (W22, S23, W24, S26) · Ø 13 von 200 Punkten · nur Teil 1 · W24 allein 26 Punkte · Lösungen: 10_Netzwerk_IoT_Loesungen.html
So arbeitest du mit diesem Block Erst den Erklärungssatz lesen, dann die Aufgaben mit dem Belegsatz daneben lösen (Belegsatz am besten separat ausdrucken und neben die Aufgaben legen). Zeitrichtwert: 1 Punkt ≈ 0,9 Minuten. Lösungen erst danach in der separaten Lösungsdatei nachsehen. Zur Skriptaufgabe (NET-03.3) gibt es dort Pseudocode und eine lauffähige Java-Datei im Ordner java\10_Netzwerk_IoT\. Du schreibst AE, nicht FISI: Gefragt sind Begriffe, Zuordnungen mit Begründung, einfache Rechnungen und ein kleines Skript – keine Router-Konfiguration.

A · Erklärungssatz

Netzwerkthemen stehen nur in Teil 1 und kamen in 4 von 9 Prüfungen vor – dann aber teils mit vielen Punkten (W24: 26 Punkte am Stück). Die Szenarien werden immer IoT-lastiger: Sensoren im Park (S23), Messstellen und Drohnen im Weinberg (W23, ohne eigene Netzwerkaufgabe), Bodensensoren auf dem Acker (S26). Typisch sind Zuordnen und Begründen (welche Funk- oder Netzart passt wozu?), Begriffe erläutern (MAC-Adresse, Ethernet-Frame), ein englischer Fachtext und einmal ein kleines Skript, das ein Netz durchläuft und JSON ausgibt.

UnterthemaKategorieTypische PunkteWichtigste Fähigkeit
NET-01 IoT / Sensorik / FunkWahrscheinlich4–9 je TeilaufgabeFunktechnik passend zur Situation wählen und begründen; Sicherheit auf schwachen Geräten
NET-02 NetzwerkkonzepteWahrscheinlich9LAN, WAN, SAN, LPWAN, VPN zuordnen und begründen
NET-03 Adressierung, Frames, ProtokolleSonstige3–8MAC-Adresse, Ethernet-Frame, IPv4-Netz berechnen, Skript über alle Hosts
NET-04 Infrastruktur, Virtualisierung, CloudSonstige4–8Schwachstellen und Anforderungen beschreiben, Backup, Cloud-Modelle
Merke: Begründen heißt immer „mit Bezug auf die Situation“ Fast jede Netzwerkfrage verlangt eine Begründung. Punkte gibt es nicht für das Lehrbuchmerkmal allein („LoRa hat eine große Reichweite“), sondern für die Verbindung zur Ausgangssituation: „LoRa hat eine große Reichweite von mehreren Kilometern; dadurch genügen wenige Gateways für die weit verteilten Sensoren auf dem Gelände.“ Merkmal + Folge für das Projekt = volle Punkte.

NET-01 · IoT / Sensorik / Funk Wahrscheinlich

Vorkommen: 3/9 · Prüfungen: S23 (T1 A4a: Verschlüsselung für batteriebetriebene Sensoren), W24 (T1 A2a: LPWAN für IoT), S26 (T1 A3a: LoRa aus englischem Fachtext, A3bd: RSA im IoT-Projekt) · dazu IoT als Kulisse in W23

Was ist das Internet der Dinge (IoT)?

Beim Internet of Things werden physische Gegenstände (Zähler, Maschinen, Container, Parkplätze …) mit Sensoren, Aktoren, einem kleinen Rechner und einer Netzwerkanbindung ausgestattet. Sie sind eindeutig adressierbar (z. B. über eine Geräte-ID wie die 64-Bit-DevEUI), erfassen Daten selbstständig und übertragen sie ohne menschliches Zutun an eine zentrale Plattform. Dort werden die Daten gespeichert, ausgewertet und gegebenenfalls Befehle an Aktoren zurückgeschickt.

BegriffBedeutungBeispiele
SensorErfasst eine physikalische Größe und wandelt sie in ein elektrisches Signal bzw. einen Messwert um. Liest die Umwelt.Temperatur, Feuchte, Druck, Füllstand (Ultraschall, Radar), Bewegung, GPS-Position, Magnetfeld
AktorSetzt ein elektrisches Signal in eine Aktion um. Verändert die Umwelt.Ventil, Motor, Pumpe, Relais/Schalter, Sirene, Leuchte, Anzeigetafel
GatewayVerbindet zwei unterschiedliche Netze und setzt die Protokolle um, z. B. Funk (LoRa, Zigbee, BLE) auf IP. Sammelt die Daten vieler Geräte und leitet sie weiter.LoRaWAN-Gateway auf einem Dach, Zigbee-Bridge, Smart-Home-Zentrale
Plattform / BackendZentrale Software im Rechenzentrum oder in der Cloud: nimmt Nachrichten an, verwaltet Geräte, speichert Messwerte, wertet Regeln aus.LoRaWAN-Network-Server, MQTT-Broker, Zeitreihen-Datenbank, Regel-Engine
AnwendungOberfläche bzw. Fachlogik für die Nutzer.Dashboard, App, E-Mail/SMS-Alarm, Prognose
1 · Geräteebene Sensor: misst Zustand Aktor: greift ein Mikrocontroller Funkmodul + Batterie 2 · Konnektivität Gateway bzw. Funkzelle setzt Funk auf IP um bündelt viele Geräte (LoRaWAN, NB-IoT …) 3 · Plattform Network Server MQTT-Broker Datenbank, Regeln Rechenzentrum / Cloud 4 · Anwendung Dashboard, App Alarmierung Auswertung, Prognose Steuerbefehle Beispiel Smart Parking: Bodensensor im Parkplatz (belegt/frei) Gateway auf dem Rathausdach Parkdaten-Server des Stadtwerks Parkleit-App für Autofahrer Uplink: Messwerte Downlink: Befehle
Abb. A-1: Die vier Ebenen einer IoT-Architektur am Beispiel „Smart Parking“ (Anzeigetafeln an der Straße wären Aktoren der Geräteebene)
Typische Falle: Gateway ≠ Router Ein Router verbindet IP-Netze und bleibt dabei bei IP. Ein IoT-Gateway setzt zwischen verschiedenen Protokollen um (z. B. LoRa-Funk → IP/Ethernet) und kann Daten zusätzlich puffern, filtern oder vorverarbeiten. Ein LoRaWAN-Gateway entschlüsselt die Nutzdaten übrigens nicht, es leitet die Pakete nur weiter.

Funktechniken im Vergleich

Welche Funktechnik passt, hängt von wenigen Kriterien ab: Reichweite, Datenrate, Energiebedarf (Batterie oder Netzteil?), Kosten (Hardware, eigene Infrastruktur, laufende Gebühren), Latenz und ob eine Infrastruktur vorhanden ist (Mobilfunknetz) oder selbst aufgebaut werden muss (Gateways, Access Points). Die Werte sind typische Richtwerte; in der Prüfung genügen Größenordnungen.

TechnikFrequenz / LizenzReichweiteDatenrateEnergiebedarfKosten / InfrastrukturTypischer Einsatz
LoRaWAN (LPWAN)868 MHz (EU), lizenzfrei, Duty Cycle2–5 km Stadt, 10–15 km Landca. 0,3–5,5 kbit/s (max. 50)sehr gering, Batterie bis ca. 10 Jahregünstige Module; eigene Gateways möglich, keine Funkgebührenverteilte Sensoren ohne Strom: Pegel, Boden, Zähler
NB-IoT (LPWAN, Mobilfunk)lizenzierte LTE-BänderFunkzelle, km-Bereich; sehr gute Gebäudedurchdringungca. 20–250 kbit/sgering, Jahre (Schlafmodi)SIM und Vertrag je Gerät; Netz des Betreibers, keine eigene InfrastrukturZähler im Keller, Geräte in Schächten, Paket-Tracker
Sigfox (LPWAN)868 MHz, lizenzfreibis 10 km Stadt, 40 km Landca. 0,1 kbit/s, max. 140 Nachrichten à 12 Byte/Tagsehr geringAbo je Gerät; nur Netz des Betreiberssehr seltene Kurzmeldungen (Alarm, Status)
Zigbee2,4 GHz (auch 868 MHz)10–100 m, Mesh verlängert250 kbit/sgeringgünstig; Koordinator/Bridge nötigGebäude- und Hausautomation (Licht, Heizung)
Bluetooth LE2,4 GHzca. 10–50 m1–2 Mbit/ssehr gering (Knopfzelle)sehr günstig; Smartphone als GegenstelleWearables, Beacons, Geräte vor Ort per App auslesen
WLAN (Wi-Fi 6)2,4 / 5 / 6 GHzca. 30–100 m je Access Pointbis in den Gbit/s-Bereichhoch (Netzteil oder Akku)Access Points nötigLaptops, Tablets, Kameras im Gebäude
5G (Mobilfunk)lizenziert (z. B. 3,6 GHz)Funkzelle, 0,1 bis einige kmbis Gbit/s, Latenz < 10 mshochDatentarif je Gerät oder eigenes Campusnetz (teuer)Video, Drohnen, Fahrzeuge, Industrie 4.0
große Reichweite hohe Datenrate geringer Energiebedarf Mobilfunk (LTE, 5G) LPWAN LoRaWAN, NB-IoT, Sigfox Bluetooth LE, Zigbee jede Technik erfüllt höchstens zwei Ziele gut
Abb. A-2: Zielkonflikt bei Funktechniken – WLAN liegt nahe der Ecke „hohe Datenrate“ (kurze Reichweite, hoher Energiebedarf)

Warum LPWAN für verteilte, batteriebetriebene Sensoren?

LPWAN (Low Power Wide Area Network) ist der Oberbegriff für Funknetze, die mit sehr wenig Energie über große Entfernungen funken – auf Kosten der Datenrate. Für Sensoren, die über ein großes Gebiet verteilt sind und keinen Stromanschluss haben, ist das genau die richtige Abwägung:

Nicht geeignet ist LPWAN für Bilder, Audio, Video, große Firmware-Updates oder Echtzeitsteuerung mit sehr kurzer Reaktionszeit.

LoRa und LoRaWAN

Endgeräte Gateways S1 S2 S3 S4 GW1 GW2 GW3 Network Server Duplikate entfernen, Integrität (MIC) prüfen App-Server entschlüsselt die Nutzdaten Funk (LoRa, 868 MHz) IP-Verbindung (LAN, Glasfaser, Mobilfunk)
Abb. A-3: LoRaWAN als „Stern von Sternen“ – S1, S2 und S3 werden von je zwei Gateways empfangen, der Network Server verwirft die Duplikate

Rechnen mit dem Duty Cycle

So gehst du vor: (1) erlaubte Sendezeit pro Stunde: 1 % von 3600 s = 36 s. (2) benötigte Sendezeit = Nachrichten pro Stunde × Airtime je Nachricht. (3) vergleichen. (4) ggf. maximale Nachrichtenzahl = 36 s ÷ Airtime (abrunden).

Beispiel: Ein Parkplatzsensor sendet bei SF11 (Airtime laut Datenblatt 0,66 s) einmal pro Minute: 60 × 0,66 s = 39,6 s > 36 s → nicht zulässig. Maximal 36 s ÷ 0,66 s = 54,5 → 54 Nachrichten pro Stunde, also etwa alle 67 s. Lösung: seltener senden, nur bei Zustandswechsel senden oder mit kleinerem SF senden (kürzere Airtime, geht aber nur bei gutem Empfang).

NB-IoT, Sigfox und 5G kurz eingeordnet

Englischer Fachtext: Merkmale herausziehen

In S26 musste man aus einem englischen Text drei Merkmale von LoRa nennen und zwei Gründe für den Einsatz erläutern. So gehst du vor: (1) Text einmal ganz lesen, (2) jede Aussage über die Technik unterstreichen (is, uses, allows, can, is ideal for), (3) auf Deutsch stichpunktartig notieren, (4) bei „Gründe erläutern“ jedes Merkmal mit der Situation verbinden. Wörtlich übersetzen ist nicht nötig. Übungsbeispiel (selbst geschrieben):

NB-IoT is a cellular technology standardised by 3GPP. It reuses the existing LTE infrastructure, so operators can activate it with a software update on their base stations. Its narrow bandwidth of 180 kHz improves coverage deep inside buildings and underground. Devices can enter a power saving mode in which they remain registered in the network but do not listen to it, which allows a battery life of more than ten years.

Aussage im TextMerkmal (deutsch, stichpunktartig)
cellular technology … reuses the existing LTE infrastructureMobilfunktechnik, nutzt vorhandenes LTE-Netz → kein eigener Netzaufbau
narrow bandwidth … improves coverage deep inside buildingsschmalbandig, sehr gute Gebäudedurchdringung (Keller, Schächte)
power saving mode … battery life of more than ten yearsEnergiesparmodus, Batterielaufzeit über 10 Jahre

Messwerte als JSON und das Protokoll MQTT

Die Plattform erhält die Messwerte meist als JSON (Querverweis Block 06). Typische Felder: eine eindeutige Geräte-ID (z. B. DevEUI, 64 Bit in Hex-Schreibweise), der Messwert, ein Zeitstempel im ISO-8601-Format mit Zeitzone und oft der Batteriestand. Beispiel Parkplatzsensor:

{
  "devEUI": "0004A30B001C2F51",
  "stellplatz": "Marktplatz-12",
  "belegt": true,
  "zeitpunkt": "2026-03-14T08:42:10+01:00",
  "batterie": 91
}

MQTT ist das verbreitetste Protokoll zwischen IoT-Plattform-Komponenten: Ein zentraler Broker nimmt Nachrichten von Publishern entgegen und verteilt sie an alle Subscriber eines Topics (z. B. stadt/parken/marktplatz/12). Vorteile: sehr kleiner Protokoll-Overhead, Sender und Empfänger kennen sich nicht (lose Kopplung), drei Zustellgarantien (QoS 0, 1, 2). MQTT läuft über TCP, Port 1883, verschlüsselt mit TLS über Port 8883.

Sicherheit auf schwachen Geräten (Querverweis Block 07)

IoT-Sensoren haben einen kleinen Mikrocontroller, wenig Speicher und eine Batterie. Daraus folgt:

Typische Falle: Zweimal „MAC“ MAC-Adresse = Media Access Control, die Hardware-Adresse im LAN (NET-03). MAC in der Kryptografie = Message Authentication Code, eine Prüfsumme mit geheimem Schlüssel zum Integritätsschutz. Im Zusammenhang „Manipulation erkennen“ ist immer der Message Authentication Code gemeint.

Edge oder Cloud?

Edge Computing (am Rand, nah am Gerät)Cloud Computing (zentral)
Wo?auf dem Gerät, dem Gateway oder einer lokalen Steuerung vor Ortim Rechenzentrum bzw. bei einem Cloud-Anbieter
Stärkensehr kurze Reaktionszeit; funktioniert auch ohne Internetverbindung; weniger Datenvolumen (nur Ergebnisse senden); sensible Daten bleiben vor Ortviel Rechenleistung und Speicher; Langzeitarchiv; Auswertungen über alle Standorte; zentrale Pflege, leicht skalierbar
Schwächenbegrenzte Ressourcen; Software auf vielen Geräten verteilt (Updates)Latenz; abhängig von der Verbindung; laufende Kosten

Beispiel: Ein Kühlhaus schaltet bei Übertemperatur sofort lokal die Notkühlung ein (Edge) – das darf nicht davon abhängen, ob das Internet gerade funktioniert. Die Temperaturverläufe aller Filialen werden in der Cloud gespeichert und monatlich ausgewertet. In der Praxis ist fast immer eine Kombination sinnvoll.

So gehst du vor: Funktechnik begründet auswählen

  1. Anforderungen aus dem Text ziehen: Entfernung/Fläche? Stromanschluss oder Batterie? Datenmenge und Sendeintervall? Reaktionszeit? Gebäude oder Gelände? Mobilfunkabdeckung? Budget (einmalig/laufend)?
  2. Ausschlusskriterien zuerst: Video → nur WLAN oder Mobilfunk (4G/5G). Batterie über Jahre → kein WLAN, kein 5G. Mehrere Kilometer → kein BLE, kein Zigbee, kein WLAN.
  3. Unter den verbleibenden Techniken abwägen (z. B. LoRaWAN vs. NB-IoT: eigene Gateways und keine laufenden Gebühren vs. vorhandenes Netz, Kosten je SIM und bessere Gebäudedurchdringung).
  4. Antwort formulieren: Technik + zwei Merkmale + jeweils Bezug zur Situation.
So wird es in der Prüfung gefragt

NET-02 · Netzwerkkonzepte Wahrscheinlich

Vorkommen: 2/9 · Prüfungen: W24 (T1 A2a: LAN, SAN, LPWAN den Gebieten IoT, Unternehmensnetz, Rechenzentrum zuordnen und begründen, 9 P), S26 (T1 A3a: LoRa als Netzkonzept)

Netzarten nach Ausdehnung

NetzAusgeschriebenAusdehnungMerkmale / Beispiel
PANPersonal Area Networkwenige MeterGeräte einer Person: Smartwatch ↔ Smartphone per Bluetooth
LANLocal Area NetworkGebäude, GeländeNetz eines Standorts in eigener Verantwortung; meist Ethernet über Switches, hohe Datenrate (1–10 Gbit/s), geringe Latenz, keine laufenden Gebühren
WLANWireless LANGebäude, GeländeLAN per Funk (IEEE 802.11) über Access Points; mobil, aber geteiltes Medium, geringere Reichweite
MANMetropolitan Area NetworkStadt, Regionverbindet Standorte innerhalb einer Stadt, z. B. Glasfaserring eines Stadtwerks
WANWide Area NetworkLand, weltweitverbindet entfernte Standorte bzw. LANs; Leitungen eines Providers; das Internet ist das größte WAN (manchmal „GAN“, Global Area Network)

Netze nach Zweck

NetzAusgeschriebenMerkmale und typischer Einsatz
SANStorage Area NetworkEigenes, sehr schnelles Netz nur für Speicher, typisch im Rechenzentrum. Server greifen blockbasiert auf ein zentrales Speichersystem zu, als wäre es eine lokale Festplatte (Fibre Channel oder iSCSI). Mehrere Server (z. B. ein Virtualisierungscluster) nutzen denselben Speicher; redundante Pfade; der Speicherverkehr belastet das normale LAN nicht.
LPWANLow Power Wide Area NetworkFunknetz für IoT: große Reichweite, sehr geringer Energiebedarf, kleine Datenrate (LoRaWAN, NB-IoT, Sigfox; Details in NET-01).
VPNVirtual Private NetworkLogisches, privates Netz über ein öffentliches Netz (Internet). Die Daten laufen durch einen verschlüsselten Tunnel (z. B. IPsec, WireGuard, TLS) → Vertraulichkeit, Integrität und Authentifizierung der Gegenstelle. Site-to-Site-VPN: verbindet ganze Standorte (Router zu Router). Remote-Access-VPN: einzelne Mitarbeiter (Laptop, Smartphone) wählen sich von unterwegs ins Firmennetz ein. Günstiger als eine eigene Standleitung.
VLANVirtual LANTeilt ein physisches LAN logisch in getrennte Netze (z. B. Büro, Telefonie, Gäste) – ohne eigene Switches pro Netz.
Typische Falle: SAN ≠ NAS Ein NAS (Network Attached Storage) ist ein Speichergerät, das im normalen LAN hängt und Dateien freigibt (dateibasiert, z. B. SMB). Ein SAN ist ein eigenes Netz für Speicher im Rechenzentrum mit blockbasiertem Zugriff. Auch nicht verwechseln: WAN (Weitverkehrsnetz) und WLAN (Funk-LAN).

Topologien

Switch Stern Bus Ring Vermascht (Mesh)
Abb. A-4: Grundtopologien – rechts vollvermascht (jeder mit jedem); in der Praxis meist teilvermascht (mehrere, aber nicht alle Verbindungen)
TopologieAufbauVorteileNachteileHeute z. B.
Sternalle Geräte an einem zentralen Knoten (Switch, Access Point)einfach erweiterbar; Ausfall eines Kabels/Endgeräts betrifft nur dieses; einfache Fehlersuchezentraler Knoten = Single Point of Failure; viel KabelEthernet-LAN, WLAN, LoRaWAN („Stern von Sternen“)
Busalle an einem gemeinsamen Kabelwenig Kabel, günstigKabelbruch legt alles lahm; Kollisionen; schlecht skalierbarFeldbusse in Maschinen und Fahrzeugen (CAN); früher Koax-Ethernet
Ringjedes Gerät mit zwei Nachbarn, Daten laufen im Kreisgleichberechtigter Zugriff; als Doppelring ausfallsichereinfacher Ring: ein Ausfall unterbricht allesGlasfaserringe von Providern, Industrie-Ethernet mit Ringredundanz
VermaschtKnoten über mehrere Wege verbundensehr ausfallsicher (Umwege), Lastverteilungteuer, aufwendig, komplexere WegewahlInternet-Backbone, WLAN-Mesh, Zigbee, Bluetooth Mesh
Baumhierarchisch verbundene Sternegut strukturierbar, für große GebäudeAusfall eines Verteilers trennt einen ganzen TeilbaumGebäudeverkabelung: Kern-Switch → Etagen-Switches

Client-Server und Peer-to-Peer

Client-ServerPeer-to-Peer (P2P)
PrinzipEin Server stellt Dienste zentral bereit, viele Clients nutzen sie (Anfrage → Antwort).Alle Rechner sind gleichberechtigt; jeder ist zugleich Anbieter und Nutzer.
Vorteilezentrale Datenhaltung (eine aktuelle Version); zentrale Rechteverwaltung und Datensicherung; leistungsfähige, redundante Server-Hardware; einfache Administrationkein teurer Server nötig; kein zentraler Ausfallpunkt; für wenige Rechner schnell eingerichtet
NachteileServer ist Single Point of Failure (→ Redundanz nötig); Anschaffungs- und BetriebskostenDaten verstreut, Versionen uneinheitlich; Rechte und Sicherung kaum kontrollierbar; Daten fehlen, wenn ein PC ausgeschaltet ist; skaliert schlecht
BeispieleDateiserver, Webserver, Datenbankserver, MQTT-BrokerDateifreigaben zwischen Arbeitsplatz-PCs, Tauschbörsen, Blockchain

Aktive Netzwerkkomponenten

KomponenteOSI-SchichtAufgabe
Repeater / Hub1verstärkt das Signal bzw. verteilt es an alle Anschlüsse (heute veraltet)
Switch2verbindet Geräte innerhalb eines LAN; lernt die MAC-Adressen der angeschlossenen Geräte und leitet jeden Frame gezielt nur an den Port des Empfängers weiter; kann VLANs bilden
Access Point2bindet WLAN-Geräte an das kabelgebundene LAN an (Brücke Funk ↔ Ethernet), verschlüsselt die Funkstrecke (WPA2/WPA3)
Router3verbindet unterschiedliche IP-Netze (z. B. LAN ↔ Internet), wählt anhand der Ziel-IP-Adresse den Weg (Routingtabelle); oft zusätzlich NAT, DHCP, VPN-Endpunkt
Firewall3–7filtert den Verkehr zwischen Netzen nach Regeln: Paketfilter (IP-Adressen, Ports), zustandsorientiert (erlaubt nur Antworten auf eigene Anfragen), Application Gateway/Proxy (prüft Inhalte)
Gatewaybis 7setzt zwischen verschiedenen Protokollen bzw. Netzarten um, z. B. IoT-Gateway (Funk → IP)
Modem / ONT1wandelt die Signale für die Anschlussleitung des Providers (DSL, Kabel, Glasfaser)

In kleinen Standorten stecken Router, Firewall, VPN-Endpunkt, Switch und Access Point oft in einem Gerät. In der Prüfung trotzdem die einzelnen Funktionen nennen.

So gehst du vor: Netzkonzept zuordnen und begründen

  1. Für jedes Anwendungsgebiet die prägenden Merkmale aus dem Text herausziehen: Wer kommuniziert (Sensoren, PCs, Server, Standorte)? Wie weit? Wie viele Daten? Strom vorhanden? Über welches Medium (eigenes Kabel, Funk, Internet)?
  2. Konzept zuordnen (meist passt jedes Konzept genau einmal – trotzdem nicht nach dem Ausschlussprinzip raten, sondern prüfen).
  3. Begründung: zwei Merkmale des Konzepts, jeweils mit Folge für das Gebiet (in W24: 3 Punkte je Zeile, davon ca. 1 für die Zuordnung und 2 für die Begründung).

Beispiel (Hotelkette mit zwölf Häusern, anderes Szenario als in den Aufgaben):

AnwendungsgebietKonzeptBegründung
Gäste surfen in Zimmern und Lobby mit eigenen SmartphonesWLANGäste-Geräte haben keinen Kabelanschluss und sind mobil; Access Points versorgen Zimmer und Lobby per Funk. Ein eigenes Gäste-WLAN (eigenes VLAN) trennt Gäste vom internen Netz.
Alle Häuser greifen auf das zentrale Buchungssystem in der Zentrale zuVPN über das Internet (WAN)Die Häuser liegen in verschiedenen Städten und sind nur über das Internet verbunden; der verschlüsselte Tunnel schützt Buchungs- und Gästedaten, eine teure Standleitung ist nicht nötig.
Füllstandssensoren in den Flüssiggastanks abgelegener FerienhäuserLPWANDie Tanks liegen verstreut und haben keinen Netzwerk- und oft keinen Stromanschluss; ein Füllstand ist nur wenige Byte groß und wird selten gesendet, die Batterie hält jahrelang.
So wird es in der Prüfung gefragt W24 T1 A2a (9 P): Drei Konzepte (LAN, SAN, LPWAN) den Anwendungsgebieten „Internet der Dinge“, „Unternehmensnetzwerk“ und „Rechenzentrum“ in einer Tabelle zuordnen und jeweils begründen. Erwartet werden je Zeile die passende Zuordnung und eine Begründung mit zwei Merkmalen, die zum Anwendungsgebiet passen. Danach ging es in derselben Aufgabe mit Ethernet-Frame, MAC-Adresse und einem Skript weiter (NET-03).

NET-03 · Adressierung, Frames & Protokolle Sonstige

Vorkommen: 1/9 · Prüfung: W24 (T1 A2ba: Felder des Ethernet-Frames zuordnen, 6 P · A2bb: Aufbau einer MAC-Adresse, 3 P · A2c: Skript, das alle Geräte im Netz 192.168.0.0/24 abfragt und als JSON-Array ausgibt, 8 P)

Schichtenmodelle: OSI und TCP/IP

Schichtenmodelle teilen die Kommunikation in Aufgaben auf. Jede Schicht nutzt die Dienste der darunterliegenden und bietet der darüberliegenden Dienste an; beim Senden packt jede Schicht ihren Kopf (Header) um die Daten (Kapselung). Merksatz von oben (7) nach unten (1): „Alle deutschen Studenten trinken verschiedene Sorten Bier“.

OSI-SchichtTCP/IP-ModellDateneinheitProtokolle / BeispieleGeräte
7 AnwendungAnwendungDaten / NachrichtHTTP(S), DNS, DHCP, SSH, FTP, SMTP, MQTT, CoAP; Datenformate (JSON); Verschlüsselung mit TLS (je nach Quelle Schicht 5/6)Gateway, Proxy, Application-Firewall
6 Darstellung
5 Sitzung
4 TransportTransportSegment (TCP) / Datagramm (UDP)TCP, UDP – Ports adressieren die Anwendung(Firewall mit Portregeln)
3 VermittlungInternetPaketIPv4, IPv6, ICMP (ping) – IP-Adressen, WegewahlRouter
2 SicherungNetzzugangFrame (Rahmen)Ethernet, WLAN (802.11) – MAC-Adressen, Prüfsumme; ARP verbindet Schicht 2 und 3Switch, Access Point, Bridge
1 BitübertragungBitKabel, Glasfaser, Funk, Stecker, SignalpegelHub, Repeater, Modem

MAC-Adresse

Die MAC-Adresse (Media Access Control) ist die Hardware-Adresse einer Netzwerkschnittstelle auf Schicht 2. Sie ist 48 Bit = 6 Byte lang und wird als 12 Hexadezimalziffern geschrieben, paarweise getrennt: 00:80:41:AE:FD:7E (Linux), 00-80-41-AE-FD-7E (Windows).

008041 AEFD7E OUI (24 Bit) Herstellerkennung, vom IEEE vergeben Gerätekennung (24 Bit) vom Hersteller fortlaufend vergeben
Abb. A-5: Aufbau einer MAC-Adresse
MAC-AdresseIPv4-Adresse
OSI-Schicht2 (Sicherung)3 (Vermittlung)
Länge48 Bit, hexadezimal32 Bit, 4 Dezimalzahlen 0–255
VergabeHersteller (fest im Gerät)Administrator oder DHCP (logisch, je nach Netz)
Gültigkeitnur im lokalen Netzsegmentnetzübergreifend, Grundlage des Routings

Ethernet-Frame

Auf Schicht 2 werden die Daten in Frames (Rahmen) verpackt. Aufbau eines Ethernet-II-Frames in Übertragungsreihenfolge:

Übertragungsrichtung Präambel + SFD Ziel-MAC Quell-MAC Typ Nutzdaten (Payload) FCS Synchronisation Empfänger Absender z. B. 0x0800 z. B. ein IP-Paket, ggf. aufgefüllt CRC-32 7 + 1 = 8 Byte 6 Byte 6 Byte 2 Byte 46 bis 1500 Byte 4 Byte eigentlicher Frame: 6 + 6 + 2 + 46 … 1500 + 4 = 64 bis 1518 Byte
Abb. A-6: Ethernet-II-Frame (ohne optionales VLAN-Tag von 4 Byte)
FeldGrößeZweck
Präambel + SFD (Preamble, Start Frame Delimiter)7 + 1 ByteBitfolge 1010…, damit sich der Empfänger auf den Takt synchronisiert; das SFD (10101011) markiert den Beginn des Frames. Wird von der Netzwerkkarte erzeugt und entfernt.
Ziel-MAC (Destination Address)6 ByteMAC-Adresse des Empfängers. Steht vorn, damit ein Switch sofort entscheiden kann, wohin er weiterleitet.
Quell-MAC (Source Address)6 ByteMAC-Adresse des Absenders; daraus lernt der Switch, an welchem Port welches Gerät hängt.
Typ (EtherType)2 ByteWelches Protokoll steckt in den Nutzdaten? 0x0800 = IPv4, 0x86DD = IPv6, 0x0806 = ARP.
Nutzdaten (Payload)46–1500 ByteDas Paket der Schicht 3. Weniger als 46 Byte werden mit Füllbytes (Padding) aufgefüllt; 1500 Byte = MTU.
FCS (Frame Check Sequence)4 ByteCRC-32-Prüfsumme über den Frame. Stimmt sie beim Empfänger nicht, wird der Frame verworfen (nur Fehlererkennung, keine Korrektur).

Mitschnitt lesen (Beispiel): Die ersten 14 Byte nach dem SFD lauten 00 80 41 ae fd 7e 3c 07 54 12 9a 01 08 00 → Ziel-MAC 00:80:41:AE:FD:7E, Quell-MAC 3C:07:54:12:9A:01, Typ 0x0800 → in den Nutzdaten folgt ein IPv4-Paket. Die Ziel-MAC ist keine Broadcast-Adresse, der Frame ist also an genau ein Gerät gerichtet (Unicast).

IPv4-Adressen und Subnetze

Eine IPv4-Adresse ist 32 Bit lang, geschrieben als vier Dezimalzahlen (Oktette, je 0–255). Sie besteht aus einem Netzanteil (welches Netz?) und einem Hostanteil (welches Gerät im Netz?). Wo die Grenze liegt, sagt die Subnetzmaske bzw. die CIDR-Präfixlänge: /24 bedeutet „die ersten 24 Bit sind Netzanteil“ = Maske 255.255.255.0.

PräfixSubnetzmaskeHostbitsnutzbare HostsBlockgröße im letzten Oktett
/8255.0.0.02416.777.214–
/16255.255.0.01665.534–
/24255.255.255.08254256
/25255.255.255.1287126128
/26255.255.255.19266264
/27255.255.255.22453032
/28255.255.255.24041416
/30255.255.255.252224

So gehst du vor (Netz- und Broadcastadresse zu einer Adresse mit Präfix):

  1. Hostbits bestimmen: 32 − Präfix.
  2. Bei /24, /16, /8 ist es einfach: Die vollen Oktette des Netzanteils bleiben, der Rest wird 0 (Netzadresse) bzw. 255 (Broadcast).
  3. Sonst das „angeschnittene“ Oktett betrachten: Blockgröße = 256 − Maskenwert dieses Oktetts. Die Netze beginnen bei Vielfachen der Blockgröße. Das Vielfache direkt unter (oder gleich) der Adresse ist die Netzadresse, die nächste Netzadresse minus 1 ist der Broadcast.
  4. Kontrolle binär: Adresse UND Maske = Netzadresse.
  5. Hosts: 2Hostbits − 2; erster Host = Netzadresse + 1, letzter Host = Broadcast − 1.

Beispiel 1: 192.168.50.17/24

  • Maske 255.255.255.0, 8 Hostbits
  • Netzadresse 192.168.50.0
  • Broadcast 192.168.50.255
  • Hosts .1 bis .254 → 254

Beispiel 2: 172.16.8.200/27

  • Maske 255.255.255.224, 5 Hostbits, Blockgröße 256 − 224 = 32
  • Netze: .0, .32, …, .160, .192, .224 → 200 liegt im Block ab 192
  • Netzadresse 172.16.8.192, Broadcast 172.16.8.223
  • Hosts .193 bis .222 → 30
Binär (letztes Oktett):   200 = 1100 1000
Maske /27:                224 = 1110 0000
UND  → Netzanteil:              1100 0000 = 192   (Netzadresse 172.16.8.192)
Hostbits auf 1 → Broadcast:     1101 1111 = 223   (Broadcast   172.16.8.223)

Netz aufteilen: Ein /24 lässt sich durch Verlängern des Präfixes in gleich große Subnetze teilen: 1 Bit mehr → 2 Subnetze (/25), 2 Bit → 4 (/26), 3 Bit → 8 (/27). Beispiel: 172.16.8.0/24 in acht /27-Netze: .0–.31, .32–.63, .64–.95, … , .224–.255 (jeweils erste Adresse = Netz, letzte = Broadcast, je 30 Hosts).

Gleiches Netz? Zwei Geräte können nur direkt (über einen Switch) miteinander sprechen, wenn ihr Netzanteil gleich ist. 192.168.50.17/24 und 192.168.51.3/24 liegen in verschiedenen Netzen (drittes Oktett 50 ≠ 51) → die Kommunikation muss über einen Router laufen.

Typische Fallen beim Subnetting

IPv6 in Kürze

Wichtige Protokolle und Ports

Auf der Transportschicht adressiert die Portnummer den Dienst bzw. die Anwendung auf einem Rechner (0–65535; bis 1023 „well-known ports“). IP-Adresse + Port = Socket.

ProtokollZweckTransportPort(s)
HTTPWebseiten, REST-APIs (unverschlüsselt)TCP80
HTTPSHTTP über TLS (verschlüsselt)TCP443
DNSNamensauflösung (Name → IP-Adresse)UDP (große Antworten TCP)53
DHCPautomatische Vergabe von IP-Adresse, Maske, Gateway, DNS-ServerUDP67 (Server), 68 (Client)
SSHverschlüsselte Fernwartung (Konsole), Dateitransfer (SFTP)TCP22
FTPDateiübertragung (unverschlüsselt)TCP21 (Steuerung), 20 (Daten)
SMTP / IMAPE-Mail senden / abrufenTCP25 bzw. 587 / 143 bzw. 993 (TLS)
NTPZeitsynchronisationUDP123
RDPRemote-DesktopTCP3389
MQTTIoT-Nachrichten über Broker (Publish/Subscribe)TCP1883, mit TLS 8883
CoAPREST-ähnliches IoT-Protokoll für sehr kleine GeräteUDP5683

Ohne Port, weil unterhalb der Transportschicht: IP, ICMP (z. B. ping) und ARP. DHCP-Ablauf („DORA“): Discover (Broadcast) → Offer → Request → Acknowledge.

TCP und UDP

TCP (Transmission Control Protocol)UDP (User Datagram Protocol)
Verbindungverbindungsorientiert: Aufbau per Drei-Wege-Handschlag (SYN, SYN-ACK, ACK)verbindungslos: Datagramm wird einfach gesendet
ZuverlässigkeitBestätigungen (ACK), Neuübertragung verlorener Segmente, richtige Reihenfolge, Flusskontrollekeine Garantie für Ankunft oder Reihenfolge
Overhead / TempoHeader ≥ 20 Byte, mehr VerzögerungHeader 8 Byte, schnell, wenig Last
Einsatzwenn jedes Byte ankommen muss: HTTP(S), SSH, E-Mail, Dateiübertragung, MQTT, Datenbankzugriffwenn Tempo wichtiger ist oder kleine Einzelanfragen: DNS, DHCP, NTP, VoIP, Live-Video, Online-Spiele, CoAP

Skript-Muster: Netz durchlaufen und JSON erzeugen

In W24 sollte ein Skript alle Geräte eines /24-Netzes abfragen und das Ergebnis als JSON-Array ausgeben. Das Muster (hier mit anderer Hilfsfunktion: isReachable(ip : string) : boolean liefert true, wenn ein Gerät auf ping antwortet) erzeugt ein JSON-Array aller erreichbaren Adressen:

funktion erreichbareHosts(netz : string) : string
  json : string := "["
  anzahl : integer := 0
  zähle i von 1 bis 254                        // .0 = Netzadresse, .255 = Broadcast
    ip : string := netz + "." + i              // z. B. "192.168.5" + "." + 7
    wenn isReachable(ip) dann
      wenn anzahl > 0 dann
        json := json + ", "                    // Komma nur VOR jedem weiteren Element
      Ende wenn
      json := json + '"' + ip + '"'            // '…' darf " enthalten
      anzahl := anzahl + 1
    Ende wenn
  Ende zähle
  json := json + "]"
  rückgabe json
Ende funktion

Aufruf ausgabe(erreichbareHosts("192.168.5")) liefert z. B. ["192.168.5.1", "192.168.5.20", "192.168.5.31"]. Die drei Knackpunkte: Schleifengrenzen 1 bis 254, Komma-Logik (kein Komma vor dem ersten und nach dem letzten Element) und Anführungszeichen um Zeichenketten im JSON. Liefert eine Hilfsfunktion statt boolean einen Wert oder null, prüft man entsprechend wenn wert <> null dann. In Java schreibt man Anführungszeichen im String mit Backslash: "\"" + ip + "\"".

So wird es in der Prüfung gefragt W24 T1 A2 (insgesamt 26 P): ba) sechs Bezeichner (englisch: Source Address, Data Payload, Preamble, Frame Check Sequence, Type, Destination Address) den Feldern eines Frame-Diagramms zuordnen, von dem nur die Bytegrößen vorgegeben waren (6 P); bb) Aufbau einer MAC-Adresse erläutern (3 P); c) Skript in Pseudocode oder Skriptsprache: IP- und MAC-Adressen aller Geräte im Netz 192.168.0.0/24 mit einer gegebenen Funktion getMacAddress(…) abfragen (liefert NULL, wenn kein Gerät antwortet) und als JSON-Array ausgeben (8 P). Die englischen Feldnamen solltest du deshalb ebenfalls kennen.

NET-04 · IT-Infrastruktur, Virtualisierung & Cloud Sonstige

Vorkommen: 1/9 · Prüfung: W22 (T1 A1a: zwei Schwachstellen der veralteten, inhomogenen IT-Infrastruktur beschreiben, 4 P · A1b: eine funktionale und eine nicht-funktionale Anforderung an die neue IT-Infrastruktur, 4 P) · Cloud-Datenbank als Kulisse in W23

Schwachstellen veralteter und uneinheitlicher Infrastruktur

„Veraltet“ heißt: alte Hardware, Betriebssysteme ohne Herstellerunterstützung. „Inhomogen“ (uneinheitlich) heißt: viele verschiedene Hersteller, Modelle und Versionen. Beides gefährdet vor allem die Verfügbarkeit (Schutzziel, Querverweis Block 07). Beispiel: Eine Steuerberaterkanzlei mit drei Büros hat in jedem Büro einen eigenen Server (Baujahre 2012–2019, drei verschiedene Betriebssysteme), gesichert wird auf eine USB-Festplatte, die im Serverschrank liegt.

BereichSchwachstelleFolge
VerfügbarkeitAltgeräte ohne Redundanz (ein Netzteil, eine Festplatte), Ersatzteile nicht mehr lieferbarAusfall eines Geräts legt einen Dienst lange lahm (Single Point of Failure)
SicherheitBetriebssystem ohne Sicherheitsupdates (End of Life)bekannte Lücken bleiben offen, Schadsoftware kann eindringen und Systeme lahmlegen
DatensicherungSicherung im selben Raum bzw. dauerhaft angeschlossen, unregelmäßig, nie getestetBrand, Wasser, Diebstahl oder Ransomware vernichten Original und Kopie
Wartungviele Hersteller und Versionen, keine zentrale Verwaltung, Wissen bei Einzelpersonenhoher Aufwand, Fehler bei Updates, lange Fehlersuche
Umgebungkeine USV, keine Klimatisierung, ungesicherter ZugangAbstürze und Datenverlust bei Stromschwankungen, Hitzeschäden, Manipulation
Leistungzu wenig Arbeitsspeicher, langsame Platten, neue Software läuft nicht mehrlange Antwortzeiten, Projekte verzögern sich

„Beschreiben“ heißt in der Prüfung: Schwachstelle + Auswirkung nennen, möglichst mit einem Beleg aus der Situation („Server S3 hat nur ein Netzteil; fällt es aus, steht der Dateiserver still“).

Anforderungen an eine Infrastruktur

Merke: funktional = WAS, nicht-funktional = WIE GUT Funktionale Anforderungen beschreiben, welche Dienste/Funktionen die Infrastruktur bereitstellen muss. Nicht-funktionale Anforderungen beschreiben Qualitätseigenschaften: Verfügbarkeit, Leistung, Sicherheit, Skalierbarkeit, Wartbarkeit, Energieeffizienz – möglichst messbar formuliert.
funktional (Beispiel Kanzlei)nicht-funktional (Beispiel Kanzlei)
Alle Mitarbeiter können von jedem der drei Büros auf die Mandantenakten zugreifen.Der Dateiserver ist während der Bürozeiten zu mindestens 99,5 % verfügbar.
Die Daten werden jede Nacht automatisch gesichert, eine Kopie wird außer Haus gelagert.Nach einem Serverausfall ist der Betrieb spätestens nach 4 Stunden wiederhergestellt.
Mitarbeiter melden sich mit einem zentralen Benutzerkonto an jedem PC an.Die Infrastruktur lässt sich ohne Hardwaretausch auf 60 Arbeitsplätze erweitern.
Typische Falle „Das System soll sicher und schnell sein“ ist zu ungenau und wird kaum bepunktet. Besser: „Die Verbindung zwischen den Büros ist durchgängig verschlüsselt“ oder „Das Öffnen einer Akte dauert höchstens 2 Sekunden“. Und: „Es wird eine Datensicherung durchgeführt“ ist funktional; „Es dürfen höchstens 24 Stunden Daten verloren gehen“ ist nicht-funktional.

Rechenzentrum, Redundanz und Hochverfügbarkeit

Ein Rechenzentrum bündelt Server, Speichersysteme und Netzwerktechnik in einer geschützten Umgebung: unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) und Notstromaggregat, Klimatisierung, Brandfrüherkennung und Löschanlage, Zutrittskontrolle, redundante Internetanbindung. Statt eines eigenen Rechenzentrums kann man Fläche bei einem Dienstleister mieten (Colocation) oder Dienste aus der Cloud beziehen.

Redundanz heißt, kritische Komponenten mehrfach vorzuhalten, damit kein Single Point of Failure (SPOF) bleibt:

Maßnahmeschützt vorPrinzip
RAID (1, 5, 6, 10)Ausfall einzelner FestplattenDaten werden gespiegelt oder mit Paritätsinformation auf mehrere Platten verteilt; eine defekte Platte wird im laufenden Betrieb getauscht
USVkurzen Stromausfällen, SpannungsspitzenAkku überbrückt Minuten; reicht für kontrolliertes Herunterfahren oder bis das Notstromaggregat läuft
ClusterAusfall eines ganzen Serversmehrere Server (Knoten) teilen sich die Arbeit bzw. übernehmen bei Ausfall (Failover); bei Virtualisierung starten die VMs automatisch auf einem anderen Host
redundante Netzteile, Switches, LeitungenAusfall einzelner Bauteile, Kabel, Providerzweiter Pfad, zweiter Internetanschluss über anderen Provider
zweiter Standort (Geo-Redundanz)Brand, Hochwasser, KatastropheDaten und Systeme werden in ein entferntes Rechenzentrum repliziert
RAIDPrinzipmin. Plattennutzbare Kapazitätverkraftet
0Striping: Daten verteilt, nur schneller2100 %keinen Ausfall – eine Platte defekt = alles weg
1Spiegelung250 %1 Platte
5Striping mit verteilter Parität3(n − 1) Platten1 Platte
6doppelte Parität4(n − 2) Platten2 Platten
10Spiegelung + Striping450 %1 Platte je Spiegelpaar

Verfügbarkeit in Zahlen: erlaubte Ausfallzeit pro Jahr = (1 − Verfügbarkeit) × 8760 h. 99 % → 87,6 h · 99,9 % → 8,76 h · 99,99 % → ca. 53 min · 99,999 % → ca. 5 min.

Datensicherung (Backup)

ArtsichertVorteilNachteil / Wiederherstellung
Vollsicherungalle Dateneinfachste Wiederherstellung (nur 1 Sicherung)dauert lange, braucht viel Speicher
inkrementellnur Änderungen seit der letzten Sicherung (egal welcher Art)schnell, wenig SpeicherWiederherstellung braucht Vollsicherung + alle Inkremente seitdem (in Reihenfolge); fehlt eines, ist die Kette unterbrochen
differenziellalle Änderungen seit der letzten VollsicherungWiederherstellung mit nur 2 Sicherungenwächst von Tag zu Tag, mehr Speicher als inkrementell
MoDiMiDoFr inkrementell Summe 240 GB differenziell Summe 300 GB Vollsicherung200 GB Änderung seit Mo10 GB Änderung seit Di10 GB Änderung seit Mi10 GB Änderung seit Do10 GB Vollsicherung200 GB Änderung seit Mo10 GB Änderung seit Mo20 GB Änderung seit Mo30 GB Änderung seit Mo40 GB Dick umrandet: nötig, um nach einem Ausfall am Samstag den Stand von Freitagabend wiederherzustellen.
Abb. A-7: Beispiel Dateiserver mit 200 GB, Vollsicherung montags, täglich 10 GB neue bzw. geänderte Daten
Typische Falle: RAID ist kein Backup RAID schützt nur vor dem Ausfall einer Festplatte. Löscht jemand eine Datei, verschlüsselt Ransomware die Daten oder brennt der Serverraum, ist der Fehler sofort auf allen Platten des RAID – es gibt keinen älteren Stand. Dasselbe gilt für eine reine Synchronisation in einen Cloud-Ordner.

Virtualisierung: virtuelle Maschine und Container

Bei der Virtualisierung laufen mehrere logische Server auf einer physischen Hardware. Der Hypervisor teilt CPU, RAM, Speicher und Netz zu. Typ 1 („bare metal“) läuft direkt auf der Hardware (Server-Virtualisierung im Rechenzentrum), Typ 2 läuft als Programm auf einem normalen Betriebssystem (Test-VMs auf dem Entwickler-PC).

Virtuelle Maschinen Container App AApp BApp C BibliothekenBibliothekenBibliotheken Gast-Betriebssystem Gast-Betriebssystem Gast-Betriebssystem Hypervisor (Typ 1) Hardware (physischer Server) App AApp BApp C BibliothekenBibliothekenBibliotheken Container-Laufzeit (z. B. Docker) Host-Betriebssystem (gemeinsamer Kernel) Hardware (physischer Server)
Abb. A-8: Jede VM bringt ein eigenes Betriebssystem mit, Container teilen sich den Kernel des Host-Betriebssystems
Virtuelle Maschine (VM)Container
Inhaltkomplettes Gast-Betriebssystem + Anwendungnur Anwendung + Bibliotheken, nutzt Kernel des Hosts
Größe / Startmehrere GB, Start in Minutenwenige MB bis einige 100 MB, Start in Sekunden
Isolationstark (eigener Kernel)schwächer (gemeinsamer Kernel)
Betriebssystembeliebig (Windows-VM auf Linux-Host möglich)an den Host-Kernel gebunden (Linux-Container brauchen Linux-Kernel)
Typischer Einsatzklassische Server konsolidieren, unterschiedliche BetriebssystemeMicroservices, gleiche Umgebung von Entwicklung bis Betrieb, schnelles Skalieren (Orchestrierung z. B. mit Kubernetes)

Vorteile der Virtualisierung: bessere Auslastung der Hardware (Konsolidierung: weniger Geräte, weniger Strom und Platz) · neue Server in Minuten bereitstellen · Snapshots vor Updates · Live-Migration im laufenden Betrieb (Wartung ohne Ausfall) · im Cluster hohe Verfügbarkeit · Hardwareunabhängigkeit (VM läuft auf jedem Host) · einheitliche Verwaltung. Nachteile: Ausfall eines Hosts trifft viele VMs gleichzeitig (deshalb Cluster), Lizenzkosten, zusätzliches Know-how, geringer Leistungsverlust.

Cloud Computing

Cloud Computing heißt: IT-Ressourcen (Rechenleistung, Speicher, Plattformen, Software) werden über das Netz bei Bedarf bereitgestellt, vom Kunden selbst angefordert, elastisch skaliert und nach Verbrauch abgerechnet. Die Ressourcen vieler Kunden liegen gemeinsam in den Rechenzentren des Anbieters.

EigenbetriebIaaSPaaSSaaS AnwendungAnwendungAnwendungAnwendung DatenDatenDatenDaten Laufzeit, MiddlewareLaufzeit, MiddlewareLaufzeit, MiddlewareLaufzeit, Middleware BetriebssystemBetriebssystemBetriebssystemBetriebssystem VirtualisierungVirtualisierungVirtualisierungVirtualisierung Server, SpeicherServer, SpeicherServer, SpeicherServer, Speicher Netzwerk, GebäudeNetzwerk, GebäudeNetzwerk, GebäudeNetzwerk, Gebäude verwaltet der Kunde verwaltet der Anbieter
Abb. A-9: Wer verwaltet was? Je weiter rechts, desto mehr übernimmt der Cloud-Anbieter – für seine Daten und Zugänge bleibt der Kunde immer verantwortlich
ModellDer Kunde erhält …Beispiel
IaaS
Infrastructure as a Service
virtuelle Hardware: VMs, Speicher, Netze. Betriebssystem, Updates und Software installiert und pflegt er selbst.Ein Ingenieurbüro mietet für eine Simulation stundenweise 64 CPU-Kerne und richtet das System selbst ein.
PaaS
Platform as a Service
eine fertige Laufzeit- bzw. Entwicklungsplattform (z. B. Webserver-Umgebung, verwaltete Datenbank). Er bringt nur seine Anwendung und Daten mit.Ein Start-up lädt seine Webanwendung hoch; Laufzeitumgebung, Skalierung und Patches übernimmt der Anbieter.
SaaS
Software as a Service
eine fertige Anwendung, meist im Browser, im Abo.Ein Handwerksbetrieb nutzt ein Online-Programm für Angebote und Rechnungen.

Bereitstellungsmodelle: Public Cloud (Anbieter betreibt die Infrastruktur für viele Kunden, über das Internet erreichbar) · Private Cloud (nur für eine Organisation, im eigenen oder einem dedizierten Rechenzentrum) · Hybrid Cloud (Kombination: z. B. kritische oder sensible Systeme privat, Standarddienste und Lastspitzen in der Public Cloud) · Community Cloud (mehrere Organisationen mit gleichen Anforderungen, z. B. Kommunen, teilen sich eine Cloud).

Vorteile der (Public) CloudNachteile / Risiken
  • Skalierbarkeit: Ressourcen bei Lastspitzen in Minuten erweitern, danach wieder reduzieren
  • Kosten: keine Anschaffung (laufende statt einmalige Kosten), Bezahlung nach Verbrauch
  • Verfügbarkeit: redundante Rechenzentren des Anbieters, oft vertraglich zugesichert (SLA)
  • Wartung, Updates, Hardwaretausch übernimmt der Anbieter → eigene IT wird entlastet
  • ortsunabhängiger Zugriff, schnelle Bereitstellung
  • Datenschutz (DSGVO): bei personenbezogenen Daten Auftragsverarbeitungsvertrag nötig; Serverstandort prüfen (EU?); bei Anbietern aus Drittländern (z. B. USA) ist die Datenübermittlung rechtlich zu prüfen
  • Abhängigkeit vom Anbieter (Preise, Formate, schwieriger Wechsel: Vendor-Lock-in)
  • Internetverbindung wird zum kritischen Faktor (Ausfall = kein Zugriff)
  • laufende Kosten können langfristig höher sein; Kosten schwer planbar bei starker Nutzung
  • weniger Kontrolle über Sicherheit, Standort und Zeitpunkt von Änderungen
So wird es in der Prüfung gefragt W22 T1 A1: Ein Bildungsträger mit mehreren Standorten hat häufige Ausfälle; Ursache ist eine veraltete und inhomogene Infrastruktur an den Standorten und in den Rechenzentren. a) Zwei mögliche Schwachstellen beschreiben (4 P), b) eine funktionale und eine nicht-funktionale Anforderung an die neue IT-Infrastruktur beschreiben (4 P). Weiter ging es mit automatisierter Bereitstellung (CI/CD) und TLS – die Infrastrukturfragen sind also Einstiegsfragen mit je 2 Punkten pro gut beschriebenem Punkt.

B · Belegsatz

Enthält nur, was dir auch die IHK beilegen würde. Für Netzwerkthemen legt die IHK keine eigene Notationshilfe bei; für die Skriptaufgabe gelten die Pseudocode-Konventionen aus dem Belegsatz von Block 02. Alles, was die Aufgaben brauchen, steht in den Anlagen 1–8.

Anlage 1 · Ausgangssituation

Die Aufgaben dieses Blocks beziehen sich auf die folgende Ausgangssituation:

Der Wasserverband Aue-Lindtal (WAL) versorgt rund 85.000 Einwohnerinnen und Einwohner in 23 Gemeinden mit Trinkwasser und reinigt deren Abwasser. Das Verbandsgebiet ist ländlich, hügelig und teilweise bewaldet; es umfasst etwa 420 km². Der WAL hat folgende Standorte:

Im Projekt „AuePuls“ soll ein Mess- und Frühwarnsystem entstehen:

Sie sind Auszubildende/r zum Fachinformatiker/zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung bei der Brückner & Vogt Software GmbH, die AuePuls entwickelt. Sie arbeiten bei der Auswahl der Funktechnik, der Messwert-Schnittstelle, der Inventarisierung der Netzwerkgeräte vor dem Umzug und beim Konzept für die neue IT-Infrastruktur mit.

Anlage 2 · Netzwerkplan des WAL (vereinfacht; Serverraum der Verwaltung noch im Ist-Zustand)

Internet Verwaltung Lindtal LAN 10.10.10.0/24 Router/Firewall R1 Switch SW1 45 Arbeitsplatz-PCs 6 Drucker, WLAN-AP Serverraum S1–S5 (siehe Anlage 6) LoRaWAN-Gateway GW1 (Wasserturm) Rechenzentrum (Colocation) Server-LAN 10.10.100.0/24 Router/Firewall R4 Switch SW4 Host 1 Host 2 Host 3 Speichersystem Fibre Channel Virtuelle Maschinen (VMs) auf Host 1–3: LoRaWAN-Network-Server, MQTT-Broker, Messwert-DB, Web-/App-Server, Inventar-API Klärwerk Auwiesen LAN 10.10.20.0/24 Router/Firewall R2 Switch SW2 2 Leitwarten-PCs 2 SPS, 1 Kamera 1 Labor-PC WLAN-AP AP2 (Tablets) LoRaWAN-Gateway GW2 (Dach) Wasserwerk Hohenbruch LAN 10.10.30.0/24 Router/Firewall R3 Switch SW3 6 Arbeitsplatz-PCs 2 SPS (Brunnen) LoRaWAN-Gateway GW3 (Wasserwerk) Smartphones Bereitschafts- dienst Mobilfunk PPP HH AA Außenanlagen im Verbandsgebiet (ca. 420 km²) P = Pegelmessstelle (38, Batterie) H = Hochbehälter (14, Netzstrom) A = Abwasser-Pumpstation (6) alle funken zu GW1, GW2 oder GW3 Kabel (Ethernet, Internetanschluss) Fibre Channel Funk (LoRaWAN) Mobilfunk
Netzwerkplan: Alle Standorte und das Rechenzentrum sind nur über das Internet miteinander verbunden.

Anlage 3 · Marktrecherche Funktechniken (Herstellerangaben und Angebote, Auszug)

TechnikReichweiteDatenrateEnergie / LaufzeitKosten Hardwarelaufende KostenHinweise
LoRaWAN 868 MHzbei freier Sicht bis 15 km, im bewaldeten Tal 2–5 km0,3–5,5 kbit/sBatterie 8–10 Jahre (bei 4 Nachrichten/h)Sensormodul 18 €; Gateways GW1–GW3 bereits vorhandenkeine FunkgebührenDuty Cycle 1 %; je Nachricht max. 51–222 Byte; Airtime bei 11 Byte Nutzdaten: SF7 0,06 s · SF9 0,21 s · SF12 1,48 s
NB-IoTFunkzelle 1–10 km, sehr gute Gebäude- und Schachtdurchdringungbis ca. 250 kbit/sBatterie 5–8 JahreModul 24 €SIM-Tarif 1,50 € je Gerät und MonatNetz eines Mobilfunkbetreibers; LTE-Abdeckung im Verbandsgebiet gut, in einzelnen Tälern lückenhaft
Sigfoxbis 40 km (ländlich)0,1 kbit/s, max. 140 Nachrichten à 12 Byte je TagBatterie bis 10 JahreModul 12 €Abo 12 € je Gerät und JahrBetreibernetz; im Verbandsgebiet nur teilweise verfügbar
Zigbee10–100 m, per Mesh erweiterbar250 kbit/sBatterie 2–5 JahreModul 8 €; Koordinator 120 € je Standortkeinefür Gebäude und Anlagen auf einem Gelände
Bluetooth LE10–50 m1–2 Mbit/sKnopfzelle 1–3 JahreModul 5 €keineAuslesen per App mit Smartphone oder Tablet vor Ort
WLAN (Wi-Fi 6)30–100 m je Access Pointbis mehrere 100 Mbit/sNetzteil nötig (Akku nur Stunden bis Tage)Access Point 300 €keineauf dem Klärwerksgelände vorhanden (AP2)
5G (Mobilfunk)Funkzelle 0,2–5 kmbis über 1 Gbit/s, Latenz unter 10 mshoch (Netzteil oder Akku des Fahrzeugs/der Drohne)5G-Modem 180 €Datentarif 30 € je Monat5G-Abdeckung an Klärwerk, Deich und Hauptstraßen vorhanden

Anlage 4 · Fachtext zu LoRaWAN

LoRaWAN – connecting sensors over long distances

LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) is an open networking protocol for low-power wide-area networks (LPWAN). It is designed to connect battery-operated devices to applications on the internet. The protocol is based on LoRa, a radio modulation technique that spreads each signal over a wider frequency band (chirp spread spectrum). This makes the signal very robust against interference and allows it to be received even when it is weaker than the background noise.

In rural areas a single gateway can receive messages from devices that are more than 10 km away; in towns and in hilly or wooded terrain the typical range is 2 to 5 km. The network uses a star-of-stars topology: end devices do not communicate with each other and are not assigned to a particular gateway. Every message is received by all gateways in range. The gateways forward the packets over a normal IP connection to a central network server, which removes duplicate packets and checks their integrity before passing the data on to the application server.

LoRaWAN uses unlicensed frequency bands (868 MHz in Europe), so no fees have to be paid for the radio spectrum. However, in most sub-bands each device may only transmit for 1 % of the time (duty cycle).

The data rate is low – from about 0.3 to 50 kbit/s – and a single message can carry only between 51 and 222 bytes of user data. LoRaWAN is therefore not suitable for images, audio or video, but it is ideal for small sensor readings that are sent a few times per hour. As devices sleep most of the time, a battery can last up to ten years.

All messages are secured with AES-128: a network session key protects the integrity of each message, and an application session key encrypts the payload end-to-end, so not even the network operator can read the sensor values.

Quelle: eigener Text für dieses Übungsmaterial, angelehnt an öffentliche Beschreibungen der LoRa Alliance.

Anlage 5 · Empfangene Messwerte der Pegelmessstellen (Auszug, 08.10.2026)

DevEUIMessstelleZeitstempel (UTC)Wasserstand in cmWasser­temperatur in °CBatterie in %
4D:57:41:00:00:00:01:17P-17 Lindbach, Mühlenweg2026-10-08T06:15:00Z1429,887
4D:57:41:00:00:00:02:03P-23 Aue, Wehr Kleinfeld2026-10-08T06:15:00Z31110,434
4D:57:41:00:00:00:01:17P-17 Lindbach, Mühlenweg2026-10-08T06:30:00Z1459,787
4D:57:41:00:00:00:02:03P-23 Aue, Wehr Kleinfeld2026-10-08T06:30:00Z31810,334

Anlage 6 · Bestandsaufnahme Serverraum der Verwaltung (Stand: Oktober 2026)

Nr.GerätBaujahrBetriebssystem / FirmwareDiensteBemerkungen
S1Tower-Server, Hersteller A2013Windows Server 2012 R2 (Herstellersupport seit 10/2023 beendet)Dateiserver, Druckserverein Netzteil; RAID 1
S2Rack-Server, Hersteller B2016Windows Server 2016 (Support endet 01/2027)zentrale Anmeldung (Verzeichnisdienst), DNS, DHCPeinziger Anmeldeserver
S3Rack-Server, Hersteller C2015Linux CentOS 7 (Support seit 06/2024 beendet)Messwert-Datenbank (Altsystem), Webportal PegelständeRAID 0 aus 2 Festplatten
S4Büro-PC, Hersteller D2018Windows 10 Pro (Support seit 10/2025 beendet)Fernzugriff auf die Leitwarte des KlärwerksRouter R1 leitet Port 3389 (RDP) aus dem Internet auf S4 weiter
S5NAS, Hersteller E2014Firmware von 2019Datensicherung von S1 und S3, wöchentlich, manuell gestartetsteht im selben Raum, dauerhaft im Netz

Raum: Kellerraum ohne Klimaanlage (im Sommer bis 34 °C), keine USV, Wasser- und Heizungsrohre unter der Decke, Tür mit dem normalen Büroschlüssel zu öffnen. Ein Administrator betreut alle Geräte; eine Dokumentation fehlt.

Störungsprotokoll der letzten sechs Monate:

DatumStörung
14.05.2026S3 schaltet sich bei Hitze ab, Pegelportal 6 Stunden nicht erreichbar – während eines Starkregens.
02.07.2026Stromausfall im Ortsteil (20 Minuten); S1 und S3 mit Dateisystemfehlern, Dateiserver erst nach 1,5 Tagen wieder verfügbar.
19.09.2026Festplatte in S3 defekt; alle Messwerte seit der letzten Sicherung (11 Tage zuvor) verloren.

Anlage 7 · Hilfsfunktionen für Skripte

Funktion / OperatorBeschreibung
getMacAddress(ip : string) : stringLiefert die MAC-Adresse des Geräts mit der IP-Adresse ip im Format "XX:XX:XX:XX:XX:XX" (Großbuchstaben) oder null, wenn unter dieser Adresse kein Gerät antwortet.
getVendor(oui : string) : stringLiefert zu den ersten drei Byte einer MAC-Adresse im Format "XX:XX:XX" den Namen des Herstellers oder null, wenn der Hersteller unbekannt ist.
text.substring(start : integer, ende : integer) : stringLiefert den Teil von text ab Index start (einschließlich) bis Index ende (ausschließlich). Das erste Zeichen hat den Index 0.
Beispiel: "ABCDEF".substring(1, 4) → "BCD"
text.length() : integerAnzahl der Zeichen von text
ausgabe(text : string)Gibt text auf der Konsole aus.
+Verkettet Zeichenketten, auch mit Zahlen: "10.10.20" + "." + 5 → "10.10.20.5"
"…" bzw. '…'Zeichenkettenliterale. Innerhalb von '…' dürfen doppelte Anführungszeichen stehen: '{"ip": "'

Gewünschtes Ausgabeformat (JSON-Array, Beispiel mit zwei Geräten; Zeilenumbrüche und Einrückungen sind nicht erforderlich):

[
  {"ip": "10.10.20.1", "mac": "5C:F2:86:00:14:01"},
  {"ip": "10.10.20.2", "mac": "5C:F2:86:00:14:02"}
]

Anlage 8 · Ethernet-Frame und Mitschnitt aus dem Netz des Klärwerks

Aufbau eines Ethernet-Frames (Felder A bis F in Übertragungsreihenfolge):

ABC DEF (8 Byte) (6 Byte) (6 Byte) (2 Byte) (46 – 1.500 Byte) (4 Byte)

Mitschnitt eines Frames im Netz 10.10.20.0/24 (hexadezimal, ohne Präambel/SFD; links der Versatz in Byte, hexadezimal):

0000   ff ff ff ff ff ff 3c 52 82 5e 90 31 08 06 00 01
0010   08 00 06 04 00 01 3c 52 82 5e 90 31 0a 0a 14 1f
0020   00 00 00 00 00 00 0a 0a 14 32 00 00 00 00 00 00
0030   00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 …

C · Aufgaben

Alle Aufgaben beziehen sich auf die Ausgangssituation in Anlage 1. Stichwortartige Antworten sind zulässig, sofern nicht ausdrücklich ganze Sätze verlangt werden. Skripte sind in Pseudocode (Konventionen wie in Block 02) oder in einer Ihnen bekannten Programmier- bzw. Skriptsprache zu entwickeln.

NET-01 · IoT / Sensorik / Funk

Aufgabe NET-01.1 ★☆☆ Grundlagen 5 Punkte

Im Projekt AuePuls werden zahlreiche Komponenten eingesetzt (Anlagen 1 und 2).

3 Pa) Ordnen Sie jede Komponente einer Ebene der IoT-Architektur zu, indem Sie ein Kreuz setzen.
KomponenteSensorAktorGatewayPlattform / Backend
Ultraschallsonde, die den Wasserstand eines Bachs misst
motorgetriebener Schieber am Zulauf eines Hochbehälters
LoRaWAN-Gateway GW1 auf dem Wasserturm
MQTT-Broker im Rechenzentrum
Abwasserpumpe in einer Pumpstation
Durchflussmesser in der Zulaufleitung eines Hochbehälters
2 Pb) Beschreiben Sie zwei Aufgaben, die die LoRaWAN-Gateways GW1 bis GW3 im Projekt AuePuls übernehmen.

Grundlagen zu S23 T1 A4 und S26 T1 A3 (IoT-Szenarien mit Sensoren und Funk)

Aufgabe NET-01.2 ★★☆ Anwendung 10 Punkte

Neben den Pegelmessstellen gibt es weitere Anwendungsfälle, für die jeweils eine Funktechnik aus der Marktrecherche (Anlage 3) gewählt werden soll.

6 Pa) Wählen Sie für jeden Anwendungsfall eine geeignete Funktechnik aus Anlage 3 und begründen Sie Ihre Wahl mit zwei Merkmalen.
AnwendungsfallFunktechnikBegründung
(1) Hochbehälter „Waldhöhe“: liegt hinter einem Bergrücken, kein Empfang zu GW1–GW3 (nächstes Gateway 9 km entfernt); Stromanschluss vorhanden; gute LTE-Abdeckung; sendet alle 5 Minuten 6 Byte (Füllstand, Durchfluss).
(2) Inspektionsdrohne: überträgt ein Live-Video (ca. 8 Mbit/s) vom Deich in bis zu 3 km Entfernung an die Leitwarte im Klärwerk.
(3) Temperatur und Luftfeuchte in den Schaltschränken der sechs Pumpstationen: Ein Techniker liest die Werte bei der monatlichen Wartung vor Ort mit seinem Tablet aus; die Sensoren sollen ohne Verkabelung mit Batterie arbeiten.
3 Pb) Bei Hochwasser sollen die Pegelmessstellen alle 2 Minuten senden. Prüfen Sie rechnerisch mithilfe von Anlage 3, ob eine Messstelle, die mit dem Spreading Factor SF12 sendet, dabei den Duty Cycle einhält.
1 Pc) Nennen Sie eine Maßnahme, mit der die Messstelle aus b) die Vorgabe dennoch einhalten kann.

Angelehnt an: S26 T1 A3ab (Funktechnik für das Projekt begründen) und W24 T1 A2a (LPWAN für IoT)

Aufgabe NET-01.3 ★★★ Prüfungsniveau 20 Punkte

Für die 38 Pegelmessstellen hat sich das Projektteam für LoRaWAN entschieden. Sie bereiten eine Präsentation für die Verbandsversammlung vor und finden dazu den Fachtext in Anlage 4.

a) Werten Sie den Fachtext in Anlage 4 aus.
3 Paa) Nennen Sie drei Merkmale von LoRaWAN, die im Text beschrieben werden.
4 Pab) Erläutern Sie zwei Gründe, weshalb LoRaWAN für die Pegelmessstellen des WAL geeignet ist.
2 Pac) Laut Text sind Endgeräte keinem bestimmten Gateway zugeordnet. Eine Nachricht der Messstelle P-17 wird von GW1 und GW2 empfangen. Erläutern Sie, welche Folge das hat und welche Komponente damit umgeht.
4 Pb) Der App-Server übergibt die Messwerte im JSON-Format an das Web-Dashboard. Je Messstelle wird ein JSON-Objekt erzeugt, das die DevEUI, den Namen der Messstelle, den Batteriestand und ein Array aller Messwerte enthält. Jeder Messwert besteht aus Zeitstempel, Wasserstand in cm und Wassertemperatur in °C. Zahlen sind als Zahlen zu übertragen.
Erstellen Sie dieses JSON-Objekt für die Messstelle P-23 mit den Daten aus Anlage 5.
4 Pc) Ein Kollege schlägt vor, jeden Messwert auf der Messstelle zusätzlich mit RSA (Schlüssellänge 2048 Bit) zu verschlüsseln. Die Messstellen verwenden einen stromsparenden Mikrocontroller mit 48 MHz Takt und 32 KB Arbeitsspeicher.
Nehmen Sie Stellung zu diesem Vorschlag.
3 Pd) Die Hochbehälter sollen ihren Zulaufschieber bei drohender Überfüllung auch dann schließen, wenn die Verbindung zum Rechenzentrum gestört ist. Erläutern Sie, wie Edge Computing dieses Problem löst.

Angelehnt an: S26 T1 A3a (LoRa aus englischem Fachtext, 9 P) und A3bd (RSA im IoT-Projekt); S23 T1 A4a und A4cb (Verschlüsselung auf schwachen Sensoren, Messwerte als JSON)

NET-02 · Netzwerkkonzepte

Aufgabe NET-02.1 ★☆☆ Grundlagen 6 Punkte
3 Pa) Ergänzen Sie die Tabelle. Nennen Sie als Beispiel jeweils eine Stelle aus Anlage 1 oder 2, an der das Netz beim WAL vorkommt bzw. sinnvoll eingesetzt wird.
Abkürzungausgeschriebene BezeichnungBeispiel beim WAL
WAN
WLAN
VPN
3 Pb) Nennen Sie
ba) die Topologie des LANs im Klärwerk (Anlage 2),
bb) die Topologie des LoRaWAN-Netzes (Anlage 4) und
bc) einen Nachteil der Topologie aus ba).
Aufgabe NET-02.2 ★★☆ Anwendung 10 Punkte

Der WAL eröffnet einen neuen Betriebshof in Kleinfeld (nicht in Anlage 2). Dort gibt es 8 Arbeitsplatz-PCs, einen Netzwerkdrucker und WLAN für 10 Tablets des Außendienstes. Der Standort erhält einen Glasfaser-Internetanschluss. Die Mitarbeiter sollen wie an den anderen Standorten auf die Server im Rechenzentrum zugreifen.

6 Pa) Ergänzen Sie die Tabelle um die drei aktiven Netzwerkkomponenten, die im Betriebshof mindestens benötigt werden (ohne Endgeräte und ohne Glasfaser-Modem). Beschreiben Sie jeweils die Aufgabe im Betriebshof und geben Sie die OSI-Schicht an, auf der die Komponente hauptsächlich arbeitet.
KomponenteAufgabe im BetriebshofOSI-Schicht
4 Pb) Bisher speichern die Mitarbeiter im Klärwerk ihre Schichtberichte jeweils auf dem eigenen PC und geben Ordner für die Kollegen frei (Peer-to-Peer). Künftig sollen alle Berichte auf einem Dateiserver im Rechenzentrum liegen (Client-Server). Erläutern Sie zwei Vorteile dieser Umstellung für den WAL.

Angelehnt an: W24 T1 A2 (Netze und Komponenten eines Verkehrsbetriebs) und W22 T1 (Client-Server-Umgebung eines Bildungsträgers)

Aufgabe NET-02.3 ★★★ Prüfungsniveau 18 Punkte

Der WAL betreibt je nach Anforderung unterschiedliche Datennetze (Anlagen 1 und 2).

12 Pa) Ordnen Sie jedem Anwendungsgebiet eines der Netzwerkkonzepte LAN, SAN, LPWAN und VPN zu und begründen Sie die Zuordnung. Jedes Konzept ist genau einmal zu verwenden.
AnwendungsgebietNetzwerk­konzeptBegründung
Übertragung der Messwerte der 38 Pegelmessstellen im Verbandsgebiet
Vernetzung der Arbeitsplätze, Drucker und des Gateways GW1 in der Verwaltung
Zugriff der Hosts 1–3 auf das gemeinsame Speichersystem im Rechenzentrum
Verbindung der Standorte Klärwerk und Wasserwerk mit dem Rechenzentrum
3 Pb) Derzeit greift der Bereitschaftsdienst über den PC S4 auf die Leitwarte zu; dazu leitet der Router R1 den Port 3389 aus dem Internet an S4 weiter (Anlage 6). Künftig sollen die Smartphones ein Remote-Access-VPN zur Firewall R4 aufbauen. Erläutern Sie, warum diese Lösung sicherer ist.
3 Pc) Das LAN im Klärwerk ist sternförmig über den einzigen Switch SW2 aufgebaut. Erläutern Sie das Risiko für die Leitwarte und beschreiben Sie eine Maßnahme, die es verringert.

Angelehnt an: W24 T1 A2a (LAN, SAN und LPWAN den Gebieten IoT, Unternehmensnetzwerk und Rechenzentrum zuordnen und begründen, 9 P)

NET-03 · Adressierung, Frames & Protokolle

Aufgabe NET-03.1 ★☆☆ Grundlagen 6 Punkte
3 Pa) Das LoRaWAN-Gateway GW2 im Klärwerk hat die MAC-Adresse 7C:4F:B5:3A:07:D1. Erläutern Sie den Aufbau einer MAC-Adresse an diesem Beispiel.
3 Pb) Ordnen Sie jedem Begriff die Schicht des OSI-Modells (Nummer 1 bis 7) zu, der er hauptsächlich angehört.
BegriffOSI-Schicht
HTTP
TCP
IPv4
MAC-Adresse
Glasfaserkabel
MQTT

Angelehnt an: W24 T1 A2bb (Aufbau einer MAC-Adresse erläutern, 3 P)

Aufgabe NET-03.2 ★★☆ Anwendung 12 Punkte

Vor dem Umzug ins Rechenzentrum analysiert das Projektteam den Datenverkehr im Netz des Klärwerks (Anlage 8).

6 Pa) Ordnen Sie den Feldern A bis F des Ethernet-Frames in Anlage 8 die Nummer des passenden Bezeichners zu. Zwei Bezeichner bleiben übrig.
Nr.Bezeichner
1Data Payload
2Destination MAC Address
3Time to Live
4Frame Check Sequence
5Preamble + Start Frame Delimiter
6Source Port
7Source MAC Address
8EtherType
FeldNummer
A
B
C
D
E
F
3 Pb) Werten Sie den Mitschnitt in Anlage 8 aus: Geben Sie die Quell-MAC-Adresse an, erläutern Sie, an wen der Frame gerichtet ist, und nennen Sie das Protokoll, das in den Nutzdaten transportiert wird.
3 Pc) Ein Leitwarten-PC hat die Adresse 10.10.20.31/24.
ca) Geben Sie die Netzadresse und die Broadcastadresse seines Netzes an. (1 P)
cb) Berechnen Sie die Anzahl der nutzbaren Hostadressen dieses Netzes. (1 P)
cc) Ein Techniker hat einem neuen Messrechner im Labor die Adresse 10.10.21.40 mit der Subnetzmaske 255.255.255.0 gegeben. Begründen Sie, warum der Messrechner den Leitwarten-PC nicht direkt über den Switch erreicht. (1 P)

Angelehnt an: W24 T1 A2ba (Felder des Ethernet-Frames zuordnen, 6 P)

Aufgabe NET-03.3 ★★★ Prüfungsniveau 24 Punkte

Vor dem Umzug sollen alle Geräte im Netz des Klärwerks (10.10.20.0/24, Anlage 2) inventarisiert werden. Das Ergebnis wird als JSON-Array an die Inventar-API im Rechenzentrum übergeben. Verwenden Sie die Hilfsfunktionen aus Anlage 7.

10 Pa) Entwickeln Sie eine Funktion inventarisiere(netz : string) : string. Sie erhält die ersten drei Oktette eines /24-Netzes (z. B. "10.10.20"), fragt für jede mögliche Hostadresse des Netzes mit getMacAddress die MAC-Adresse ab und liefert ein JSON-Array im Format aus Anlage 7, das nur die Geräte enthält, die geantwortet haben.
4 Pb) Erweitern Sie Ihre Funktion so, dass jedes JSON-Objekt zusätzlich das Feld "hersteller" enthält. Der Hersteller wird mit getVendor anhand der ersten drei Byte der MAC-Adresse ermittelt; ist er unbekannt, wird "unbekannt" eingetragen. Geben Sie nur die geänderten bzw. neuen Zeilen an.
Beispiel für ein Objekt: {"ip": "10.10.20.1", "mac": "5C:F2:86:00:14:01", "hersteller": "Nordwerk Netzwerktechnik"}
4 Pc) Nach dem Umzug soll das Netz 10.10.20.0/24 in vier gleich große Subnetze aufgeteilt werden – in dieser Reihenfolge: Büro, Leittechnik, Kameras, WLAN. Ergänzen Sie die Tabelle und geben Sie die Anzahl der nutzbaren Hostadressen je Subnetz an.
SubnetzNetzadresse / Präfixerste Hostadresseletzte HostadresseBroadcastadresse
Büro
Leittechnik
Kameras
WLAN

Nutzbare Hostadressen je Subnetz: ______________

2 Pd) Nach der Aufteilung soll Ihre Funktion aus a) nur noch das Subnetz Leittechnik durchsuchen. Geben Sie an, welche Zeile Ihrer Funktion wie geändert werden muss.
4 Pe) Ergänzen Sie für die Kommunikation im Projekt das Protokoll, das Transportprotokoll (TCP oder UDP) und den Standardport.
VerwendungProtokollTCP / UDPPort
verschlüsselte Übergabe des JSON-Arrays an die Inventar-API (Web-Schnittstelle)
verschlüsselte Übermittlung der Sensorwerte vom Network Server an den MQTT-Broker
Auflösung des Namens inventar.wal.local in eine IP-Adresse
verschlüsselte Fernwartung der Linux-VMs über die Kommandozeile

Angelehnt an: W24 T1 A2c (Skript: alle Geräte im Netz 192.168.0.0/24 mit getMacAddress abfragen, JSON-Array ausgeben, 8 P)

NET-04 · IT-Infrastruktur, Virtualisierung & Cloud

Aufgabe NET-04.1 ★☆☆ Grundlagen 6 Punkte
3 Pa) Ordnen Sie jedem Cloud-Dienst das passende Servicemodell zu (IaaS, PaaS oder SaaS).
Cloud-DienstServicemodell
Die Verwaltung plant die Einsätze des Bereitschaftsdienstes mit einem Online-Programm im Browser, für das eine monatliche Gebühr je Benutzer gezahlt wird.
Brückner & Vogt mietet für Lasttests von AuePuls zwei Wochen lang zehn virtuelle Server und installiert darauf selbst Linux und die Testwerkzeuge.
Die Messwert-Datenbank wird als verwalteter Datenbankdienst gebucht; Installation, Updates und Sicherung der Datenbanksoftware übernimmt der Anbieter, der WAL legt nur Tabellen und Daten an.
3 Pb) Erläutern Sie die 3-2-1-Regel der Datensicherung und zeigen Sie anhand von Anlage 6, dass der WAL sie derzeit nicht einhält.
Aufgabe NET-04.2 ★★☆ Anwendung 10 Punkte

Für die neue Messwert-Datenbank (aktuell 400 GB) wird eine Sicherungsstrategie festgelegt. Jeden Sonntag um 22 Uhr wird eine Vollsicherung erstellt, montags bis samstags jeweils um 22 Uhr eine weitere Sicherung. Täglich kommen etwa 20 GB neue Messdaten hinzu; bereits gespeicherte Messwerte werden nicht mehr verändert.

a) Vergleichen Sie inkrementelle und differenzielle Sicherung.
2 Paa) Berechnen Sie den Speicherbedarf aller Sicherungen einer Woche (Sonntag bis Samstag), wenn montags bis samstags (1) inkrementell bzw. (2) differenziell gesichert wird.
2 Pab) Am Donnerstag um 14 Uhr fällt der Datenbankserver aus. Geben Sie für beide Varianten an, welche Sicherungen in welcher Reihenfolge zurückgespielt werden müssen.
1 Pac) Nennen Sie die Daten, die in beiden Varianten trotz Sicherung verloren sind.
4 Pb) Nennen Sie für jede Gefahr eine geeignete Maßnahme und beschreiben Sie deren Wirkung.
GefahrMaßnahmeWirkung
Eine Festplatte im Speichersystem fällt aus.
Im Rechenzentrum fällt für zwei Minuten der Strom aus.
Host 2 fällt durch einen Mainboard-Defekt komplett aus.
Ransomware verschlüsselt alle Dateien, auf die sie im Netz zugreifen kann.
1 Pc) Ein Kollege meint: „Das Speichersystem hat RAID 6, eine Datensicherung brauchen wir nicht.“ Widerlegen Sie diese Aussage mit einem Beispiel.

Ergänzung zu W22 T1 A1 (Verfügbarkeit einer veralteten Infrastruktur)

Aufgabe NET-04.3 ★★★ Prüfungsniveau 20 Punkte

In den letzten Monaten ist es beim WAL zu mehreren Ausfällen gekommen (Anlage 6). Die Geschäftsführung beauftragt Sie, das Konzept für die neue IT-Infrastruktur vorzubereiten.

4 Pa) Beschreiben Sie zwei Schwachstellen der aktuellen IT-Infrastruktur, die die Verfügbarkeit der Dienste gefährden. Beziehen Sie sich auf Anlage 6.
4 Pb) Beschreiben Sie eine funktionale und eine nicht-funktionale Anforderung an die neue IT-Infrastruktur des WAL.
c) Die Server sollen virtualisiert werden.
4 Pca) Die Server S1 bis S4 sollen als virtuelle Maschinen auf dem Cluster im Rechenzentrum betrieben werden. Erläutern Sie zwei Vorteile dieser Virtualisierung für den WAL.
2 Pcb) Das Entwicklerteam möchte den neuen Messwert-Dienst nicht als virtuelle Maschine, sondern als Container ausliefern. Erläutern Sie den wesentlichen Unterschied zwischen einer virtuellen Maschine und einem Container.
6 Pd) Ein Berater schlägt vor, die AuePuls-Plattform (Network Server, Datenbank, Dashboard) nicht im gemieteten Rechenzentrum, sondern als PaaS in einer Public Cloud zu betreiben. Erläutern Sie zwei Vorteile und zwei Nachteile bzw. Risiken dieses Vorschlags für den WAL. Berücksichtigen Sie, dass die Wasserversorgung zu den kritischen Infrastrukturen gehört und die App personenbezogene Daten des Bereitschaftsdienstes verarbeitet.

Angelehnt an: W22 T1 A1a und A1b (Schwachstellen einer veralteten, inhomogenen IT-Infrastruktur; funktionale und nicht-funktionale Anforderung, je 4 P)

Originalaufgaben zum Üben

Diese echten Prüfungsaufgaben passen zu diesem Block (Dateien im Ordner Prüfungsvorbereitung). Lösungen gibt es nur für 2023 Sommer, 2023 Winter, 2024 Sommer und 2025 Winter (dort vom u-form-Verlag) – für die meisten Netzwerkaufgaben also leider nicht; nutze dann die Musterlösungen dieses Blocks zum Vergleich.

PrüfungAufgabeThemaDatei · Lösung
Winter 2022T1 A1a (4 P), A1b (4 P)Schwachstellen veralteter, inhomogener IT-Infrastruktur; funktionale und nicht-funktionale Anforderung an die neue Infrastruktur2022/winter/AE 2022 Winter Teil 1.pdf · keine Lösung
Sommer 2023T1 A4a (4 P), A4b (4 P)Verschlüsselung für batteriebetriebene IoT-Sensoren mit wenig Rechenleistung; signieren statt verschlüsseln?2023/sommer/AE Sommer 2023 Teil 1.pdf · Lösung: AE Sommer 2023 Teil 1+2 Lösungen.pdf
Sommer 2023T1 A4cb (13 P)Relationenmodell in 3NF inkl. JSON-Sensordaten (DevEUI, Value, Timestamp) – Schwerpunkt Datenbank (Block 01)wie oben
Winter 2024T1 A2a (9 P)LAN, SAN, LPWAN den Gebieten IoT, Unternehmensnetzwerk, Rechenzentrum zuordnen und begründen2024/winter/AE Winter 2024 Teil 1.pdf · keine Lösung
Winter 2024T1 A2ba (6 P), A2bb (3 P)Felder des Ethernet-Frames zuordnen; Aufbau einer MAC-Adressewie oben
Winter 2024T1 A2c (8 P)Skript: alle Geräte im Netz 192.168.0.0/24 abfragen, JSON-Array ausgebenwie oben
Sommer 2026T1 A3aa (3 P), A3ab (6 P)LoRa-Merkmale aus englischem Fachtext; Gründe für LoRa bei verteilten Bodensensoren ohne Stromversorgung2026/sommer/AE Sommer 2026 Teil 1.pdf · keine Lösung
Sommer 2026T1 A3b (13 P, v. a. A3bd)Integrität der Sensordaten (BSI), Hash/MAC/Signatur, RSA im IoT-Projekt sinnvoll? – Schwerpunkt Block 07wie oben
Winter 2023T1 AusgangssituationKulisse mit Messstellen, Drohnen und Cloud-Datenbank (keine eigene Netzwerkaufgabe) – gut, um IoT-Szenarien zu lesen2023/winter/AE Winter 2023 Teil 1.pdf · Lösung: AE Winter 2023 Teil 1 Lösungen.pdf